Lenas Schuld

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Hi, VIELEN Dank für die Votes und die Kommentare von euch und auch gleich wieder viel Spass beim nächsten Kapitel wo Robert und Lena sich auch schon wieder sehen :) Lasst Kommentare und Votes da.

LG eure Lewi



~Robert~


„Und hast du gut geschlafen?", fragte meine Mutter mich, als ich noch total verschlafen in die Küche tapste. Ich trug nur eine Pyjamahose und kratzte mich auf dem Weg zum Esstisch gedankenverloren am nackten Bauch.

Meine ältere Schwester sah noch schlimmer aus als ich. Sie hing auf ihren Arm gestützt über ihrer Müslischüssel. Ihre schulterlangen braunen Haare standen in alle möglichen Richtungen ab und ihre Augen waren schon fast wieder zugefallen.

Ich ließ mich neben ihr auf den Stuhl fallen und schnappte mir ihren Kaffee.

„Hey", kam ihr halbherziger Protest.

Ich sah kurz in die Tasse. Lange konnte der Kaffee noch nicht dort gestanden haben, er dampfte noch leicht. „Schlaf weiter", sagte ich ihr und nippte an dem herrlich köstlichen Kaffee. Meine Mutter machte immer noch den Besten.

Mama stand in dem selben Moment von ihrem Stuhl auf, als ich mich hinsetzte und ging zum Kühlschrank. Erst da fiel mir auf, dass auf dem Tisch nichts weiter außer einer Packung Milch, Müsli und der Obstkorb stand. Ich sah etwas verwundert um den großen Obstkorb rum und erkannte, dass meine Mutter auch nur eine kleine Schüssel voll Müsli vor sich hatte. Kein Wunder, dass die beiden nicht nur aussahen wie Zombies, sondern auch so am Tisch hingen.

„Seit wann isst du denn Vogelfutter?", fragte ich meine Mutter, als sie mit Brot, Butter, Aufschnitt und Marmelade zum Tisch zurückkam.

„Das ist sehr gesund", argumentierte sie, wirkte dabei aber selbst nicht ganz überzeugt.

„So was hast du doch noch nie gegessen." Jedenfalls konnte ich mich nicht daran erinnern, meine Mutter je mit Müsli gesehen zu haben. Selbst in den Supermärkten hatte sie immer einen Bogen um die Regal mit Müsli gemacht.

„Müsli ist ungemein gesund", antwortete sie ausweichend.

Ich beschloss das Thema fallen zu lassen. Scheinbar hatte es keinen Sinn ihr das Vogelfutter auszureden. „Und was steht heute noch so an? Grillen wir heute Abend?"

„Wir werden nachher alle drei in die Stadt fahren. Milena will mit dir irgendwo hin, während ich bei der Reinigung ihr Kleid und beim Schneider mein Kleid abhole." Mama setzte sich wieder auf ihren Platz und löffelte etwas missmutig in ihrer Milch-Müsli-Pampe rum.

Ich nahm mir eine Scheibe des bereits geschnittenen Brots und schmierte es mir. Dabei sah ich einige Male zu Milena rüber. Sie hing immer noch halb auf dem Tisch und machte ähnliche Bewegungen, wie beim Rudern, mit ihrem Löffel in der Milch ihres Müslis. Ich fragte mich, ob es viel nützen würde, sie in ihrem Zustand anzusprechen. Dann entschied ich mich, sie schlafen zu lassen und nahm noch einen kräftigen Schluck Kaffee aus ihrer Tasse.

„Willst du nicht deinen eigenen?", fragte Mama mich und würgte einen Bissen Müsli runter.

Der leicht angewiderten Ausdruck, den ihr Gesicht dabei annahm, war zu komisch.

„Nein, geklauter Kaffee schmeckt besser", antwortete ich in Richtung meiner Schwester, aber die reagierte nicht. Nur ihr Löffel landete scheppernd in der Porzellanschüssel.

Ich grinste, weil mir gerade eine tolle Idee durch den Kopf schwirrte. Ich nahm eine der Papierservietten, die in der Mitte des Tischs in einem kleinen Ständer waren und knüllte sie so zusammen, dass nur eine der vier Ecken ab stand. Damit berührte ich ganz vorsichtig Milenas Nase und kitzelte sie so.

Ihr verlorenes LächelnGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt