Revan
Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Schon mehrere Tage saß ich in dem dunklen Gefängnis unterhalb der Erde fest. Waren es wirklich Tage? Oder vielleicht nur wenige Stunden, die sich so anfühlten wie eine Ewigkeit? Es gab nichts, woran ich mich hätte orientieren können. Die Soldat kommen und gingen, brachten uns eine karge Mahlzeit oder eben nicht. Kein einziger Lichtstrahl Sonne kam durch das dicke Gemäuer der Zelle hindurch und die Kälte war ein stetiger Begleiter. Etwas Gutes hatte die ganze Sache jedoch: Ich war endlich wieder bei der Frau, die ich liebte. Auch wenn ich mir deutlich schönere Umstände vorstellen konnte, waren wir wenigstens zusammen hier. Die meiste Zeit saßen wir eng beieinander, um uns gegenseitig zu wärmen und sprachen über alles mögliche. Nur nicht über unsere Gefühle. Aber vielleicht war das auch besser so. Schließlich wusste keiner von uns beiden, was als nächstes passieren würde.
"Hast du überhaupt geschlafen, seitdem wir hier sind?" fragte Zisila mich irgendwann besorgt, als sie die tiefen Schatten unter meinen Augen bemerkte.
"Wie könnte ich? Wer weiß was sich da draußen gerade abspielt" antwortete ich tonlos. Ich konnte die Schlacht förmlich vor mir sehen. Die abstürzenden Schiffe der Ersten Ordnung. Den blutigen Berg an Toten. Die Zerstörung die nach und nach jedes unschuldiges System erfassen würde. Und wieder einmal war ich dafür verantwortlich. Hatte ich nicht schon genug Menschenleben auf dem Gewissen?
"Mein bester Freund stirbt vielleicht genau in diesem Moment, während ich hier tatenlos herumsitze!" Ben war zwar einer der besten Lichtschwertkämpfer, die mir je begegnet waren, aber niemand war unverwundbar. Niemand kam gegen alles an. Und das schlimmste daran war, dass er endlich hatte, was er wollte. Er war glücklich, seit er mit Rey zusammen war und sie verdienten eine gemeinsame Zukunft.
Resigniert stützte ich meinen Kopf in meine Hände. Aber nicht nur meine Angst um Ben trieb mich in den Wahnsinn. Einfach alles an diesem Ort erinnerte mich an die Jahre in den Minen: Die Dunkelheit, die Kälte, die Schreie der anderen Gefangenen. Ich hörte seit langem ihre Stimme wieder. Sie verfolgte mich in meinen Träumen und sorgte dafür, dass ich nie ganz zur Ruhe kam. Sobald ich meine Augen schloss, erlebte ich den letzten Moment mit meiner kleinen, unschuldigen Schwester erneut. Wie sie uns trennten. Das ganze Blut. Der Söldner, der mich so fest in seinem Griff hielt, dass es unmöglich war zu entkommen. Zu ihr zu kommen. Der letzte Blick in ihre panisch aufgerissenen braunen Augen. Das Gefühl zu sterben, welches schließlich immer mehr akzeptiert wurde. Der Tod wäre ein Ausweg aus der Schuld, die sich wie ein schwarzes Loch vor mir auftat und drohte mich zu verschlingen.
"Revan? Revan, hey!" Erst als sie an meinen Schultern rüttelte, gelang es Zisila zu mir durchzudringen. Ich versuchte mich auf ihre Stimme zu konzentrieren. Irgendetwas zu finden, woran ich mich festhalten konnte, während mich meine Emotionen überwältigten. Wie ein unbarmherziger Sturm zogen sie über mich hinweg und rissen alles mit sich in den Abgrund. Und mit einem Mal brach alles aus mir heraus. Ich hatte keine Kraft mehr, die Tränen länger zurückhalten.
"Oh bitte, mach das es aufhört!" schluchzte ich und weinte damit zum ersten Mal seit Jahren. Mein ganzer Körper zitterte und brannte vor Schmerzen. Meine Schwester war das letzte Stück Familie gewesen, was mir geblieben war. Wieso musste ich sie auch noch verlieren? Warum lebte ich und sie nicht? Es war so unfair.
"Hey, was ist los?" vernahm ich schwach Zisilas Stimme, die mir mittlerweile gegenüber saß. Ich wollte ihr so viel sagen, aber ich bekam kaum Luft. Mein Herz raste förmlich und meine Atemzüge wurden immer schneller. Würde ich mir jemals verzeihen können? Würde ich jemals Frieden finden? Ich konnte so nicht weiter leben.
Zisila nahm währenddessen meine Hände in ihre, drückte sie tröstend und forderte mich mehrmals auf sie anzusehen. Irgendwann schaffte ich es schließlich. Ich hob meinen Kopf und sah ihr direkt in die Augen.
"Revan, du musst atmen. Ein und aus. Ein und aus." Mehrere Male wiederholte sie ihre Worte, bis ich es langsam aber sicher schaffte mich an ihren Rhythmus anzupassen. Ich konzentrierte mich nur auf sie und ihre Atmung und füllte meine Lungen mit Luft. Mein Herzschlag wurde gleichmäßiger, das Taubheitsgefühl in meinen Händen ließ nach. Aber der Schmerz war nach wie vor da.
"Ich möchte mich nicht mehr so fühlen. Hilf mir, bitte!"
"Shhh, ich bin hier. Ich bin hier. Alles wird gut" flüsterte Zisila sanft. Sie schlang ihre Arme um mich, strich mit ihrer Hand liebevoll über mein Haar und meinen Rücken. Sie gab mir Halt, während ich so lange weinte, bis keine Tränen mehr übrig waren.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
