Kapitel 23 - Ich liebe dich

1.1K 26 79
                                        

Achtung:  In diesem Kapitel wird es einen Lemon geben. Wer sowas nicht lesen möchte, sollte am besten am Ende von Reys Sicht aufhören zu lesen. Ihr seid hiermit gewarnt!
Ich empfehle euch außerdem während Reys Sicht das Lied "Belong" von Cary Brothers anzuhören. Viel Spaß beim lesen! :)

Rey

Erst dachte ich, es würde sich um einen weiteren Moment handeln, in welchem wir durch die Macht verbunden waren. Doch es fehlte das altbekannte Gefühl.
"Was machst du auf Naboo?" Müsstest du nicht bei deinen Truppen sein, so kurz nach der Schlacht?" Ben schien wirklich hier zu sein. Er zuckte nur mit den Schultern.
"Dasselbe könnte ich dich fragen." 
"Poe hielt es für den besten Ort, um den Sieg zu feiern." Damit ließ er sich aber natürlich nicht abspeisen.
"Nun, das erklärt aber nicht, warum du dich so weit weg von der Gruppe aufhältst. Außerdem ist dieser Garten so gut wie unauffindbar, weil er sehr versteckt liegt." erwiderte er. 
"Ich weiß nicht genau, wie ich hierher gekommen bin. Ich war auf einmal da." murmelte ich verwirrt. Hatte mich die Macht vielleicht bewusst hierhin geführt? Wollte sie, dass ich auf Ben traf? Plötzlich streckte er seine Hand nach mir aus.
"Komm doch mit auf die Terrasse weiter oben." bot er mir an und deutete auf das schöne, aber alte Haus hinter ihm.
"Das wird dir gefallen." Ohne zu zögern ergriff ich sie und ließ mich von ihm zu dem besagten Ort führen. Schon bald standen wir beiden an dem geschnörkelten Geländer aus Stein und schauten auf die Seen vor uns, in denen sich der Mond spiegelte.
"Wow" entfuhr es mir. So viel Wasser auf einmal zu sehen, war immer noch neu für mich nach der langen Zeit auf Jakku. Und bei Tageslicht war alles bestimmt noch viel schöner. Ich bemerkte, wie sich sich auf Ben Gesicht ein Lächeln bildete, als er meine Reaktion sah. Mit einem Mal war es jedoch still und ich sah wie Bens Hand nur wenige Meter vor meiner eigenen verweilte. Unsicher, ob ich seine Nähe ein weiteres Mal zulassen würde.
Erinnerst du dich noch an die Nacht vor ein paar Wochen? Die Nacht in welcher wir uns geküsst hatten. Sie war so unbeschreiblich schön gewesen und trotzdem hatten wir kein einziges Mal über das was passiert war gesprochen. Aber nach dem Gespräch mit Poe brauchte ich endlich Klarheit. Er wandte mir sein Gesicht zu.
"Ich könnte sie niemals vergessen." antwortete er mir und seine braunen Augen trafen auf meine. Würde er es nochmal tun? Seine Finger streichelten vorsichtig meinen Handrücken und alles in mir schrie danach ihm erneut nahe zu sein. Doch dann wandte er sich plötzlich ab und drehte mir seinen Rücken zu.
"Ben?" fragte ich vorsichtig.
"Ich kann das nicht Rey. Es ist nicht richtig. Ich werde dir nur weh tun." murmelte er niedergeschlagen und Entsetzen breitete sich in mir aus.
"Das stimmt nicht. Wie kommst du denn darauf?"
"Man sieht es doch schon jetzt. Du bist hier, weil der Angriff dich zu sehr mitgenommen hat. Weil du Mitleid mit dem Feind hast. Das geht nicht Rey." sagte er.
"Ich habe nicht Mitleid mit dem Feind...ich habe Mitleid mit dir Ben. Das ist etwas anderes." erklärte ich stockend.
"Und genau da liegt das Problem: Das darfst du nicht. Ich bin eben nun mal der, der ich bin und genauso verhält es sich mit dir. Die Ritter von Ren, Hux oder deine Freunde...wir wären schon längst tot oder schlimmeres, wenn sie heraus finden würden, was sich zwischen uns hier gerade abspielt."
"Es gibt immer einen Weg." versuchte ich ihn zu überzeugen und legte meine Hand behutsam auf seine Schulter. Doch er entfernte sich nur weiter von mir.
"Bitte, wirf das nicht alles weg." flehte ich und war den Tränen nah. Diese Distanz zwischen uns war unerträglich. Ich sehnte mich danach in seinen Armen zu liegen, ihm nahe zu sein, ihn zu berühren. Ich hielt diese einsamen Nächte nicht mehr länger aus, in denen ich entweder kein Auge zu bekam oder regelrecht von Albträumen geplagt wurde. Nur in den Nächten, wo er bei mir war, fand ich endlich Ruhe und er genauso. Das hatte ich begriffen, als es mir letzte Nacht nicht möglich gewesen war ihn durch die Macht zu erreichen. 
