Rey
"Darf ich jetzt endlich meine Augen wieder öffnen?" Ben verneinte meine Frage ein weiteres Mal.
"Es ist nicht mehr weit." versprach er mir und zog mich weiter. Er hatte mitten auf unserem Weg darauf bestanden, dass ich meine Augen schloss. Ich sollte es erst sehen, wenn wir dort waren. Ich hoffte bitter für ihn, dass dieser Ort wirklich so schön war. Es war nämlich mehr als unangenehm nicht sehen zu können, was vor einem lag. Ich konnte mich nur an seiner Hand orientieren, die in meiner lag und mir den Weg zeigte.
Plötzlich hielt er an und ich wäre vor Schreck fast ihn in rein gelaufen. Wir schienen endlich an unserem Ziel angekommen zu sein.
"Woah langsam" lachte Ben und drehte mich sanft in die richtige Richtung. Ich konnte es kaum erwarten, diesen geheimnisvollen Ort mit eigenen Augen zu sehen.
"Du hättest mir ja mal Bescheid sagen können." Ich versuchte eingeschnappt zu klingen, was mir mehr als misslang. Lange böse konnte ich ihm einfach nicht sein.
"Wenn du schon von dem See beeindruckt warst, wird dich das hier umhauen." sagte er und ich öffnete meine Augen. Vor mir erstreckten sich riesige Wasserfälle, die bunte Blumenwiesen einrahmten.
"Ich liebe es." Er betrachtete mich mit einem warmen Lächeln und wir legten uns zusammen ins Gras. Beinahe ehrfürchtig betrachtete ich das weite Grün vor mir und das endlos wirkende Wasser. Allein ein winziger Ärmel des Gewässers hätte für eine ganze Woche in Jakku gereicht. Der Durst war mir auf dem sandigen Planeten ein stetiger Begleiter gewesen und oftmals hatten meine Wasservorräte gerade so gereicht, um zu überleben. Die Menschen auf Naboo dagegen hatten bestimmt noch nie solche Sorgen gehabt.
"Worüber denkst du nach?" Natürlich war Ben mein angestrengter Blick nicht entgangen, den ich immer hatte, wenn ich über etwas nachgrübelte. Ich versuchte inzwischen gar nicht mehr Sachen vor ihm zu verbergen. Er fand es sowieso früher oder später heraus. Mein Kopf lag in seinem Schoß und ich hatte die Augen geschlossen, während seine Finger mit meinen Haaren spielten und die drei festgesteckten Zöpfe lösten, die ich mir heute früh gemacht hatte.
"Mir ist nur gerade aufgefallen wie ungerecht es in der Galaxis zugeht." antwortete ich.
"Damals auf Jakku wusste ich oft nicht, ob ich am nächsten Tag noch genug Wasser haben werde. Hier dagegen kommen einem diese Sorgen beinahe banal vor." Ich würde diesen Menschen nur zu gern helfen, wenn ich wüsste wie. Entweder hatte Ben meine Gedanken gelesen oder erahnte sie zumindest, denn er erwiderte nach langem Schweigen:
"So leid es mir tut, aber du kannst nichts dagegen tun, Rey." Tiefes Bedauern lag in seiner Stimme.
"Warum? Und selbst, wenn ich es nicht kann. Du kannst es. Du bist der Oberste Anführer." erinnerte ich ihn an seinen Titel, der mit entsprechenden Aufgaben verbunden war. Wenn es überhaupt jemanden gab, der diese Ungerechtigkeit beseitigen konnte, dann war er es. Niemand sonst hatte so viel Macht.
"Auch wenn ich der Oberste Anführer bin, kann ich trotzdem nicht das tun, was du dir erhoffst."
"Aber-" erhob ich sofort Einwand und öffnete meine Augen.
"Rey, hör mir zu." Sanft drückte er mich zurück auf den Boden, als ich mich aufrappeln wollte und schaute mir fest in die Augen.
"Die Galaxis wird schon seit Jahrhunderten von reichen Leuten beherrscht. Sie sind diejenigen, die in den großen, prachtvollen Städten auf Planeten wie Canto Bight leben und die Ärmeren versklaven. Gleichzeitig sind sie aber diejenigen, die sowohl der Ersten Ordnung, als auch dem Widerstand Waffen verkaufen. Ohne sie gäbe es diese beiden Organisationen nicht."
"Ja und ohne sie gäbe es den Krieg nicht! Du willst mir also erzählen, dass du denen deine Hilfe verweigerst, die sie am dringendsten brauchen, weil du auf die Waffen dieser Barbaren angewiesen bist?" Das konnte einfach nicht sein Ernst sein. Wütend befreite ich mich aus seinem Griff und sprang auf die Füße.
"Das ist nur einer von vielen Gründen." Ben war ganz ruhig geblieben, streckte allerdings die Hand nach mir aus. Ich schlug sie sofort weg und begann davon zu stampfen. Ich hatte dank seiner glorreichen Idee von vorhin zwar nicht die geringste Ahnung, wie ich zurück zu der Villa kam, aber ich würde den Weg schon irgendwie finden. Schon bald hörte ich Schritte hinter mir und seine Hand schloss sich um mein Handgelenk.
"Rey, bitte bleib. Du hast das völlig falsch verstanden." flehte er. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals, als ich erkannte, wie verzweifelt er war. Aber so einfach machte ich es ihm nicht.
"Was kann man denn daran falsch verstehen? Deine Waffen sind dir wichtiger, als die Leute, die das Geld viel dringender benötigen. Es ist doch ganz einfach." sprach ich enttäuscht.
"Du scheinst wohl zu vergessen, dass der Widerstand es nicht anders macht. Euer General Poe Dameron, hat in den letzten Monaten zahlreiche Waffen gekauft, soweit ich das mitbekommen habe." Langsam schien auch Bens Geduldsfaden zu reißen. Er hatte ja Recht, beide Seiten waren für diesen Krieg und die dadurch entstehende Ungleichheit der Bevölkerung verantwortlich. Allerdings gab es trotzdem noch einen gewaltigen Unterschied. Die Erste Ordnung war dem Widerstand weitaus überlegen
"Du könntest diesen Krieg aber beenden! Du hättest ihn schon damals in Snokes Thronsaal auf der Supremacy beenden können!" Ruckartig fuhr ich herum und konnte förmlich sehen, wie Bens Laune sich Minute für Minute weiter ihrem Tiefpunkt näherte.
"Schon wieder das Thema?" fluchte er laut und ich riss mich von ihm los.
"Was ist denn dein Problem? Du müsstest einfach nur zu Poe gehen, einen Friedensvertrag mit ihm aushandeln und die Sache wäre erledigt."
"Rey, in der Ersten Ordnung gibt es Leute wie Hux! Offiziere die schon seit Ewigkeiten diesem System dienen und deren einziges Ziel es ist, den Widerstand auszulöschen bis auf den letzten Mann!" schrie er mir hinterher, als ich mich von ihm abwandte und begann den Weg zurück zu der Villa zu suchen.
Es gibt aber auch Leute wie dich. teilte ich ihm über unsere Verbindung mit. Ich fühlte mich umso schlechter, je näher ich dem Rand der großen Wiese kam. Wahrscheinlich weil ich gerade unseren gemeinsamen Tag ruiniert hatte. Oder weil ich zutiefst verzweifelt war. Würde dieser Krieg jemals ein Ende haben? Wieso hatte ich nur mit diesem Thema angefangen? In diesem Moment hätte ich mir gewünscht, dass Ben mir hinterher lief. Aber dieses Mal blieb es bei einem Wunsch.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
