Kapitel 37 - Enthüllung

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Ben

"Womit kann ich Euch dienen, Sir?" Wir waren noch nicht einmal am Ende der Schiffsrampe angekommen, als uns bereits ein geschäftstüchtiger Corellianer entgegen kam. Auf dem gesamten Landeplatz wimmelte es nur so vor Händlern, die zwischen den neu eingetroffenen Schiffen hin und her gingen, um möglichst viele Kunden für sich zu gewinnen.
"Mein Schiff ist leer gelaufen. Der Tank muss vollständig mit neuem Sprit aufgefüllt werden." brachte ich mein Anliegen vor und drückte Reys Hand fester. Bedauerlicherweise hatte ich sie nicht davon abhalten können mich zu begleiten. Corellia war ein sehr belebter Planet, bei dem sowohl Mitglieder der Ersten Ordnung und des Widerstandes in der riesigen Masse aus verschiedenen Spezies der Galaxis nicht wirklich auffielen. Hoffentlich hatte der Widerstand unsere Flucht noch nicht bemerkt und die Erste Ordnung hatte wichtigere Probleme, als einem ehemaligen Obersten Anführer und einer Jedi hinterher zu jagen.
"Wie sie wünschen, Sir. Das macht 70 Credits." antwortete der Mann, der gut einen Kopf kleiner war als ich, und winkte einige Arbeitsdroiden heran. Ich bezahlte den genannten Preis und entfernte mich mit meiner Freundin einige Meter, während sich die Droiden daran machten einen großen Kanister herbei zu schaffen und zu öffnen. Wachsam sah ich mich mehrere Male nach allen Seiten um.
"Ist alles in Ordnung?" fragte Rey und fügte hinzu "Wegen deinem Vater meine ich." Komischerweise hatte ich seit unserer Landung nicht weiter über dieses Thema nachgedacht. Ich war zu beschäftigt damit gewesen nach möglichen Feinden Ausschau zu halten.
"Ja...ja alles gut." Ein einziges Mal hatte mich mein Vater mit nach Corellia genommen. Wir waren mitten in der Nacht zusammen mit Chewbacca aufgebrochen, damit meine Mutter unseren Ausflug nicht bemerkte. Ihrer Meinung nach war ich noch zu klein für diese Art von Abenteuer gewesen. Der riesige Raumhafen sah genauso aus wie damals und ich erinnerte mich noch daran, wie mein Vater zu mir sagte an diesem Ort würden sich die übelsten Halunken der Galaxis herumtreiben. Er hatte Corellia genauso sehr gehasst, wie einen gewissen Jabba the Hutt, welchen er in seiner Vergangenheit aus dem Weg räumen konnte. Er hatte den Planeten wegen irgendeines Deals aufgesucht, den er mithilfe von Lando aushandeln wollte. In dieser Zeit bewunderte ich meinen Vater und wollte so sein wie er. Ich träumte davon eines Tages ein ebenso guter Pilot zu sein und die Galaxis unsicher zu machen. Die Macht, die Jedi, die Sith...mit all dem konnte ich als Kind nichts anfangen.
"Du hättest lieber im Schiff bleiben sollen." wechselte ich das Thema, als ich eine junge Twi'lek entdeckte, die uns aufmerksam beobachtete. Fieberhaft überlegte ich, wie ich herausfinden konnte, für wen sie arbeitete, ohne das ich zu große Aufmerksamkeit erregte. Als Flüchtiger konnte man niemanden trauen.
"Vielleicht ist sie einfach nur neugierig." wandte Rey zögernd ein.
"Oder sie ist ein Spion." sagte ich und hatte meine Hand schon an meinem Lichtschwertgriff, als sich die Fremde wegdrehte und von zwei älteren Twi'leks in Empfang genommen wurde. Erleichtert atmete ich aus und auch meine Freundin entspannte sich merklich neben mir. Das schien nur eine Familienzusammenkunft zu sein und kein Spionagemanöver.
"Man kann trotzdem nie vorsichtig genug sein." sagte ich und wie um meine Aussage zu bestätigen, wurde Rey bei unserem Rückweg zum Schiff von einem hustenden Corellianer angerempelt. Der Mann sah fürchterlich krank aus und brach förmlich in sich zusammen, als Rey angeekelt zurückwich.
"Siehst du ich habe es dir gesagt. Nichts wie weg von hier." fluchte ich vor mich hin und zog sie schnell weiter.
"Können wir ihm nicht irgendwie helfen?" fragte Rey und warf noch einmal einen Blick zurück. Das war eine Schwachstelle von ihr, die ich relativ schnell entdeckt hatte: Mitleid. Rey sorgte sich immer zuerst um andere, als um sich selbst. Natürlich ließ mich der Anblick von gerade eben auch nicht kalt, aber in all den Jahren bei der Ersten Ordnung hatte ich gelernt Leid auszublenden. Es war der einzige Weg, um Snokes grausame Aufträge in die Tat umzusetzen.
"Wir haben schon genug damit zu tun, auf uns selbst aufzupassen. Komm jetzt." Widerwillig folgte sie mir zurück zu unserem Schiff, wo uns bereits der Händler von vorhin erwartete.
"Meine Droiden haben Ihr Schiff vollständig betankt, Sir. Ich wünsche eine gute Weiterreise." Er deutete eine Verbeugung an, ehe er mit seinen Arbeitsdroiden im Schlepptau das nächste Schiff inspizierte, dass soeben eingetroffen war.

His Light in the DarknessWo Geschichten leben. Entdecke jetzt