Chiara - Hochzeit mit Folgen

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Endlich war der große Tag gekommen. Anna steckte mich augenblicklich mit ihrer Nervosität an. Ich hatte Jimmy bereits gesehen, doch ich versuchte so gut es ging, ihm aus dem Weg zu gehen. Außerdem nahm ihn ständig jemand von seiner Familie in Beschlag. Ich musste lachen als ich erfuhr, dass Paddy ebenfalls seine eigene Stylistin hatte.
Es gab auch eine für mich. Ich bekam eine Steckfrisur und wurde wunderschön geschminkt.
Als die Frauen ihre Arbeit perfekt erledigt hatten und das Zimmer verließen, half ich Anna in ihr Kleid. Mir kamen die Tränen, als ich sie vor mir stehen sah. Sie war bezaubernd. Das Kleid war ein Traum und sie sah einfach umwerfend aus. Nervös fragte sie mich: „Wie sehe ich aus?" „Hey Anna, beruhige dich. Du siehst wunderschön aus. Paddy wird es umhauen." „Ich bin überglücklich." „Ich weiß und ich freue mich wahnsinnig für dich." Das war die Wahrheit und dennoch schmerzte es mich ein bisschen. Doch sie wäre nicht meine beste Freundin, hätte sie das nicht ohnehin gemerkt. „Es tut mir so leid Chiara." Uns beiden stiegen die Tränen in die Augen. „Nicht doch. Ich hätte mich gar nie darauf einlassen sollen. Jetzt muss ich dafür bezahlen. Ich werde es schon schaffen. Bitte denk nicht daran. Genieße deinen Tag." Ich zog mein Kleid an, dessen Farbe Anna vorgegeben hatte. Es war ein traumhaftes, bodenlanges Satinkleid in altrosa. „Wow Chiara du siehst ebenfalls wunderschön aus und richtig sexy. Jimmy wird es nun noch schwerer fallen, die Finger von dir zu lasen." Jetzt musste ich lachen. „Na los, geh schon. Eigentlich sollte er dich schon erwarten. Ich komme ein paar Minuten später runter und treffe meinen Vater." Ich küsste ihre Wangen und ließ sie in dem Zimmer zurück. Als ich zur Treppe kam, entdeckte ich den wartenden Jimmy. Er spürte wohl meine Blicke, denn augenblicklich drehte er sich um. Anna hatte Recht. Mein Anblick ließ ihm den Atem stocken. Er schluckte trocken und starrte mich an. Jimmy sah ebenfalls wahnsinnig gut aus in diesem schwarzen Anzug und ich wusste, ich würde mich kaum zurückhalten können. Ich ging auf ihn zu und ergriff die Hand die er mir entgegen streckte. Er zog mich zu sich und küsste mich zärtlich. Sofort hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper. Natürlich entging ihm das nicht. Seite an Seite gingen wir raus in den Garten, bereit den Weg zum Altar entlangzuschreiten. Alle starrten uns an. Eigentlich genoss ich es, eingehakt von ihm geführt zu werden und ich fühlte mich fast selbst wie eine Braut. Doch die Blicke waren auch etwas unangenehm. Jeder kann sehen was zwischen euch läuft, dachte ich ständig. Gott sei Dank, war der Weg nicht allzu lang und wir stellten uns auf unsere Plätze. Jimmy stand bei Paddy und ich würde ein Stück weiter, neben Anna stehen.
Dann schritt sie mit ihrem Vater auf uns zu. Alle standen auf und bewunderten sie. Sie sah unglaublich aus. Ich sah Tränen in Paddy's Augen und auch ich konnte meine nicht zurückhalten. Lediglich Jimmy schien den coolen zu spielen. Die Trauung war wunderschön und viel zu schnell vorbei. Die persönlichen Eheversprechen gefielen mir am besten. So viel Liebe und Zärtlichkeit lagen in den Worten. Auch wenn er vielleicht dachte, ich würde es nicht merken, fiel mir auf, dass Jimmy mich mit seinen Augen fixierte.
