Revan
Ich wartete jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit auf Ben. Eigentlich hätte ich es spätestens bei dem Blick, welchen die beiden sich vorhin zugeworfen hatten, wissen müssen. Ich konnte mir schon denken, was sie da gerade in der Gasse, ein paar Meter von mir entfernt, trieben. Es war nicht so, dass ich meinem besten Freund sein Glück nicht gönnte. Ganz im Gegenteil, aber das hier war der letzte Ort für sowas. Mir waren diese blauhäutigen Wesen nicht geheuer. Sie waren gefühlskalt, hinterlistig, berechnend und...ein lautes Schluchzen durchschnitt die eisige Stille. Weinte da jemand? Ich sah mich nach allen Seiten um und versuchte heraus zu finden, woher das Geräusch kam. Da war es schon wieder. Es musste aus einer Nebengasse kommen. Ich suchte mehrere Straßen ab, bis ich den klagenden Lauten ganz nahe war. Und als ich um die nächste Häuserecke bog, erblickte ich den Ursprung. Zusammen gesunken saß sie da, die Knie nah an den Körper gezogen. Ihre langen, schwarzen Haare bildeten einen schützenden Fächer um ihr Gesicht, welches sie tief in den Händen vergraben hatte. Ich war unsicher, was ich als nächstes tun sollte. Doch sie nahm mir diese Entscheidung ab, als sie erschrocken aufblickte. Leise schien ich nicht gerade gewesen zu sein.
"Ist alles in Ordnung?" fragte ich vorsichtig, mit einem Blick auf ihr tränenüberströmtes Gesicht.
"Ch'pae ch'itt'suvrecah!" Sie wischte sich schnell ihre Tränen ab und rappelte sich auf. Behutsam ging ich auf sie zu.
"Ch'ah told vah ch'atch'pae ch'itt'suvrecah!" schrie sie erneut mit brüchiger Stimme und stapfte davon. Aber so schnell würde sie mich nicht loswerden.
"Du musst nicht so tun. Ich weiß, dass du unsere Sprache sprichst." Ich griff nach ihrem Handgelenk, sobald ich sie eingeholt hatte. Sie zuckte bei der Berührung merklich zusammen. In einem Versuch sich aus meinem Griff zu befreien wirbelte sie zu mir herum.
"Du hast doch längst gewonnen. Jetzt lass mich los!" zischte sie und ihre roten Augen funkelten mich wütend an.
"Gewonnen?" Verwirrt starrte ich sie an und umfasste ihr Handgelenk nur noch stärker.
"Jetzt tue doch nicht so. Du weißt genau was ich meine!"
"Ehrlich gesagt: Nein. Ich wollte dir nur helfen." erwiderte ich mit ruhiger Stimme und ließ sie langsam los. Wem nicht geholfen werden wollte, dem sollte man auch nicht hinterher rennen. Wieso tat ich das eigentlich immer?
Die Chis schien die Sprache verloren zu haben. Unschlüssig schaute sie zwischen mir und der leeren Straße hinter ihr hin und her. Wahrscheinlich wägte sie gerade ihre beiden Möglichkeiten ab. Entweder abzuhauen oder dem Unbekannten wenigstens eine Erklärung zugeben. Sie entschied sich zu meiner Verwunderung für Möglichkeit zwei.
"Nur damit du es weißt: Dein blöder Anmachspruch zieht bei mir nicht." Mittlerweile hatte sie wieder jegliche Emotion aus ihrem Gesicht verbannt. Wahrscheinlich erhoffte sie sich davon, ich würde vergessen, was ich soeben gesehen hatte.Tief im Inneren wussten wir jedoch beide, dass es dafür längst zuspät war.
"Was? Ich habe nur-" setzte ich empört an, doch sie unterbrach mich sofort.
"Und bilde dir ja nichts darauf ein, dass du mich so gesehen hast. Das bleibt unter uns klar?"
"Klar" stammelte ich und sah schweigend dabei zu, wie sie sich von mir abwandte. Dann kam mir wieder in den Sinn, was ich soeben hatte erwidern wollen. Bevor sie mich mitten im Satz abgewürgt hatte. Schnell rannte ich ihr hinterher.
"Du bist eine richtige Klette, weißt du das?" stöhnte sie kopfschüttelnd, als ich ihr bei der nächsten Häuserecke den Weg abschnitt.
"Was für ein Anmachspruch, hm?" Ich stellte mich vor sie und verschränkte meine Arme vor meiner Brust.
"Du musst nicht so tun. Ich weiß, dass du unsere Sprache sprichst." äffte sie mich nach.
"So viele haben das schon versucht. Dachten ernsthaft, dass ich mich auf sowas einlasse. Chiss haben keine Gefühle, für nichts und niemanden."
"Achja? Und wieso hast du dann geweint?" Ihr blasser Gesichtsausdruck verriet mir, dass ich mitten ins Schwarze getroffen hatte. Sie packte mich am Arm und zog mich in die nächste Gasse. Sie besaß viel mehr Kraft als es den Anschein hatte.
"Du darfst es niemanden verraten. Schwöre es!" flehte sie verzweifelt. Ich bereute meine Aussage von eben sofort, als ich die neuen, glänzenden Tränen in ihren Augen erkannte, die sie mit aller Kraft versuchte zurück zu halten. Ihre Fassade fiel nun endgültig in sich zusammen.
"Ich schwöre es." sagte ich sofort und meinte jedes Wort ernst. Aber im Gegensatz zu ihr war für mich die Sache damit nicht beendet.
"Aber ich würde dir wirklich gern helfen." kam ich nochmal auf meine Aussage vor einpaar Minuten zurück.
"Du kannst mir nicht helfen." wehrte sie schniefend ein weiteres Mal ab.
"Vielleicht nicht. Aber ich bin ein guter Zuhörer." Meistens brauchte man nicht viel mehr als das. Sofort eine Lösung für sein Problem zu finden war beinahe unmöglich. Aber darüber zu reden, zu zu geben, dass man Hilfe brauchte, bildete den Anfang.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
