Kapitel 42

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~Lenes Sicht~
,,Kai was machst du da?'' Fragte ich ihn als wir am Flughafen in Bremen standen. Denn Kai war gerade damit beschäftigt seinen Koffer aufzumachen, was man ja eigentlich erst macht wenn man wieder zuhause ist. 
,,Ich will dir nur noch dein Weihnachtsgeschenk geben...'' ‚, War denn dieser Ring nicht schon Geschenk genug Kai?''
‚, Der Ring könnte doch nicht ansatzweise ein Weihnachtsgeschenk sein, wenn du es nicht bei der Bescherung aufmachst.'' Kai guckte mich ernst an. ,,Ok Ok ich hab verstanden, aber könntest du vielleicht ein bisschen beeilen? Denn Julian wartet bestimmt schon und meine Mutter rastet aus wenn wir zu spät zum Essen kommen werden. Also bitte beeil dich!'' Mein Ton wurde am Ende immer höher und lauter. ,, Alles gut, ich habs.'' Sagte Kai und hielt mir eine rosa Tüte hin. ,,Was ist das Kai?'' ,,Das wirst erst heute Abend erfahren.'' Sagte er und nahm meine Hand. ,,Komm wir wollen doch nicht dass deine Mutter sauer auf dich und Julian ist.'' Er zog sich hinter ihm her, bis ich einen großen Blonden Mann sah der mir ziemlich bekannt vor kam. ,,Julian!'' Rief ich, ließ Kais Hand los und sprang in die Arme meines großen Bruders. ,,Lene!''
Nachdem wir uns wieder lösten sagten sich Kai und Julian in Form eines Handschlag auch Hallo. Danach schaute er fragend zwischen mir und Kai hin und her. Er blieb dann irgendwann bei Kai stehen. Julian setzte sein spielerisches Lächeln auf. Mir war klar was er wollte, doch ich sagte nichts. Julian sollte schon selber fragen. ,,Und?'' Fragte Julian dann nach einer Halben Ewigkeit. ,,Zeig ihm den Ring.'' Flüsterte Kai in mein Ohr. Daraufhin streckte Julian meine Hand entgegen. Er riss seine Augen auf als hätte ich ihm ein Welpen gezeigt.
„Du hast ja gesagt? Natürlich hast du Ja gesagt!" Er fiel mir wieder in die Arme, ich erwiderte die Umarmung erschrocken. Ich hätte nicht gedacht dass er so reagieren würde. Doch ein Handy klingelte brachte ihn dazu mich wieder los zulassen.

„Mama?" Fragte Julian das Handy.
„Ja hier ist eure Mutter. Wo seid ihr? Essen ist gleich fertig. Kommt bitte sofort." Sagte meine Mutter ziemlich aufgebracht.
„Ok..." Sagte Julian dann locker. Wieso er war jetzt plötzlich wusste ich nicht aber Julian hatte so ein paar komische Sachen an sich.
„Lene, ich glaube ihr müsst los..." Sagte dann Kai plötzlich von der Seite. „Jap..." Sagte ich traurig. Doch Kai umarmte mich daraufhin und gab mir einen Kuss. „Ich liebe dich..." Sagte er zu mir und löste sich von mir. Danach sagte er Julian noch Tschüss und ging zu seinem Auto. Ich schaute ihm traurig hinterher, bis Julian mich am Arm zog. „Dz siehst ihn an Silvester wieder. Das weißt du doch." „Ja ich weiß, aber wir haben uns den letzten Monat jeden Tag und wenn man sich dann 7 Tage nicht sieht dann ist das..." Weiter kam ich nicht da schubste Julian mich auch schon ins Auto rein. „Hey! Pass doch auf." Sagte ich daraufhin zu ihm. „Sorry aber wir haben es wirklich sehr eilig! Mama ist sowieso schon vorm ausrasten. Sie kennt sich überhaupt nicht mit unserer Küche aus und Amelie auch nicht." „Amelie ist da?" Ich guckte ihn fragend an, während er gerade den Motor anmacht. „Ja. Die beiden wollten unbedingt zusammen feiern. Ich meine... also..." „Was ist los Juli? Was ist passiert? Geht es dir nicht gut? Soll ich fahren." Ich schaute besorgt zu ihm, doch er konzentrierte sich aufs fahren. ,,Also...'' Wollte Julian gerade ansetzen, doch da unterbrach ich ihn. ,,Warte mal. Wenn Jannis bei uns zuhause ist und Mama auch. Feiert Papa dann ganz alleine mit Jascha oder wie?'' Ich zog meine Augenbrauen hoch. ,,Naja es ist so... Papa feiert mit seiner neuen Freundin... Du hast Catharina ja schon kennengelernt, aber es gibt da noch etwas.'' Er hielt kurz inne bevor er weiter redete. Ich wollte eigentlich sofort dazwischen funken, aber irgendwas sagte mir dass ich jetzt lieber meine Klappe halten sollte.
,,Ich bin zu einem Entschluss gekommen... naja nicht nur ich... Jannis und Jascha waren auch der Meinung.'' Er stoppte wieder, aber jetzt hielt ich es nicht mehr aus. ,,Julian hör auf in Rätseln zu sprechen! Jetzt sag endlich wovon du redest! Welcher Endschluss?'' Julian machte Vollbremsung und ich erschrak. ,,Hey was soll das?'' ,,Sorry ich hab die Ampel nicht gesehen...'' Er sagte es so als würde er gleich weiterreden, deswegen protestierte ich nicht gegen seine Fahrkünste.
,,Also es ist so... Du kennst doch bestimmt Markus? Ich meine den Freund von Mama.'' ,,Ja klar kenne ich Markus, aber was hat der mit Weihnachten zu?'' Ich fragte vorsichtig da ich etwas schlimmes befürchtete. Hatten meine tollen Brüder etwa diesen Vollidioten zu Weihnachten eingeladen? Bitte nicht. Ich mochte Markus von Anfang an nicht und das war allen bewusste. Er war ein Anzug tragender Schleimer.
,,Wir haben Markus zu Weihnachten eingeladen und bevor du jetzt etwas sagst, ich weiß dass wir dich fragen hätten sollen. Immerhin ist es auch dein Haus, aber als wir Mama und Markus gefragt haben ob sie kommen wollen... Naja da hatte Mama diesen Blick in ihren Augen. Den hatte sie auch als Jannis und Amelie ihr erzählt haben...'' Er machte wieder so eine komische Pause, aber nur weil er sich gerade auf eine ziemlich scharfe Kurve konzentrierte. ,,Also Fakt ist wir haben beide zusammen eingeladen und sei bitte zu ihm.'' Er schaute kurz zu mir und lächelte mich an. Doch das Lächeln erwiderte ich nicht. Was fällt den einfach ein mir nicht zusagen.
,,Das ist doch nicht euer Ernst. Wie könnt ihr mir das antuen? Markus ist so... so komisch ha, aber eins muss ich sagen. Ich war noch nie blöd zu ihm!'' ,, Also du warst immer auf deinem Zimmer, bei Hannah oder irgendwo in der Stadt wenn er da war. Ich glaube er dachte du magst ihn nicht...'' ,,Was ja auch stimmt...'' Gab ich leise zu. Julian strafte mich mit einem Grimmigen Blick, doch der verwandelte sich wieder zu seinem lächeln. Was mich etwas beruhigte.
,,Hey Hör mal. Ich weiß wie es dir geht. Ich fand es am Anfang auch komisch das Mama einen neuen Freund und auch das Papa mit Catharina zusammen ist, aber wenn sich zwei Leute lieben sollte man sie lieben lassen.'' Ich wusste genau wovon er sprach, aber das konnte ich ihm ja jetzt nicht sagen. Doch es war genau so. Ich liebte meine Eltern doch so sehr, aber nur wenn sie zusammen sind, weil meine Mutter und auch mein Vater haben sich so verändert. Das gefiel mir von Anfang nicht.
,,Kommst du Lene?'' Fragte Julian mich während er sich abschnallte und die Autotür auf machte. Ich stimmte ihm zu und stieg auch aus. Auf dem weg zur Tür blieb Julian plötzlich stehen und guckte mich an. ,,Also da drinnen wird dich ziemlich viel erwarten, aber ich bitte dich nur um eine Sache. Lach bitte. Es ist Weihnachten Schwesterchen.'' Ich musste anfangen zu lachen als er das sagte. ,,Es ist ja nicht so als würde ich nie lachen.'' Sagte ich und rannte vor. Ich klingelte Sturm und wartete darauf dass jemand auf machte. Was nach Ewigkeiten auch passierte. Es war Amelie. Ich fiel ihr sofort in Arm da ich sie lange nicht mehr gesehen hatte. Danach war Jannis dran und dann Jascha. Ich hatte diese beiden so sehr vermisst. Naja sie waren ja auch meine Brüder. Dann bewegt ich mich langsam in die Küche, in der Hoffnung dass nur meine Mutter da sein würde. Doch vertan Mama und Markus standen am Tresen und tranken ein Glas Wein. Ich atmete tief ein und ging auf sie zu. Als meine Mutter mich bemerkte stockte sie kurz und danach nahm sie mich in den Arm. Ich musste aufpassen dass sie mich nicht erdrückte. Ich löste mich nach Weile dann von ihr und ging auf Markus zu. Der lächelte mich mit so einem schrecklichen Grinsen... da wäre ich am liebsten wieder umgedreht und nach England geflogen. Naja. Ich wollte ihm eigentlich nur die Hand geben, doch er umarmte mich sofort. Was mich so überraschte dass ich es sogar zu ließ. Oh Gott. ,,Es so schön dich zusehen Lene.'' ,,Naja es ist ja nicht so als würde wir uns nie sehen.'' Ich brachte ein gezwungenes Lächeln raus. ,,Du haust ja immer so schnell ab wenn ich mit deiner Mutter vorbei komme.'' Meine Mutter brachte auch nur ein gezwungenes lachen raus. Ob sie auch so geschockt von seinem Outfit gewesen war?
Er hatte nämlich eine Tannengrüne Anzug Hose an und dazu ein Schwarz Weiß gestreifter Hemd. Das Hemd ging noch, aber die Hose war eindeutig zu viel für mich. Ich lächelte Markus und meine Mutter noch einmal an, dann drehtich mich schnurstracks um und ging zu meinen Brüdern und Amelie. Julian fragte mich mit einem Blick ob es mir gut gehen würde und ich nickte stumm. Es war zwar gelogen, aber heute war Weihnachten. Es war was besonderes für meine Familie und natürlich auch für mich. Was sich heute ja sogar noch verstärkt hatte. Ich meine ich würde Kai heiraten. Es war schon ein Traum von mir ihn zu Heiraten. Er ist der Mann den ich heiraten will und niemand anderem.
Vielleicht war es bei meinen Eltern auch mal so gewesen und vielleicht ist es jetzt auch so bei Markus und meiner Mutter oder bei meinem Vater und Catharina. Ich sollte es einfach akzeptieren.

,,Lene kommst du?'' Kam plötzlich aus der Küche. Ich warf noch einen schnellen Blick auf den Tannenbaum, der übrigens sehr schön war und dann ging ich zum Esstisch. Meine Mutter hatte alles auf den Tisch gestellt. Es einfach wunderschön aus, man wollte es gar nicht essen.