Vor dem Essen gab es noch eine Agape. Die Stimmung war gut und bald saßen alle hungrig an ihren Tischen. Mein Platz war weit von Jimmy's entfernt. Das war auch gut so. Denn ich hatte Anna darum gebeten. Ich wollte ihn nicht den ganzen Abend anschmachten und ich wusste, das würde ich. So saß ich mitten unter Annas Familie, die wie meine war und wir unterhielten uns bestens. Bald würde der Eröffnungstanz stattfinden. Ich war sehr nervös, denn ich hatte ihn fast den ganzen Tag gemieden. Die Musik startete. Es war ein schönes, langsames Lied. Als das Brautpaar zu tanzen begann, stand Jimmy plötzlich neben mir und legte mir seinen Arm um die Hüften. Wir stiegen in den Tanz ein, er zog mich enger an sich und flüsterte heiser in mein Ohr: „Bereit?" Ich konnte nur nicken. Nach ein paar Schritten wurde alles vertrauter und ich fühlte mich wohl an seiner Seite. Er führte mich wie ein Profi über die Tanzfläche. Automatisch schmiegte sich mein Körper an seinen. Wir flirteten heftig miteinander. Ich konnte spüren wie sich seine Selbstbeherrschung langsam in Luft auflöste. Das wird noch ein interessanter Abend, dachte ich. Leider hatte ich vorerst nur die Möglichkeit für einen Tanz, denn kaum war das Lied zu Ende klatschte Meike ihn ab. Lächelnd nickte ich ihr zu. Niemals würde ich gegen sie gewinnen können. Als ich die beiden tanzen sah, war mir das sofort klar. Ich wollte die Tanzfläche verlassen, doch kaum ging ich zwei Schritte, war Paddy bei mir und forderte mich auf. „Wie geht es dir?", fragte er, während wir uns im Takt der Musik bewegten. „Danke. Die Hochzeit ist wundervoll Paddy. Die Trauung, die Location alles ist perfekt." „Nein, Anna macht alles perfekt. Ich liebe sie so sehr." „Das sieht man." „Und jetzt will ich eine ehrliche Antwort auf meine Frage. Wie geht es dir?" „Es geht schon. Wirklich. Ich schaffe das. Ja, es ist mehr als hart für mich. Aber was soll ich sagen. Ich muss dafür bezahlen." „Ihm geht das alles ebenfalls sehr nah." „Hat er das gesagt?" „Hat er nicht, aber ich sehe es ihm an. Er ist mein Bruder. Ich kenne ihn in- und auswendig. Es ist auch für ihn hart. Es tut mir leid Chiara, aber selbst wenn ich wollte, ich kann euch nicht helfen. Außerdem kann ich Meike gut leiden. Ich kenne sie schon ewig. Aber ich habe auch dich in mein Herz geschlossen und leide mit dir." „Danke, das bedeutet mir sehr viel." „Ehrlich gesagt Chiara, weiß ich gar nicht was ich sagen soll. Denn ich weiß nicht in welche Richtung sich das entwickelt." „Oh, das weiß ich. Jimmy hat es mir mehr als einmal gesagt. Er wird Meike nicht verlassen und jetzt werden wir uns auch nicht mehr sehen. Die Hochzeit war die einzige Verbindung zwischen uns." „Ich bin mir da nicht so sicher, wenn ich ihn mit dir beobachte." Paddy zog mich enger zu sich und ein Teil der Anspannung löste sich. Auch wenn mich der Rest der Kellys nicht mochte, hatte ich in Paddy einen Freund gefunden, der versuchte auch meine Seite zu verstehen.
Nach dem Song wurden wieder die Tanzpartner gewechselt. Puh – ich würde bald eine Pause brauchen. Mit Joey und Angelo zu tanzen war echt lustig. Ich genoss den Abend sehr.
Das Anschneiden der Hochzeitstorte gestalteten die Geschwister ebenfalls spektakulär. Die Spiele, die sie geplant hatten waren richtig lustig. Ein paar der Gäste hielten emotionale und witzige Reden auf das Brautpaar. Ich habe Tränen gelacht.
Alle Kellys waren froh, dass sie sich wieder gut miteinander verstanden. Auch die Beziehung zwischen Angelo und Paddy wurde immer besser. Anna war so glücklich. Immer wieder lächelten wir uns an und jeder wusste was der andere dachte. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt und es ergab sich häufig, dass ich mit Jimmy tanzte. Mir gefiel es, dass ich ihm hier Nahe sein konnte, ohne dass es zu sehr auffiel. Natürlich bemerkte ich, wie Patricia ihn beobachtete. Ich achtete darauf, dass wir nicht zu intim wurden. Aber als der DJ plötzlich ein langsames Lied spielte, zog mich Jimmy in seine Arme bevor ich die Tanzfläche verlassen konnte. Er sagte zu mir, dass er sofort mit mir in mein Zimmer verschwinden möchte. Er hielt es keine Sekunde länger aus. Ich empfand dasselbe. Das wusste er längst, denn sonst hätte er mich nicht so provokant herausgefordert. Wie zufällig, strich ich ihm über seinen Nacken und die Reaktion darauf entging mir nicht. Er war scharf auf mich. Wir konnten es nicht lassen, überlegten uns einen Plan und verließen die Tanzfläche. Ich begann ein kurzes Gespräch mit Luke. Er war ein wirklich netter junger Mann, mit demselben Humor wie Joey. Anschließend ging ich in mein Zimmer und wartete auf meinen Traummann. Als er zur Tür hereinkam, fielen wir augenblicklich übereinander her. Jimmy zog mir vorsichtig mein Kleid aus. Als er sah, dass ich kein Höschen trug, starrte er mich ungläubig an. „Nicht dein Ernst." „Es hätte sich unter dem Kleid abgezeichnet", sagte ich und zuckte unschuldig mit den Schultern. „Du bringst mich um!", sagte er heiser. In aller Hektik, war er noch auf meine Frisur bedacht. Damit im Nachhinein niemand Verdacht schöpft, meinte er. Er bedeckte meinen Körper mit zärtlichen Küssen und trieb mich damit in den Wahnsinn. Ich dachte, ich würde alleine dadurch zum Orgasmus kommen. Nachdem ich ihm die Hose geöffnet hatte und beherzt hineingriff, schälte er sich ebenfalls aus seinem Anzug. Mir war bewusst, dass auch er nicht mehr lange durchhalten würde und hob mein Bein. Schnell drang Jimmy in mich. Wir stöhnten beide, bis wir in einem unglaublichen Orgasmus unsere Erfüllung fanden.

Butterflies in my BellyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt