„Ist irgendwas hinter uns?“, rief Thorin seinen Kameraden zu und stellte sich in seinem Fass auf, um alles überblicken zu können. Sie hatten einen Teil des Flusses erreicht, in dem das Wasser ruhiger wurde und sie nicht mehr paddeln mussten, um über der Oberfläche zu bleiben. „Soweit ich sehe nicht!“, entgegnete Balin. Sie hatten sich Äste gegriffen, um ihre Fässer zu kontrollieren. „Habt ihr gesehen wo Ahvril hin ist?“, fragte Fili besorgt, immer einen Blick auf seinen verletzten Bruder gerichtet. Kili hing schief in seinem Fass, er lehnte sich schwer auf den Rand und atmete gequält. „Der blonde Elb“, rief Bofur, „er hat sie festgehalten, als sie uns folgen wollte!“ Kilis Griff um den metallenen Rand des Fasses wurde fester. „Aber um eine bessere Nachricht zu verkünden: Ich glaube wir haben die Orks abgehängt!“, fügte Bofur noch hinzu. Thorin schüttelte den Kopf: „Die Celva kann gut auf sich selbst aufpassen. Sie ist ihnen zuvor entkommen und sie kann es wieder schaffen! Und die Orks haben wir nicht für lange abgehängt, ohne Strömung!“
„Bombur ist halb ertrunken!“, warf Dwalin ein. „Alle zum Ufer!“, befahl Thorin. Zusammen schafften sie es alle heil an Land zu bringen. Mit schweren Stiefeln, vollgesogenen Kleidern und unbewaffnet schleppten sie sich auf die Felsen des Ufers. Kili versuchte ein Stöhnen zu unterdrücken, möglichst unauffällig hielt er sich sein Bein, bis er einen Stein entdeckte auf dem er sich niederlassen konnte. Es schmerzte jedoch höllisch, als er das Bein belastete und so schrie er kurz auf. Die Zwerge um ihn herum sahen ihn besorgt an. Er riss sich ein Stück seiner Tunika ab und drückte den Stoff auf die Wunde. Bofur trat zu ihm und beobachtete alles. Kili sah grimmig zu ihm hoch. „Es geht mir gut. Es ist nichts“, murmelte er böse. „Steh auf!“, rief nun auch Thorin ihm zu. „Kili ist verwundet!“, widersprach Fili, der nun versuchte das Bein seines Bruders zu versorgen, „sein Bein muss verbunden werden!“
„Eine Ork-Meute folgt uns! Wir müssen weiter!“
„Und wohin?“, warf Balin ein. „Zum Berg!“, antwortete Bilbo zuversichtlich, „wir sind dicht dran!“
„Ein See liegt zwischen uns und dem Berg. Wir haben nichts um ihn zu überqueren!“, erklärte der alte Zwerg dem Hobbit. „Dann werden uns die Orks zur Strecke bringen!“, stimmte Dwalin dem pessimistischen Balin zu, „todsicher! Wir haben keine Waffen um uns zu verteidigen!“
„Verbindet sein Bein. Schnell! Ihr habt zwei Minuten!“, murmelte Thorin nur und warf einen besorgten Blick in die Felsen hinter ihnen. Er rechnete jeden Moment damit die Orks zu entdecken.
Ahvril wurde von Legolas wieder in die großen Hallen des Waldlandreiches geschleppt. Sie war sich sicher: Diesmal gab es kein zurück mehr! Zusammen mit Tauriel und dem Ork traten sie vor den König. Thranduil erwartete sie bereits und zu Ahvrils Erleichterung schien er nicht daran interessiert zu sein, sie erneut zu verspotten. Die Elbenfrau hielt sie nun in ihrem Griff, während Legolas den gefangenen Ork zu Boden drückte und ihm ein Messer gegen die Kehle drückte. Thranduil ging langsam auf und ab, während er die Kreatur angewidert ansah. „So ist das Wesen des Bösen. Dort draußen in allgegenwärtiger Unwissenheit schwärmt es und breitet sich aus“, begann er finster zu sprechen, „ein Schatten, der im Dunkeln wächst. Eine schlaflose Bosheit, so schwarz wie die aufziehende Finsternis der Nacht. So war es seid je her, so wird es immer sein. Mit der Zeit kommt alle Fäulnis zum Vorschein.“
Die Celva bemerkte wie Legolas immer wieder einen Blick zu ihr warf, nur um dann wieder boshaft den Ork anzustarren. Sie musste sich einen Plan überlegen, wenn noch ein winziger Funken der Freundschaft von damals in ihm schlummerte, dann musste er ihr einfach helfen! Sie zog an den Händen der Elbin und sah ihn flehend an. Er senkte nur wieder den Blick, Ahvril bemerkte aber wie angespannt seine Haltung war. „Ihr habt eine Gemeinschaft von 13 Zwergen verfolgt“, sprach er nun mit fester Stimme, „warum?“
„Keine 13“, antwortete der Ork grinsend. Speichel lief ihm aus den Mundwinkeln und seine gelben Augen blitzten. Ahvril schwand das Blut aus dem Gesicht. „Nicht mehr! Der Junge, der schwarzhaarige Bogenschütze! Unser Morghul Pfeil hat ihn getroffen.“
„Nein! Nein du lügst!“, schrie Ahvril nun verzweifelt, Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie wusste das er Recht hatte, sie hatte den Pfeil selbst gesehen. „Das Gift ist in seinem Blut und bald erstickt er daran!“
„Beantworte die Frage, Scheusal“, spie Tauriel von hinter Ahvril, die nun noch fester gegen ihren Griff rebellierte. Blanke Panik packte die Celva, sie musste zurück zu den Zwergen! „Hunden antworte ich nicht, Elbenweib!“, schrie der Ork aus und wehrte sich gegen Legolas Griff, der nun angewidert das Gesicht verzog. Tauriel packte die Handgelenke der Celva in eine Hand und zog mit der anderen einen Dolch. Seine Klinge sirrte durch die Luft, so schnell bewegte sie ihn. „Ich würde sie lieber nicht verärgern“, stellte Legolas beiläufig fest. „Du tötest gern Ork? Dir gefällt der Tod? Dann will ich ihn dir schenken!“ Vollkommen überraschend ließ Tauriel Ahvril los und stürmte auf den Ork zu. Kurz bevor ihre Klinge ihn jedoch durchbohren konnte, ging Thranduil dazwischen. „Farn! Tauriel, ego! Gwao hi!“ („Genug Tauriel! Hinfort! Geh jetzt!“), befahl er, mit einem missbilligenden Tonfall, „und ich verlange das du die Celva mitnimmst und zurück in ihre Zelle bringst. Wie es scheint kann ich meinem Sohn solche Befehle nicht mehr anvertrauen!“ Legolas sah erschrocken zu seinem Vater, ehe sein Blick auf Ahvril fiel. Sie saß zusammengesunken auf dem Boden, Tränen liefen ihre Wangen hinab. „Bitte“, flehte sie, als Tauriel sie erneut packte, „lasst mich weiterziehen! Ich muss ihm helfen! Legolas! Legolas bitte!“ Der König wand ihnen nur den Rücken zu und Tauriel zog sie mit sich nach unten. Ihre weiteren Bitten verflogen in der gigantische Halle zu leisen Echos. Legolas sah betreten zu Boden. „Ein toter Zwerg ist mir gleichgültig! Beantworte die Frage!“, fuhr Thranduil fort.
DU LIEST GERADE
Fire Princess (Hobbit FF: Band 2)
FanfictionEndlich akzeptiert von den Zwergen und als geliebtes Mitglied der Gemeinschaft steht Ahvril nun vor einem neuen Problem. Längst vergessene Geschichten kommen wieder zum Vorschein und alte Freunde begegnen ihr auf dem Weg zum Erebor. Doch nicht nur F...