"Rey, ich kann nicht. Es ist besser für dich, wenn ich mich von dir fernhalte."
"Nein, da irrst du dich. Du tust mir mit deiner Entscheidung nur noch mehr weh." Die seelische Wunde in meinem Herzen, die mir meine Eltern zugefügt hatten, als sie mich verließen, riss gerade wieder auf, obwohl sie durch die Zeit mit Ben so gut verheilt war. Ich wusste nicht, wie ich das verkraften sollte, wenn er sich jetzt auch noch von mir abwandte. Verzweifelt musste ich dabei zu sehen, wie er sich in Bewegung setzte, seinen Blick starr auf das Schiff gerichtet, welches unmittelbar hinter dem Haus stand. Nein, bitte nicht!
"Ich liebe dich, Ben!" schluchzte ich und er hielt schlagartig inne. Er schien sichtlich mit sich zu ringen, bis er sich nach einer gefühlten Ewigkeit zu mir umdrehte. Ben schaute mich ungläubig an, seine Lippen waren vor Überraschung leicht geöffnet. Endlich hatte ich das ausgesprochen, was ich mir ewig nicht eingestehen wollte. Viel zu lange war ich vor meinen Gefühlen weg gelaufen. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte keinen einzigen Tag mehr weglaufen, denn ich musste es wissen. Ich musste wissen, ob er unserer Liebe eine Chance geben würde, falls er denn dasselbe empfand für mich, wie ich für ihn. Mir war bewusst, dass es schwierig werden würde. Unfassbar schwierig. Aber ich war bereit alles dafür zu tun, dass wir wenigstens eine Chance bekamen, egal wie klein sie sein mochte. Ben kam langsam auf mich zu. 
"Du...du liebst mich?" Er war noch nicht ganz bei mir angekommen und seine Stimme zitterte. Doch ich musste gar nicht alles hören, um ihn zu verstehen. Ich wusste, was er mich fragte. Seine Augen, die mich voller Zuneigung ansahen, waren Beweis genug. Sanft nahm Ben mein Gesicht in beide Hände. 
"Ich liebe dich." wiederholte ich meine Worte lächelnd unter Tränen und schloss die Augen, als er stürmisch seine Lippen auf meine presste. Und zum ersten Mal fühlte ich mich wirklich Zuhause. Nach diesen ganzen kräftezehrenden Wochen hatte ich endlich meinen Platz gefunden. Er war genau hier. In diesem Moment wusste ich es, noch ehe er es mir gestand. Langsam lösten wir uns. 
"Ich liebe dich auch, Rey." lachte Ben und lehnte seine Stirn an meine. Es war ein Lachen, was bei mir alle Dämme brechen ließ. Ich hatte ihn noch nie so unfassbar glücklich gesehen, wie in diesem Moment. 
"Ich weiß." Unfähig mein Glück in Worte zu fassen, vereinte ich ein weiteres Mal unsere Lippen und vergrub meine Finger in seinen weichen, vollen Locken. Es fühlte sich so an, als hätte mich jemand angezündet. Mein ganzer Körper stand in Flammen, als Ben mich bestimmend an das Geländer hinter mir drückte.
Wieso weinst du denn immer noch? hörte ich in meinem Kopf. Halb Sorge, halb Belustigung lag in seiner Stimme. 
Weil ich glücklich bin. Es warst von Anfang an du. antwortete ich und spürte seine Finger auf meinen Wangen, die die letzten Tränen weg wischten. Danach legte er seine starken Arme um mich und schloss die letzten Zentimeter zwischen uns. Immer schneller küssten wir uns und lösten uns nur, um kurz Luft zu holen. Irgendwann schlang ich meine Beine um seine Hüfte und Ben hob mich hoch, um mich ins Innere der Villa zu tragen. Während er Stufe um Stufe die Treppe hinauf schritt, bat seine Zunge um Einlass, dem ich ihm sofort gewährte. Wir kamen an wunderschön verzierten Wänden vorbei, die ich allerdings nur aus dem Augenwinkel sah. Meine ganze Aufmerksamkeit galt allein dem Mann, den ich liebte. Ben stieß eine der unzähligen Türen rabiat auf und legte mich vorsichtig auf dem Bett ab, während unsere Zungen in einen heißen Tanz verfielen. 

His Light in the DarknessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt