„Kommt! Wir müssen den Erebor erreichen, bevor die Sonne am Durinstag untergeht!“, erinnerte Thorin seine Freunde und trat voran. Ahvril fand es interessant wie er sofort das Kommando übernahm. So stur und engstirnig, wie er auch sein konnte, er wäre ein guter König!
Die dunklen Bäume schienen alles Licht zu absorbieren, sobald sie den Wald betraten umfing sie eine beklemmende Finsternis. Hier und da sah man Sonnenstrahlen am Blätterdach, das den Himmel verdeckte. Am Anfang ging Ahvril zusammen mit Thorin und Dwalin an der Spitze des Trupps, doch umso mehr Zeit sie in den Wäldern verbrachten, desto weiter viel die Celva nach hinten. Die Stimmen der Zwerge um sie herum wurden immer leiser, bis sie sie nur noch wie durch Watte vernahm. Immer wieder schüttelte Ahvril den Kopf, so als würde das ihre Gedanken wieder sortieren. Ab und an stieß sie mit einem Zwerg zusammen, was sie jedoch nur halb wahrnahm. Das ist dieser Wald, dachte sie panisch, der spielt mit mir.
Die Zeit verging. Neue Stimmen mischten sich unter die Alten. „Ahvril! Du bist zu langsam, so holst du mich nie ein!“
„Du kennst diese Wälder, das ist unfair!“
Ihre Kehle schnürte sich zu. Mit zitternder Hand griff sie sich an den Hals und versuchte ihr ledernes Wams zu lockern, in der Hoffnung mehr Luft zu bekommen. Ahvrils Blick fiel auf ihre Füße, die merkwürdig zu verschwimmen schienen. Kopfschüttelnd sah sie wieder hoch, nur um auf Kilis Rücken zu sehen. Sein Bogen hing zwischen seinen Schulterblättern. „Ein wunderschöner Bogen Ahvril!“
„Der Erste, der mir gelungen ist. Herr Elrond hat mich sehr für ihn gelobt!“
„Dankeschön! Ich werde ihn immer bei mir tragen, wenn du mir versprichst auch immer meinen zu behalten!“
„Natürlich, so kämpfst du mit meiner Waffe und ich mit der Deinen!“
„Ich mit der Deinen und du mit der Meinen!“
„Nein“, flüsterte die Celva leise, „geh weg. Du bist nicht hier!“
„Ahvril?“, Kili war stehen geblieben und blickte der Celva ins Gesicht. Sie schien abwesend, so wie viele der Zwerge um ihn herum. Selbst Bilbo stand neben sich. Sie reagierte nicht auf seine Worte, sondern murmelte weiter vor sich hin. Er fasste ihr an die Wangen und zwang sie ihn anzusehen. Ihre blassen Augen sahen ihn an, schienen jedoch jemand anderen zu sehen. „Ich bin hier“, sagte Kili und schüttelte sie vorsichtig, „Ahvril? Komm zu dir, das ist der Wald!“
„Der Wald?“, ihre Stimme war noch immer abwesend, doch in ihre Augen trat nun ein erkennender Schimmer, „Kili?“
Sie wich kurz vor ihm zurück, ehe sie auf seine nun ausgestreckten Hände sah und erkannte was er getan hatte. „Geht es dir gut?“, fragte er besorgt. „Ja, ich muss an die frische Luft. Der Wald hat einen zu starken Einfluss auf mich!“
Schon fast panisch lief Ahvril los und sprang bei der nächsten Gelegenheit in die Luft. Das Licht ihrer Verwandlung blitzte auf, wurde aber von der Dunkelheit der Bäume fast verschlungen. Mit einem tiefen Seufzer breitete sie ihre Arme aus, die jedoch nun Schwingen darstellten. Zurückgeblieben war eine kleine, schwarze Krähe. Mit wilden Flügelschlägen arbeitete sie sich durch die Blätter, bis sie den Himmel erreichte. Als Ahvril das Blätterdach durchbrach begrüßte sie das Zwitschern der Vögel und die wärmenden Strahlen der Sonne. Gierig sog sie die frische Luft ein und sofort wurde ihr Kopf wieder klar. Ihr Blick fiel als erstes in die Ferne. Sie sah den einsamen Berg. Nun war es nicht mehr weit. Unter ihr breitete sich der Düsterwald aus, seine Blätter wehten im Wind. Doch was Ahvril verwunderte war seine Schönheit. Von hier oben, dort wo die Dunkelheit nicht hinreichte, sah er so aus wie früher. Die Bäume glitzerten mit frischen Regentropfen und alles leuchtete in hunderten von Farben. Es war wunderschön.
Die Celva überlegte wieso sie nicht einfach hierblieb und wartete, bis die Zwerge sich durch den Düsterwald gekämpft hatten. Hier würde ihr nichts passieren und sie würde keinen Elben begegnen. Doch wer war sie dann? Sie wäre ein Feigling und Verräter. Nein, sie hatte geschworen die Zwerge zu beschützen. Allen voran Fili und Kili!
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Der Moment naht Leutz :D
Die Idee eines kleinen baby Legolas, der mit Pfeil und Bogen übt find ich einfach nur mega knuffig, also sorry wenn euch die vielen Flashbacks nerven, aber da kommen noch ein paar ^^'
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Fire Princess (Hobbit FF: Band 2)
FanfictionEndlich akzeptiert von den Zwergen und als geliebtes Mitglied der Gemeinschaft steht Ahvril nun vor einem neuen Problem. Längst vergessene Geschichten kommen wieder zum Vorschein und alte Freunde begegnen ihr auf dem Weg zum Erebor. Doch nicht nur F...
