Rey
Dunkelheit empfing mich, als ich langsam meine Augen aufschlug und versuchte mich zu orientieren. Wo war ich und was war passiert? In meinem Kopf hämmerte es fürchterlich.
"Das wird ja mal Zeit." Das Pochen wurde stärker, als ich mich gezwungenermaßen umdrehen musste. Zu sehr mit mir selbst beschäftigt, hatte ich gar nicht bemerkt, dass ich nicht alleine war. Die Person war genauso dunkel, wie der Raum. Fast hätte ich gedacht, dass Kylo Ren vor mir stand, doch von der mir vertrauten roten, massiven Klinge fehlte jede Spur. Nur schwach konnte ich dafür eine aufblitzende Axt in den Händen meines Gegenübers erkennen.
"Wer bist du?" zischte ich wütend und suchte gleichzeitig mit meinen Augen den Raum ab. Hier musste es doch irgendetwas geben, womit ich mich verteidigen konnte.
"Ich glaube, dass ist dein geringstes Problem, Schrottsammlerin." Die Maske verbarg seine Abneigung keineswegs.
"Ach und deshalb hast du mich mit einer Axt angegriffen? Wo ich doch nur eine Schrottsammlerin bin?" So leicht würde ich mich nicht unterkriegen lassen.
"Du hast ihn umgebracht! Den Obersten Anführer!" Rein aus einem Reflex heraus duckte sich mein Körper rechtzeitig weg, als die Rasiermesser scharfe Klinge nur wenige Meter an mir vorbei zischte. Er hatte also mir die Schuld für seine Tat zugeschoben. Bis heute war mir unklar, was ihn dazu veranlasst hatte es zu tun. Warum hatte er seinen Meister getötet, wenn er sich gleich danach selbst zum Anführer ernannt hatte? War ich einfach nur das bis dahin fehlende Puzzle Teil gewesen, um seine Gier nach Macht zu befriedigen?
Meine Augen hatten sich mittlerweile an das dämmrige Licht gewöhnt und erst jetzt bemerkte ich, wie bedrohliche nahe mir die Gestalt war.
"Wenn es nach mir oder General Hux ginge, wärst du schon lange nicht mehr am Leben. Doch bedauerlicherweise ist Kylo Ren der Oberste Anführer und entscheidet was zu tun ist."
"Wer bist du?" wiederholte ich meine Frage. Im Gegensatz zu der Maske von Kylo Ren, war seine wesentlich einfacherer und helmartiger gehalten. Was der Verzerrung seines höhnischen Lachens aber nicht den geringsten Abbruch tat.
"Du lässt auch nicht locker was? Da es dich so brennend interessiert: Revan, Mitglied der Ritter von Ren."
Die Ritter von Ren waren die anderen Schüler von Luke, die sich wie sein Neffe der dunklen Seite angeschlossen hatten. Keine wirklich rosigen Aussichten.
"Und wo sind wir?" fragte ich weiter.
"Oh ich kann dir gratulieren. Du bist eine der ersten Gefangenen in unserer neuen Basis auf Hoth." antwortete er mir stolz auf meine Frage. Ich seufzte innerlich. Von Hoth aus ein Signal zum Widerstand zu senden, war zwecklos. Der Planet war einfach zu abgeschnitten vom restlichen System und deshalb war die Chance, dass die anderen mein Signal empfangen würden, ziemlich gering.
"Und wie war es?" Die Verwirrung musste mir im Gesicht gestanden haben, denn er setzte nach:
"Wie hat es sich angefühlt, den mächtigsten Machtnutzer in der Galaxis auszuschalten? Vielleicht sollte ich mal an dir selbst ausprobieren wie-"
"Das reicht, Revan!" kam es plötzlich von der Tür. Diese Stimme würde ich überall erkennen. Meine Vermutung wurde bestätigt, als Ben zu uns trat.
"Ich kümmere mich um sie, keine Sorge." Damit schickte er seine Vorhut weg. Ich hatte mir noch keine Gedanken gemacht, wie ich mich bei einem erneuten Aufeinander treffen verhalten sollte. Jetzt hätte ich mich gerne für mein gedankenloses Handeln selbst geohrfeigt, denn es war natürlich naiv gewesen zu denken, dass wir uns nie wieder begegnen würden.
"Ich wusste gar nicht, dass du neuerdings ein paar Gehilfen hast." unterbrach ich die Stille und stand mutig wie ich war auf. Ich hatte es satt, für jeden angreifbar auf dem Boden herum zu sitzen.
"Tja, auch ein Oberster Anführer schafft nicht alles alleine." antwortete er mir amüsiert, wurde aber gleich darauf wieder ernst.
"Du bist nicht ohne Grund hier Rey." sagte er und richtete, wie bei unserer ersten Begegnung, seine Hand auf mich. Das was jetzt kam kannte ich bereits und ich versuchte mich dagegen zu wehren. Doch auch dieses Mal verlor ich die Kontrolle über meinen Körper. Ich stand wie eingefroren vor ihm und war nicht in der Lage auch nur eine Bewegung zu tun.
"Ich werde den Widerstand endgültig auslöschen und du wirst mir dabei helfen. Sie bauen auf dich, du bist ein wichtiges Mitglied." Ich musste an Poe, Finn und all die anderen denken die ich zurück gelassen hatte. Bestimmt waren sie schon längst auf der Suche nach mir.
"Und nun wirst du mir zeigen, wo sich der Widerstand aufhält." sagte er und ein unfassbarer Schmerz breitete sich in meinem Kopf aus. Wir spielten das alte Spiel ein weiteres Mal. Und ich hatte einmal ernsthaft daran geglaubt, dass er sich ändern könnte. Noch an Leias Sterbebett hatte ich es zugegeben und doch wurde mein Glaube an das Gute von Sekunde zu Sekunde unseres Zusammentreffens schwächer.
"Niemals!" antwortete ich und versuchte mich zu konzentrieren. Ich hatte es schon einmal geschafft das Blatt zu wenden und in seine Gedanken einzudringen. Und auch dieses Mal schossen mir die einzelnen Wortfetzen geradezu entgegen, als ich die unsichtbare Barriere zwischen uns überwand.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
