Kapitel 25

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„Wenn er stirbt, werde ich mir das niemals verzeihen!“, rief Ahvril verärgert aus und trat gegen einen herumliegenden Stein. „Es nutzt uns aber auch nichts, nun mit halber Geschwindigkeit weiterzuziehen. Ruht euch einen Moment aus und dann setzten wir den Weg fort! Morghul Gift arbeitet langsam, wenn sie sein Bein verbunden haben lebt er noch ein paar Tage länger!“, erwiderte Tauriel ebenfalls laut. Die beiden Frauen stritten sich nun schon eine ganze Weile. Ahvril konnte die Tatsache nicht leugnen, dass sie schon längst bemerkt hatte wie besorgt die Elbenfrau um Kili war. Vielleicht war das auch der wahre Grund für ihre Differenzen, nur würde die Celva sich dies nie eingestehen.

Bard befahl den Zwergen sich in den Fässern zu verstecken. Alle taten wie geheißen und nun saß Bilbo zusammengepresst in seinem Fass und beobachtete den Seemensch, wie er zu den Wachen hinüberging. Überall waren Schiffe angebunden und Wachen liefen umher. Bilbo war wirklich froh über das winzige Loch in der Seite seines Fasses, durch das er nun schauen konnte. „Psst! Was tut er?“, hörte der Hobbit Dwalin von irgendwo neben sich zischen. „Er spricht mit jemandem“, antwortete Bilbo leise, seine Stimme hallte dabei dumpf in dem winzigen, hölzernen Raum. Es stimmte. Bard sprach tatsächlich mit einem der anderen Seeleute, dabei sah es so aus als flüsterten sie, denn sie steckten die Köpfe eng beisammen. Bard drehte sich dann aber plötzlich um und zeigte auf den Kahn voller Zwerge. „Jetzt zeigt er direkt auf uns!“, etwas erschrocken wich Bilbo von dem Loch weg, aus Angst man könne ihn sehen. Doch schnell kroch er zurück und sah wie Bard die Hand des Mannes schüttelte. Sofort informierte er die Zwerge darüber. „Was?“, rief Thorin empört aus und drückte sein Ohr gegen das Holz, um den Hobbit besser verstehen zu können. „Verräter! Er will uns ausliefern!“, murmelte Dwalin böse. Plötzlich erschien metallisches Klirren über ihren Köpfen und etwas was sich anhörte wie Schritte. Alle hielten lauschend den Atem an und duckten sich mit der Erwartung jeden Moment erwischt zu werden. Doch dann geschah etwas, womit keiner von ihnen gerechnet hatte. Rohe, tote Fische wurden in die Fässer gefüllt und schlugen ihnen regelrecht um die Ohren. Bilbo wusste nicht wie ihm geschieht. Er zog einfach nur noch schnell die Hände vors Gesicht, ehe sein Fass bis zum Rand mit Fisch gefüllt war.

Der Gestank war entsetzlich! Dazu kam noch die Kälte. Die Zwerge stöhnten und meckerten den ganzen weiteren Weg. Bard hatte den Kahn wieder in Bewegung gesetzt, soviel hatten sie mitbekommen. Der Seemensch trat genervt gegen eines der Fässer, worauf ein böses Knurren von dessen Insasse als Antwort kam. „Still jetzt!“, befahl er, „wir kommen ans Zolltor!“ Der kleine Kahn glitt langsam durchs Wasser und kam der Stadt immer näher. Holzhütten an Holzhütten säumten die Stege. Keines der Häuser war auf festem Boden gebaut, sie wurden von Pfeilern getragen die aus dem See zu kommen schienen. Verbunden mit weiteren kleinen Stegen ergab sich so eine ganze Stadt! „Halt! Warenkontrolle!“, rief ein Mann, als sie das metallene Tor des Zolls erreichten, „Papiere bitte!“ Bard manövrierte sein Boot gekonnt durch die enge Schleuse, als der Wächter sie erreichte. Mit einer kleinen Öllampe in der Hand betrachtete er den Kahn und dann seinen Fahrer. „Ah ihr seid es Bard!“, sagte er freundlich. „Morgen“, grüßte Bard den Mann seinerseits und hob eine Hand. „Habt ihr was anzumelden?“, wurde er im Gegenzug gefragt. „Nichts“, erwiderte Bard und sprang von seinem Kahn, seine Papiere in der Hand, „ich bin nur durchgefroren und müde! Und will nach Hause!“ Damit gab er dem Wärter seine Papiere, der nicht mehr als einen flüchtigen Blick darüber warf, ehe er einen Stempel daraufsetzte. „Dann geht es euch wie mir!“, murmelte er noch, „bitte sehr! Alles in Ordnung!“ Bard wollte bereits aufatmen, doch dann trat eine neue Gestalt aus dem Schatten der kleinen Zollhütte. Es war Alfrid, der Diener des Bürgermeisters und größte Schlange, die Bard kannte. „Nicht so voreilig!“, sagte er und fischte die Papiere aus den Fingern des Zollwärters. Seine Stimme war so schmierig wie der verdreckte Boden, auf dem sie Standen und seine Kleidung war gänzlich in Schwarz gehalten. Er hatte eine aus Pelz gefertigte Mütze auf und trug einen Schnurrbart. Unter der Mütze quollen strähnige, fettige, schwarze Haare hervor. Seine Augenbrauen wuchsen in der Mitte zusammen, was ihn noch skurriler aussehen ließ. Bard verzog das Gesicht, der hatte ihm noch gefehlt! „Lieferung von leeren Fässern aus dem Waldlandreich“, las Alfrid von dem Ladeschein vor, den Bard dem Wächter gegeben hatte. Dabei hatte seine Stimme einen Tonfall, als rede er mit einem Kleinkind, was Bard noch mehr erzürnte. „Nur“, stellte Alfrid unnötigerweise fest, „sind sie nicht leer. Stimmts Bard?“

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Es ist gar nicht einfach die Seestadt zu beschreiben! Sie ist sooo detailreich! Ich hoffe ich kann es in den nächsten Kapiteln noch etwas besser machen ._. 

Fire Princess (Hobbit FF: Band 2)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt