Revan
Als ich an diesem Morgen mein Quartier verließ, erwartete mich eine unangenehme Überraschung. General Hux hatte sich vor der Tür postiert und auf mein Erscheinen gewartet. Anders konnte ich mir zumindest nicht das Holopad in seinen Händen erklären, auf welchem höchstwahrscheinlich die heutigen Tagesaufgaben aufgelistet waren. In welchem Paralleluniversum lebte er eigentlich, dass er auch nur eine Minute lang annahm, ich würde seine Anweisungen befolgen? Der Einzige, dessen Befehle ich ausführte, war Ben.
"Ich glaube Sie haben die Tür verwechselt, General. Das Quartier des Obersten Anführers befindet sich am anderen Ende vom Gang. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag." versuchte ich mich aus der Misere zu ziehen und ging schnell an Hux vorbei. Der General hatte nicht zu viel versprochen. Seit dem unglücklichen Vorfall in Bens Quartier wurde ich von noch mehr Offizieren belagert und durfte Beschwerden über mich ergehen lassen. Hux schien es förmlich zu genießen uns zur Weißglut zu treiben.
"Nicht so schnell!" Es sollte wohl bei einem Versuch bleiben. Genervt drehte ich mich zu Hux um, mir blieb sowieso nichts anderes übrig.
"Was ist denn noch?" Mir war durchaus bewusst, dass ich mich nicht ewig in meinem Quartier verbarrikadieren und betrinken konnte, angesichts meiner Position bei der Ersten Ordnung und Bens Verfassung. Ich durfte nicht alles riskieren, was ich mir über Jahre hinweg aufgebaut hatte, nur wegen einer Frau. Einer Frau, für die ich etwas empfand, egal wie sehr ich versuchte sie zu vergessen. Vor ihr hatte ich nicht gewusst, dass ich in der Lage war solche Gefühle zu entwickeln. Ich sah sie in den wenigen hellen, aber auch in meinen dunkelsten Stunden, wenn meine Gedanken vom Alkohol benebelt waren.
Ihre Haut, so blau wie die Schmetterlinge, welchen Ben und ich damals als Kinder hinterher jagten. Ihr langes Haar, dass vor lauter Schneeflocken nur so schimmerte. Und die durchdringenden roten Augen, die mich mit jedem Mal vorwurfsvoller ansahen. Ich hatte sie im Stich gelassen.
"Da der Oberste Anführer sich zu diesem Zeitpunkt in einem wichtigen Meeting befindet, kann ich nur mit Ihnen Vorlieb nehmen. Wenigstens einer kommt langsam zur Besinnung." antwortete Hux. Besinnung und Ben? Da konnte ich nur lachen. Der einzige Grund der meinen besten Freund zu diesen öden Besprechungen zog, war die Hoffnung sich so von der Jedi ablenken zu können. Es war mir sowieso völlig schleierhaft, warum sich die beiden so oft stritten, anstatt die ihnen verbleibende gemeinsame Zeit bestmöglich zu nutzen. Schließlich hatten sie doch letztendlich zueinander gefunden, obwohl so vieles gegen ihre Beziehung sprach. Sie hatten all das, was ich mit Zisila niemals haben würde.
"Kommen Sie einfach zum Punkt, General." seufzte ich resigniert, bei dem Anblick von Offizier Quinn der es ebenfalls auf mich abgesehen hatte. Mit schnellen Schritten näherte er sich uns. Vielleicht hätte ich doch lieber in meinem Quartier bleiben sollen.
"Das Schlachtschiff von Captain Canady hat heute Morgen ein Signal abgefangen, was wir nicht entschlüsseln konnten." sagte Hux schließlich und ehe ich weiter nachfragen konnte, mischte sich Quinn in unser Gespräch ein.
"Bei unseren Nachforschungen ist es uns gelungen den Ursprung des Signals zu bestimmen. Es besteht kein Zweifel daran, dass es vom Planeten Csilla aus den Unbekannten Regionen kommt."
"Also hat Zurco otuk reru endlich Kontakt zu uns aufgenommen. Das wurde auch mal Zeit." erwiderte Hux zufrieden und lobte Quinn für seine ausgezeichnete Arbeit. Aber das bekam ich nur am Rande mit. Konnte es sein, dass...Nein, unmöglich. Sie hatte mir schließlich klar zu verstehen gegeben, dass sie mich nie wiedersehen wollte.
"Das glaube ich leider nicht, Sir. Der Anführer der Chiss hätte sich deutlicher ausgedrückt." wandte Quinn ein und las die empfangenen, übersetzten Worte vor.
"Sie sind ungefährlich, aber keiner will es einsehen. Ich bin die Lügnerin, obwohl er unser Volk betrogen hat. Und dafür soll ich den Rest meines Lebens" Da verstummte Quinn urplötzlich.
"Was? Wie geht es weiter?" drängte ich, während sich in meinem Kopf alle möglichen Szenarien abspielten. Diese Nachricht kam zweifellos von Zisila. Es gab niemand anderen auf Csilla, der sich mit diesen Worten an die Erste Ordnung wenden würde.
Die Flaws hatten sich also tatsächlich als ungefährlich herausgestellt, aber niemand schien ihr Glauben zu schenken. Und so wie ich diese Mitteilung deutete, war das noch nicht einmal das schlimmste.
"Das Signal endet an dieser Stelle, Sir." antwortete der Offizier in einem bedauernden Tonfall, bevor er von Hux mit neuen Aufgaben betraut und weggeschickt wurde.
"Wir müssen den Obersten Anführer darüber unverzüglich in Kenntnis setzen." schlug Hux vor und machte sich bereits auf den Weg zum großen Konferenzraum, als ich ihn zurückhielt.
"Das wird nicht nötig sein, General. Ich kümmere mich persönlich darum." sagte ich und ließ ihn ohne eine weitere Erklärung stehen. Nicht einmal von meinem besten Freund konnte ich mich verabschieden, zu sehr lief mir die Zeit davon. Aber ich war mir sicher, dass Ben meine Entscheidung akzeptierte, schließlich wusste er wie es sich anfühlte, wenn eine andere Person plötzlich wichtiger war, als man selbst. Ich musste einfach nach Csilla und mich mit meinen eigenen Augen davon überzeugen, dass es ihr gut ging. Ganz gleich, was zwischen uns vorgefallen war, denn anders konnte ich mit der ganzen Sache nicht abschließen.
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His Light in the Darkness
Fanfiction"Du glaubst an das Helle in ihm?" Ich nickte, denn auch wenn er sich damals in dem Trohnsaal gegen das Gute, gegen mich entschieden hatte, so würde ich niemals aufhören an den Ben Solo in Kylo Ren zu glauben. Seit ich seine Geschichte kannte, seit i...
