Kylo
"Und was sagst du?" Lächelnd trat ich hinter Rey und stützte meinen Kopf auf ihrer Schulter ab. Sie hatte sich über das massive Geländer des Balkons gelehnt und lediglich meine Arme an ihrer Taille hinderten sie daran, der funkelnden Stadt Coruscants noch näher zu kommen.
"Es ist unglaublich." entfuhr es ihr überwältigt. Fasziniert erfasste sie jedes kleinste Detail der Großstadt, die selbst bei Nacht nicht zur Ruhe kam. Jedes vorbei fliegende Schiff, jeder Wolkenkratzer und jede Werbetafel wurden von Rey neugierig beobachtet, während ich nur Augen für sie hatte. Sie trug wieder das blaue Kleid aus unserer ersten gemeinsamen Nacht und ihre Haare fielen in Wellen auf ihre Schultern. Womit hatte ich so eine wunderschöne Frau nur verdient?
Die letzten Wochen waren turbulent gewesen. Die Chiss hatten bisher keinerlei Kontakt zu uns aufgenommen, Hux wurde mit jedem Tag nerviger und Revan war nur noch ein Geist seiner selbst. Er zog sich immer mehr zurück und absolut niemand kam an ihn heran. Ausgerechnet jetzt wo ein bisschen Unterstützung nicht schlecht wäre.
So stressig wie diese Zeit auch war, sie hatte mir eine Sache vor Augen geführt: Alles was ich brauchte war Rey. Sie war meine fortwährende Stütze in diesem ganzen Chaos, mein ein und alles.
"Also an Coruscant bei Nacht könnte ich mich gewöhnen." Verzaubert von den ganzen neuen Eindrücken lehnte sie sich an mich. Wenn etwas in den letzten Wochen stark gelitten hatte, dann war es unsere gemeinsame Zeit. Ein Meeting hatte sich an das nächste gereiht. Auch dieses Treffen mussten wir oft verschieben, bis ich einfach entschieden hatte abzuhauen. Meine Freundin würde immer an erster Stelle stehen, da konnte Hux so viel rumoren wie er wollte. Diese eine Nacht würde er schon verkraften und zur Not stand ihm Revan ja noch zur Verfügung. Das hieß, falls mein bester Freund mal sein Quartier verließ.
"Ich habe dir gesagt, dass ich dich umstimmen werde." murmelte ich gegen ihren Hals. Zwar war meine Freundin aufgrund einer Mission schon mal hier gewesen, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie nicht besonders viel für den Planeten übrig gehabt. Ein Grund mehr Rey in das frühere Apartment meiner Großmutter zu bringen und mit ihr das nächtliche Panorama zu bewundern.
"Ben" kicherte sie und ich spürte ihre Hand an meinem Hinterkopf. Sanft fuhren ihre Finger in meine Haare, um mich von meinem Vorhaben abzubringen. Ihr Lachen vibrierte in meiner Brust und ließ mein Herz für einen Schlag aussetzen. Nicht einmal im Traum dachte ich daran meine Lippen von ihrem Hals zu lösen.
"Ben, bitte. Du lenkst mich ab!" lachte Rey, als ich den Druck meiner Lippen verstärkte und versuchte sich krampfhaft auf die Aussicht vor ihr zu konzentrieren. Wie zu erwarten ohne Erfolg.
"Also ich finde Coruscant hat deine Aufmerksamkeit lange genug gehabt. Ich bin jetzt an der Reihe." raunte ich in ihr Ohr, als ich fertig war und betrachtete zufrieden mein Werk. Der Fleck würde Morgen unübersehbar sein.
"Und was ist wenn ich Coruscant gerade viel interessanter finde, als dich?" fragte sie herausfordernd und drehte sich in meinen Armen herum, sodass ich ihr direkt in die Augen schauen konnte. Ich nahm mir ein paar Sekunden Zeit, um das Bild vor mir aufzunehmen. Inmitten der unzähligen Lichter der Stadt stand mein eigenes Licht. Der blaue Stoff ihres Kleides schien mit dem leuchtenden Hintergrund zu verschmelzen und ihr Strahlen übertraf alles.
"Dann hast du bestimmt nichts dagegen, wenn ich das hier tue." Sanft legte ich meine Lippen auf ihre und registrierte mit Genugtuung, wie Rey mich näher an sich zog. Unser Kuss wurde immer leidenschaftlicher, als ich sie an das Balkongeländer hinter ihr drückte.
"Ben" stammelte sie, doch ich dachte gar nicht daran aufzuhören. Im Gegensatz zu ihr war es mir vollkommen egal, wer uns so sah. Mal ganz abgesehen davon, dass die Wahrscheinlichkeit hier von ihren Freunden oder der Ersten Ordnung entdeckt zu werden äußerst gering war.
"Ben, nicht hier." Sie schob mich eine Armlänge von sich und schaute sich ängstlich um. Ich seufzte frustriert, aber dieses Mal würde ich meine Bedürfnisse nicht wieder hinten anstellen. Warum musste alles so kompliziert sein? Wieso konnte ich nicht jedem da draußen in der Galaxis zeigen, wie glücklich mich Rey machte? Weil ich es immer noch nicht geschafft hatte der Dunkelheit zu entkommen. Weil ich immer noch er war, obwohl ich genau wusste was ich wollte: Eine Zukunft mit Rey.
"Sollen wir reingehen?" Sie nickte sofort und ich wollte schon voraus gehen, als ich ihren reumütigen Blick auf mir bemerkte.
"Es tut mir leid."
"Hey, alles was ich will ist, dass du glücklich bist." sagte ich mit sanfter Stimme. Sie sollte sich nicht die Schuld für diese Situation geben. Die trug ich ganz allein.
Schnell verließen wir den Balkon und kaum befanden wir uns außer Sichtweite, vereinte ich ein weiteres Mal unsere Lippen miteinander. Rey seufzte zufrieden und entspannte sich endlich. Nicht nur ich hatte unsere Zweisamkeit vermisst. Eng umschlungen taumelten wir in die Richtung, in welcher ich das Schlafzimmer vermutete. Die Tür knallte laut an die Wand, als ich sie aufschlug. In der nächsten Sekunde lagen wir schon küssend aufeinander in dem weichen, breiten Bett. Unsere Klamotten fanden schnell ihren Weg in die nächste Zimmerecke, während das Spiel unserer Zungen mich alles vergessen ließ. Eine weitere unbeschreibliche Nacht nahm ihren Anfang.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...