Wir bedankten uns vorher noch bei dem lieben Gott bevor wir anfingen zu essen. Ich hatte eigentlich gar kein so großen Hunger, deswegen reichten Zwei Kartoffelklos mit Soße und Rotkohl völlig aus für mich. Dagegen sah es bei meinen Brüdern ganz anders aus. Die aßen sich dumm und dämlich. Doch es störte mich nicht sollten sie es doch tun. Markus schien es auch zu schmecken denn er wiederholte immer eine mmh oder einfach lecker Heike. Ich versuchte es zu ignorieren, es funktionierte nicht so gut. Aber ein Versuch war es wert.
Julian hatte recht Markus ist vielleicht gar nicht so doof, wie ich immer denke. Naja schlau ist er auch nicht gerade, er ist so eine Art Spießer und wenn er etwas besser weiß als jemand anderes dann spielt er sich so auf. So als wäre er ein Superheld oder sowas.
„Ok Lene beruhig dich es ist nur eine einzige Person. Ich versuche einfach die Weihnachtstage nicht auszurasten wegen ihm und danach lebe ich meine Leben einfach weiter." Sprach ich leise in Gedanken zu mir. Doch bevor ich weiter in meinem Rest Essen rum stochern konnte setzte Markus an etwas zu sagen. Was mich wunderte ist dass er mich dabei genau anguckte. Sein Blick wanderte dann auf mein Hand wo ich den Ring trug. Erst bemerkte ich nichts doch dann vergrub ich meine Hand schnell in meinem Pulli. Doch es war zu spät er fragte mich in dem Moment schon.
„Oh Leni hast du uns was zu sagen?" Ich starrte ihn wütend an. „Lene für dich und nein habe ich nicht!" Sagte ich stur. Julian warf mir einen besorgten blick zu, aber ich antwortete nicht darauf. „Und warum hast du denn einen neuen Ring?" Fragte Julian mich provokant. Plötzlich starrten mich alle an. Ich schluckte. „Warum sagst du das jetzt Julian?" Fragte ich ihn flüsternd. Ef zuckte nur lächelnd mit den Schultern. „Welcher neue Ring?" Fragte Jannis mich jetzt mit hochgezogener Augenbraue.
„Du bist doch nicht etwa...." Setzte meine Mutter an. Doch bevor ich etwas sagen konnte schnitt Julian mir das Wort ab. „Kai hat sie heute gefragt..." „Was soll das denn jetzt Juli?" Flüsterte ich zu ihm während ich ihm ein Tritt in gegen das Schienbein gab. „Au! Hör auf... außerdem muss du es Mama und Papa es ja sowieso irgendwann sagen, oder" sagte Julian zu mir. „Is mir schon klar." Fuhr ich zurück.
„Was gibt es dann da zu flüstern." Fragte Markus uns jetzt.
„Oh mein Gott Lene. Du bist verlobt." Schrie meine Mutter dann plötzlich auf. Ich glaube sie brauchte erst einpaar Minuten um das zu realisieren. Auf ihren  Lippe breitete sich ein lächeln aus und ich sah sogar eine Träne in ihren Augen. „Mama weinst du etwa?" Fragte Jascha sie dann während er ihr über die Schulter rieb. „Nein...nein alles gut... Ich muss wohl damit klar kommen dass mein Mädchen Erwachsen wird." Sie lächelte mich an und ich lächelte zurück. Vielleicht kam such bei mir die ein oder andere Träne.
„Also...da wir ja jetzt gerade so schön dabei sind gute Nachrichten zu verkünden..." Setzte Jannis an und alle sahen gespannt zu ihm. „Ja also es ist so...." Sagte Amelie.
„Wir sind Schwanger!"

Hey!
Es ist leider so dass sich diese Geschichte bald dem Ende naht, was jetzt nicht bedeutet dass sie sofort aufhört, aber es wird vielleicht Zeit abzuschließen. Was sagt ihr...
Es gibt aber noch eine Zweite Lösung und zwar würde ich auch noch ein zweites Buch über diese Geschichte schreiben wo es dann mit Lene und Kai weiter geht. Wie wäre das?
💗

Talking to a StrangerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt