Rey
Als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten, die einen neuen Tag ankündigten, standen Ben und ich bereits im Garten der Villa vor seinem Schiff. Noch vor der Morgendämmerung hatte Revan ihn kontaktiert wegen eines Meetings, bei dem seine Anwesenheit unverzichtbar war.
"Hast du alles?" fragte ich ihn bestimmt schon zum fünften Mal. Ben bejahte meine Frage wie die Male davor und zog mich an sich. Ich wollte, dass die Umarmung kein Ende fand. Dass ich für immer seinen Geruch einatmen konnte. Mir war es noch nie so schwer gefallen ihn gehen zu lassen.
"Rey, ich muss jetzt wirklich los. Glaub mir, ich würde viel lieber bei dir bleiben." Ben wusste natürlich, dass ich mit meiner Fragerei nur Zeit schinden wollte. Wann würden wir uns wiedersehen? Würden wir es jemals? Oder bekam ich in ein paar Stunden die Nachricht, dass er vom Widerstand getötet worden war? Ich zweifelte nicht daran, dass Ben gut auf sich aufpassen konnte, aber er wurde erst bei dem letzten Angriff verletzt. Und wenn er nicht als einer der Ersten die Kommandozentrale verlassen hätte, wäre er womöglich...nein, daran sollte ich nicht denken. Selbstverständlich konnten wir uns weiterhin durch unsere Verbindung treffen, aber eine reale Begegnung war bei weitem schöner. Ben wollte sich schon lösen, aber ich krallte mich an seinem Umhang fest. Ich wusste, dass ich ihn gehen lassen musste, wenn ich wollte, dass von unserem Geheimnis niemand erfuhr. Finn würde nämlich auch bald hier in der Nähe auftauchen, um mich zurück zum Widerstand zu bringen. Aber ich konnte es einfach nicht. Allein der Gedanken ohne ihn zu sein und wieder so tun zu müssen, als wären wir Feinde, zerriss mich.
"Bitte. Nur noch für einen kurzen Moment." Ben schien abzuwägen, nickte dann aber zustimmend und drückte mich noch fester an sich. Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust und lauschte dem morgendlichen Gesang der Vögel. Mein Freund hatte seinen Kopf auf den meinen gestützt, den Blick in die Ferne gerichtet. Auch er würde Naboo erstmal für eine längere Zeit nicht zu Gesicht bekommen.
"Wir werden uns wiedersehen. Ich verspreche es." murmelte er und drückte mir einen Kuss auf die Stirn. Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich mich langsam von ihm löste. Es hatte keinen Sinn den Abschied weiter hinaus zu zögern. Es wurde mit jeder vergangenen Minute nur noch schwerer und schmerzhafter für mich. Hand in Hand gingen wir zusammen die letzten Meter bis zur Rampe seines Schiffes.
"Bist du dir sicher, dass dieser Finn den Ort findet, den du ihm übermittelt hast?" Ben machte sich mindestens genauso viele Sorgen um mich, wie ich mir um ihn.
"Ja, er wird bald hier eintreffen." versicherte ich meinem Gegenüber.
"Dann sollte ich mich wohl mal auf den Weg machen. Hux und die anderen Offiziere warten bestimmt schon sehnsüchtig auf mich."
"Irgendwann werde ich Hux dafür bezahlen lassen, dass er mir meinen Freund einfach so wegnimmt." scherzte ich. Es war das erste Mal, dass ich ihn so bezeichnete. Auch Ben bemerkte das, denn er grinste mich an und sagte:
"Dann bin ich mal gespannt, was sich meine Freundin einfallen lässt." Das Wort Freundin betonte er extra und schloss endgültig die Lücke zwischen uns. Nach einem leidenschaftlichen Kuss, der viel zu schnell vorüber war, blieb mir nichts anderes übrig, als dabei zu zu sehen, wie Ben sein Schiff betrat. Wir tauschten noch einen letzten, langen, sehnsüchtigen Blick aus, bevor sich die Luke vor meinen Augen schloss. Kaum hatte die Maschine die Atmosphäre des Planeten verlassen, trat eine neue in diese ein. Eine, die ich und jeder andere in der Galaxis sofort erkannte: Der Millennium Falke.
Hux
Ein letztes Mal strich ich meine perfekt sitzende Uniform glatt und setzte ein selbstgefälliges Lächeln auf, bevor sich die Tür zum Konferenzraum mit einem Zischen öffnete. Sobald ich die Nachricht erhalten hatte, dass Ren endlich von seinem kleinen Ausflug zurückgekehrt war, hatte ich mich auf direkten Weg zu dem von mir einberufenen Meeting gemacht. Ich wollte gar nicht wissen, wo sich dieser Nichtsnutz von Anführer schon wieder herum getrieben hatte. Aber das würde ja zum Glück bald ein Ende haben und dann würden sie alle erkennen, dass der Erfolg der Ersten Ordnung allein mir zu zuschreiben war. Ich hoffte nur bitter für diesen Ritter Tiron, dass er mir heute bessere Nachrichten überbringen konnte. Meine Geduld neigte sich nämlich langsam aber sicher dem Ende zu.
"Ich danke Ihnen allen, dass Sie sich so schnell hier eingefunden haben." Wie erwartet blickte ich in motivationslose Gesichter, was wohl dem Alter der meisten Offiziere zu schulden war. Sie waren nun wirklich nicht mehr die Jüngsten. Wenn ich erstmal der Oberste Anführer war, dann würde ich diese Positionen komplett neu besetzen lassen. Und dann gab es da noch Kylo Ren und sein Pack von Rittern, die entweder gelangweilt aus dem Fenster starrten oder sich miteinander unterhielten. Meine Hände streiften kurz meinen Blaster, als ich meine Arme hinter meinem Rücken verschränkte und am liebsten hätte ich ihn genommen und ein paar dieser Unfähigen beseitigt. Aber das brachte mich und mein Vorhaben bedauerlicherweise kein Stück weiter.
"Ich freue mich besonders Sie wiederzusehen, Oberster Anführer. Kurzzeitig haben wir schon das Schlimmste befürchtet." wandte ich mich an den Sohn Organas, der mich nur abschätzig musterte. Eines Tages mein Lieber wirst du es bereuen mich unterschätzt zu haben dachte ich mir genau in diesem Moment.
"Ich denke Revan hat mich in dieser Zeit hervorragend vertreten. Wie ich hörte sind Sie nun wieder General unserer Armee?" hakte mein Gegenüber herausfordernd nach. In der Tat hatte ich es Rens engsten Berater zu verdanken, dass ich wieder meinen alten Posten zurück bekommen hatte. Wenigstens er war so schlau, mein wahres Potential zu erkennen und sich nicht mit mir anzulegen. Trotzdem würde er gemeinsam mit den anderen untergehen.
"Das ist richtig, Sir." beantwortete ich ihm seine Frage ruhig und genoss es zu sehen, wie er versuchte seine Wut zurück zu halten. Uns beiden war bewusst, dass er mich nun nicht mehr einfach so entlassen konnte, wie beim letzten Mal. Nur dank meinem Verdienst stand unsere Basis überhaupt noch und sobald dieses Meeting vorüber war, würde sich erst recht niemand mehr trauen mich zu degradieren. Das hatte ich ja mal wieder perfekt hingekriegt.
"General Hux, wieso haben Sie dieses Meeting einberufen?" mischte sich General Quinn in das Gespräch ein. Quinn war alt genug, um in den Tagen des Imperiums als Junioroffizier gedient zu haben und genoss aufgrund dessen ein hohes Ansehen. Ihn von meinem Vorhaben zu überzeugen stellte die Meisterdisziplin dar.
"Eine sehr berechtigte Frage, General. Vor ein paar Tagen hat unsere Flotte ein Signal aus den unbekannten Regionen registriert." antwortete ich ihm, während ich zu meinem Platz, an der linken Seite des Tisches schritt. Es konnte kein Zufall sein, dass ich direkt neben einem von Rens Handlangern saß. Er versuchte mich wirklich mit allen Mitteln zu provozieren.
"Aus den unbekannten Regionen?" Quinn konnte die Verwunderung in seiner Stimme nicht verbergen und auch die anderen Offiziere schienen hellhörig geworden zu sein. Seit der Zerstörung der Starkiller Basis hatte sich die Erste Ordnung komplett aus diesem Planetensystem zurückgezogen. Ich wusste genau, dass jeder Einzelne hier im Raum mich für das Versagen der Basis verantwortlich machte. Doch diese Schmach würde bald vergessen sein, wenn mein ausgeklügelter Plan funktionierte.
"Sie haben richtig gehört. Das Signal kam vom Planeten Csilla und enthielt diese Botschaft." Ich betätigte paar Knöpfe an dem Tisch, sobald ich mich auf meinem Platz niedergelassen hatte. Ein Hologramm bildete sich in der Mitte der metallischen Platte und eine Stimme erklang.
"General Hux, ich verstehe kein Wort." sprach Kylo Ren verärgert, der sich nicht mal ein paar Sekunden gedulden konnte. Er war wirklich noch ein unbeholfenes Kind. Unglaublich, dass die anderen so jemanden in ihren Reihen akzeptierten.
"Ich habe natürlich alles sofort übersetzen lassen, Oberster Anführer. Auch ich spreche kein Cheunh." Zufrieden vernahm ich die mechanische Stimme des Roboters, die nun nach dem Ende der Nachricht, alles Wort für Wort übersetzte.
"Oberster Anführer Kylo Ren, General Poe Dameron, erlaubt mir mich vorzustellen: Mein Name ist Zurco otuk reru. Als Anführer der Chiss ersuche ich Euch um eure Hilfe. Unsere Heimat Csilla ist einer furchtbaren Seuche zum Opfer gefallen, die droht jegliches Leben zu vernichten. Ich weiß, dass Eure beiden Organisationen, sowohl der Widerstand, als auch die Erste Ordnung, die Mächtigsten in der Galaxis sind. Mit Eurer Hilfe haben wir vielleicht eine Chance, das Leben vieler tausend Unschuldiger zu retten. In Zeiten des Krieges, ist es wichtig einen mächtigen Verbündeten an seiner Seite zu wissen. So gelobe ich demjenigen meine Treue zu schwören, der mir das beste Angebot unterbreitet. Ein Chis begleicht immer seine Schuld."
Wilde Diskussionen brachen im Raum aus, sobald der Roboter fertig war. Ren machte sich nicht mal die Mühe, das wieder unter Kontrolle zu bekommen und musste selbst erstmal die Nachricht verarbeiten. Das hieß, die ganze Arbeit blieb mal wieder an mir hängen.
"Ruhe!" schrie ich durch den Raum und augenblicklich wurde es still.
"Sie können gern Fragen stellen, aber bitte in einer angemessenen Lautstärke, verstanden?"
"General Hux, ich wüsste nicht wann ich Ihnen die Erlaubnis erteilt habe, meine Offiziere zu unterbrechen." ergriff Kylo Ren nun doch das Wort.
"Nun, einer muss doch hier für Ordnung sorgen." erwiderte ich kühl und Ren war kurz davor von seinem Stuhl zu springen. Lediglich zwei seiner Ritter hinderten ihn daran. Mir war das aber vollkommen egal, mein Interesse galt längst General Quinn, der eine ganze Reihe an Fragen parat hatte.
"Also hat der Widerstand auch diese Nachricht erhalten?"
"Davon müssen wir ausgehen." bejahte ich seine Frage.
"Das ist doch völliger Irrsinn. Wir sind nicht auf die Hilfe dieser...Wesen angewiesen. Wer weiß womit wir es auf diesem Planeten zu tun haben!"
"Ich stimme Quinn zu. Wir sollten uns lieber auf unser Vorhaben konzentrieren." schaltete sich jetzt auch noch General Parnadee ein. Ich musste das sofort unterbinden, bevor noch mehr Offiziere für Quinn Partei ergriffen.
"Sie scheinen zu vergessen, dass die Chiss eine der besten Armeen besitzen. Ihre Truppen werden hervorragend ausgebildet und haben sich schon in vielen Kriegen bewiesen. Denken Sie an Großadmiral Thrawn." Natürlich kannten nur wenige die Geschichte, die sich hinter dem Namen Thrawn verbarg. Lediglich Quinn schien sie bekannt zu sein, aber etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.
"Er war nichts weiter als ein Großadmiral des Galaktischen Imperiums." Anscheinend hatte ich mal wieder zu voreilig geurteilt. Quinn war ein größerer Narr als ich angenommen hatte. Es war wirklich bedauerlich zu sehen, wie wenig Wissen die Anwesenden hier im Raum besaßen. So etwas hätte es in der Zeit von Brendol Hux nie gegeben und es war meine persönliche Aufgabe diesen misslichen Zustand zu ändern. Aber dafür musste ich mich erstmal selbst an die Spitze bringen.
"Wirklich General? Ich habe gelesen, dass er ein taktisches Genie war. Indem er seine Feinde mit seinem Intellekt ausnutzte errang er entscheidende Siege und dadurch auch den Posten des einzigen Chiss Offiziers des Imperiums." Quinn lehnte sich sichtlich bedröpelt in seinem Stuhl zurück. Innerlich klopfte ich mir für diesen Sieg anerkennend auf die Schulter bevor ich mit einem warnenden Unterton fortfuhr.
"Großadmiral Thrawn ist also das beste Beispiel dafür, dass wir die Chiss nicht unterschätzen sollten. Wollen Sie wirklich riskieren, dass diese mächtige Armee in die Hände des Widerstands fällt? Oder noch schlimmer: Dass die Chiss als dritte, unabhängige Partei in diesen Krieg eintreten?"
"Ich dachte ihr Planet ist von einer Seuche befallen." Kylo Ren hob seine Augenbrauen. Seine ganze Haltung sprühte nur so von Überheblichkeit, wie er da lässig zurückgelehnt in seinem Sessel saß. Früher oder später würde ihm seine Arroganz schon noch das Genick brechen, genauso wie Snoke.
"Bis jetzt haben wir keinerlei Beweise dafür. Es könnte sich auch um einen billigen Trick handeln." warf ich eine meiner Vermutungen in den Raum.
"Was schlagen Sie vor?" Natürlich redete er mich nicht mit General an. Ein weiterer Versuch mich zu provozieren und dann auch noch so durchschaubar.
"Sie sollten dem Anführer Zurco otuk reru einen Besuch abstatten. So finden wir heraus mit was wir es zu tun haben und gewinnen bestenfalls einen mächtigen Verbündeten." Die anderen Offiziere nickten zustimmend und schauten abwartend zu unserem Anführer. Nun hatte Ren sowieso keine Wahl mehr.
"Also schön. Machen Sie drei unserer besten Schiffe und mein Kommandoshuttle bereit. Wir reisen Morgen früh ab." Mit diesen Worten zog sich der schwarzhaarige Mann zurück, gefolgt von seinem Stellvertreter der mit schnellen Schritten zu ihm aufschloss. Auch die anderen Offiziere und Ritter erhoben sich und kehrten zu ihren Posten zurück. Lediglich Tiron Ren blieb im Raum zurück was mir sehr gelegen kam. Wir beide achteten streng darauf, dass Niemand von unseren Treffen Wind bekam oder Verdacht schöpfte. Doch zu unserem Glück wirkte Kylo Ren momentan sowieso sehr ablenkt.
"Ich hoffe Sie können mir heute zur Abwechslung mal erfreuliche Nachrichten überbringen." wandte ich mich an meinen geheimen Verbündeten, der mir mal wieder drohte den letzten Nerv zu rauben. Der Ritter verschränkte seine Beine, die er auf dem Tisch abgelegt hatte, mit einer Selbstverständlichkeit, als würde ihm dieses Schiff gehören. Es war sein Glück, dass ich ihn noch brauchte. Ansonsten hätte ich ihn mir spätestens jetzt vom Hals geschafft.
"Das kann ich in der Tat, Armitage." Gelangweilt sah er sich im Raum um, das tat er bei jeder unserer Konversationen. Ich fragte mich was er sich davon erhoffte, aber wahrscheinlich war der einzige Sinn dahinter, seinem Gegenüber nicht seine Aufmerksamkeit schenken zu müssen. Ren und seine Ritter übertrafen sich förmlich vor Arroganz.
"Ja?"
"Sie können sich glücklich schätzen Ihren Posten wiederzuhaben, General. Revan war schon immer ein Trottel." gluckste er und ignorierte meine Frage geflissentlich.
"Was sind nun diese bahnbrechenden Neuigkeiten?" unterbrach ich ihn scharf. Auch mein Geduldsfaden war irgendwann am Ende. Den ganzen Tag war ich von nichts weiter als Idioten umzingelt.
"Ach ja richtig." tat er grinsend so, als würde er sich daran erinnern, dass ich auch noch da war.
Dann gab er mir endlich die Antwort auf welche ich schon so lange wartete.
"Die Teile der Supremacy wurden gefunden."
"Das sind wirklich außerordentlich gute Neuigkeiten." bedankte ich mich. Nicht mehr lange Ren. Nicht mehr lange und ich erledige dich, deine Ritter und alles was dir lieb ist dachte ich mir zufrieden lächelnd.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
