Kapitel 7 - Rettung in letzter Sekunde

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Rey

Als Schüsse und Schreie an meine Ohren drangen, schlug ich sofort meine Augen auf. War das etwa...
Meine Vermutung wurde bestätigt, als die Tür meiner Zelle sich öffnete und mein bester Freund vor mir stand.
"Finn!" Ich warf mich überglücklich in seine Arme. Wie sehr hatte ich ihn und die anderen vermisst.
"Ich freue mich auch dich zu sehen, aber wir müssen jetzt wirklich los." unterbrach er unsere innige Umarmung und zog mich an meiner Hand auf einen Gang von vielen.
"Den könntest du brauchen. Folge mir einfach." sagte er und lief, nachdem er mir meinen Blaster in die Hand gedrückt hatte, voraus. Schon von weitem hörte ich die Schüsse und hielt den Blaster noch fester in meiner Hand, dicht vor mir. Jederzeit bereit dazu ab zudrücken, sollte sich mir ein Sturmtruppler in den Weg stellen.
Mittlerweile waren wir schon auf dem großen Landeplatz des Kreuzers angekommen, mitten im Chaos. Überall sah ich die Truppen der Ersten Ordnung gegen Leute vom Widerstand kämpfen.
"Rey, pass auf!" schrie Finn plötzlich und zog mich nach unten auf den Boden. Gerade rechtzeitig wie ich feststellen musste, denn hinter mir schlug ein Blasterstrahl in die Wand ein. Ich hielt mich dicht hinter meinem besten Freund, schoss hier und da ein paar Mal auf weiße Rüstungen. Wie gerne hätte ich jetzt mein Lichtschwert gehabt, doch seit dem Kampf im Trohnsaal von Snoke war es in zwei Hälften zerteilt und ich wusste immer noch nicht, wie ich es wieder zusammensetzen sollte.
Noch bevor wir den Falken allerdings überhaupt erreicht hatten, spürte ich bereits, dass wir hier nicht nur mit einfachen Sturmtruppen allein waren. Ich musste nicht lange meine Augen über die Plattform schweifen lassen, seine schwarzen Locken und sein rotes Lichtschwert stachen gerade zu aus der Menge heraus. Doch er war nicht allein gekommen. Fünf maskierte Gestalten begleiteten ihn. Den einen konnte ich als Revan identifizieren, welcher mich überhaupt erst hierher gebracht hatte. Bens Begleiter führten jedoch, anders als ich es vermutet hatte, keine Lichtschwerter, sondern Äxte, Dolche und Speere, mit denen sie auf ihre Gegner ein stachen.
Ich wandte den Blick wieder von ihnen ab, als ich merkte, dass er mich ansah. Und wie so oft konnte ich nicht anders, als ihm ebenfalls in die Augen zu schauen. Jedes Mal aufs neue las ich so viel an ihnen ab, wie auch in diesem Moment. Ich spürte nicht, wie Finn meine Hand nahm und mich weiter zum Falken zog. Das Einzige was ich wahrnahm, war das braune Augenpaar, das auf mich gerichtet war und eine Stimme, die mir in meinen Gedanken etwas zu flüsterte.

Geh! Beeile dich!

Als ich zurück in seine Augen sah, als ich in diesen die Wut, aber auch die Sorge sah, wusste ich von wem die Stimme war. Eigentlich hatte ich sie sofort erkannt. Warum half er mir, schon wieder?
"Rey verdammt! Wir müssen hier weg!" Finns energische Stimme brachte mich zurück in die Wirklichkeit. Erst jetzt fiel mir auf, dass Bens Begleiter langsam auf uns zu kamen. Planlos ließ ich mich von Finn weiter mit ziehen, hörte aber gleichzeitig ihre Schritte, die unseren immer näher kamen. Chewie rannte uns bereits von weitem entgegen und schoss mit seiner Armbrust auf unsere Verfolger. Anscheinend erfolgreich, denn die Schritte verlangsamten sich. Als ich jedoch die Rampe hinter Finn betreten wollte, musste ich einsehen, dass ich mich zu früh gefreut hatte. Eine unbekannte Kraft zog an mir und machte es mir unmöglich auch nur einen weiteren Schritt zu tun.
"Rey!" Finn sah mich panisch an und wusste nicht, was er tun sollte.

Widerstehe Rey! Ich kann dir nicht helfen!

Ich drehte mich um, sah und fühlte seine Verzweiflung in jeder Faser meines Körpers. Und schon wieder fragte ich mich, warum er mir eigentlich überhaupt helfen wollte. War ich nicht sein größter und er mein größter Feind?
Doch ich hatte jetzt keine Zeit darüber nachzudenken, vor allem da auch Chewie langsam die Kraft auszugehen schien. Langsam schloss ich meine Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Ich versuchte meine Gedanken zu fokussieren, so wie Luke es mir auf Ahch-To beigebracht hatte. Und da bemerkte ich auch schon eine dunkle Kraft die nach mir zerrte. Sie kam immer näher und näher. Angestrengt versuchte ich mir mein Umfeld genau vorzustellen. Hinter mir spürte ich die Präsenz des Falken, neben mir Finns vertraute Gestalt, vor mir Ben und seine Begleiter. Bei einem spürte ich besonders die von ihm ausgehende dunkle Kraft. Langsam zeichneten sich vor mir die Umrisse seiner maskierten Gestalt ab und mein Arm streckte sich immer mehr der Dunkelheit entgegen.
'Wer bist du?' schrie ich immer und immer wieder in die Dunkelheit. Einzig und allein ein teuflisches Lachen bekam ich als Antwort. In dem Moment wo meine Hand die dunkle Hand berührte, durchfloss mich eine nie da gewesene Kraft, die nicht allein von mir stammen konnte. Sie verjagte die Schatten um mich herum und tauchte meine Umgebung in weißes Licht. Meine Augen öffneten sich wie von selbst und schauten zu der Person die mir geholfen hatte. Ben. Schon wieder. Die Zeit schien einen Moment still zu stehen, in der ich seine gesamte Kraft in mir aufnahm. Überall, in jeder einzelnen Ader meines Körpers breitete sich eine unglaubliche Wärme aus und riss den letzten Faden der dunklen Macht ab, der an mir zog. Sofort ergriff ich Finns Hand und folgte ihm in den Falken. Nachdem auch Chewie sicher zu uns gestoßen war, schloss mein bester Freund die Luke und ich setzte mich neben Chewie auf einen der Pilotensessel. Als wir uns schon in der Luft befanden, ließ ich noch einmal meine Augen auf das Schlachtfeld hinter uns schweifen. Ich fokussierte ein weiteres Mal meine Gedanken und nahm in all dem Chaos und der Zerstörung seine Präsenz wahr.

Danke

Es war nur ein Flüstern, nur ein einziges Wort, doch ich war mir sicher das er es gehört hatte.

Kylo

Danke

Ich nahm das Wort auf, nahm ihre Stimme auf und versuchte zu verdrängen, dass ich sie wahrscheinlich nicht so schnell wieder sehen würde. Doch sie fürs erste in Sicherheit zu wissen beruhigte mich mehr, als alles andere.
"Verdammt." Revans Fluchen neben mir und Tiron der ebenfalls niedergeschlagen zu uns stieß, ließen meine Augen über das Schlachtfeld streifen. Überall lagen tote Sturmtruppler, viele waren schwer verletzt. Außerdem wurde mindestens eine Staffel unserer besten TIE-Fighter zerstört.
"Revan, sammele die anderen ein und wartet im Trohnsaal." Eine Eigenschaft von Revan war es, wie auch jetzt, meine Befehle sofort und genau zu befolgen. Deswegen schätzte ich ihn mehr, als alle anderen. Ich würde ihm mit großer Wahrscheinlichkeit sogar mein Leben anvertrauen. Er war nicht nur ein Ritter von Ren, er war mein bester Freund und der Erste gewesen, der sich mir in der alles entscheidenden Nacht, angeschlossen hatte.
"General Hux?" sprach ich in meinen Komlink und konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen. Wie immer überließ ich ihm die Drecksarbeit und er war wehrlos dagegen.
"Ja, Oberster Anführer?"
"Bitte kommen sie sofort auf die Ebene 0, Landeplatz eins, hier müssen Sturmtruppen versorgt und weg gebracht werden. Außerdem brauchen wir eine neue Staffel TIE-Fighter." sagte ich und wollte meinen Komlink schon wieder abstellen, als Hux mal wieder zu jammern anfing. Warum konnte er nicht einmal das tun was ich wollte? Der einzige Grund dafür, dass ich ihn noch nicht raus geschmissen hatte, war das er die Armee um einiges besser kannte, als ich oder irgendjemand anderes.
"Oberster Anführer, das dauert aber seine Zeit. Wir haben nicht genug Truppen, um eine neue Staffel bereit zu stellen wir-"
"Hux!" fiel ich ihm ins Wort und ließ bewusst die Anrede General weg. Etwas was der dürre Mann mit den orangen Haaren mehr als alles andere hasste war, wenn man ihn wie als einen von vielen behandelte.
"Der Widerstand schläft nicht, also lassen sie sich gefälligst etwas einfallen! Oder sind sie noch unbrauchbarer, als ich gedacht habe?" Zufrieden schaltete ich meinen Komlink ab, als von der anderen Seite nichts mehr kam.

"Meister, wie konnte diese kaum ausgebildete Jedi mich besiegen? Mich?" Kaum hatte ich den Trohnsaal betreten, war Tiron als erster zu mir geeilt und durchlöcherte mich mit seinen Fragen.
"Ich habe auch keine Ahnung Tiron, aber es ist nun mal passiert und daran sollten wir uns jetzt nicht aufhalten." Wütend drehte er sich von mir weg und verließ den Raum. Tiron war schon immer sehr eigenwillig gewesen und ich hatte von Anfang an das Gefühl gehabt, dass er mir eher widerwillig gefolgt war. Was hätte ich ihm sagen sollen? Das ich dafür verantwortlich war, dass Rey entkommen war? Das ich derjenige war der ihr geholfen hatte?
"Soll ich ihm hinterher-"
"Lass gut sein, Revan!" Was kümmerte mich Tiron? Der würde schon irgendwann wieder zur Vernunft kommen. Es gab viel wichtigere Dinge, die besprochen werden mussten. Viel zu Lange hatten wir dem Gegner eine Pause gegeben.
"Der Widerstand ist nicht nur von dieser einen Jedi abhängig, sie sind gerade dabei sich neu zu formieren. Kiera was haben deine Untersuchungen auf Kuat ergeben?" wendete ich mich dem einzigen weiblichen Mitglied in unserer Runde zu. Man machte oft den Fehler und unterschätzte sie. Völlig zu Unrecht. Sie war am längsten bei Luke in die Lehre gegangen, konnte nicht nur fantastisch mit ihrem Speer umgehen, sondern auch Blitze aus ihren Händen hervor rufen. Um diese Kunst beneideten wir sie insgeheim alle.
"Ich habe mehrere Lager mit Teilen für Schiffe gesichtet, außerdem geht das Gerücht um das der Widerstand sich gerade Hilfe aus Coruscant holt, wohl von einem alten Rebell, der schon bei der Zerstörung des Imperiums dabei gewesen ist."
"Wer?" fragte ich und schaute sie mit meiner vollen Aufmerksamkeit an.
"Sagt dir der Name Lando Calrissian etwas?"
Leider ja dachte ich. Und leider weckte dieser Namen Erinnerungen in mir, die ich eigentlich für immer vergessen wollte.

His Light in the DarknessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt