„Schätzchen! Hier ist jemand für dich", rief meine Mom von unten. Ich stand mürrisch aus meinem Bett auf und schlurfte die Treppe runter. Es war bereits Mittag, aber ich hatte heute weder die Motivation, noch die Kraft dazu, irgendwas anderes zu tun, als den ganzen Tag in meinem Bett zu verbringen und meinen Gedanken nachzuhängen.
Ich dachte es wäre Tyler, der gekommen war, um mit mir über die gestrigen Ereignisse zu reden, aber ich blieb wie angewurzelt stehen, als ich auf einmal Damien in unserem Wohnzimmer stehen sah.
Ich war absolut nicht auf ihn vorbereitet. Weder ihn zu sehen, noch ihn zu konfrontieren. Und ich war gerade auch überhaupt nicht in der Verfassung dazu. Dafür war alles einfach noch viel zu frisch.
Also tat ich das Einzige, was mir im dem Moment plausibel erschien: Ich drehte mich um und ging die Treppe wieder hoch.
„Hey, warte mal!" Damien hetzte mir nach und fing mich vor meiner Zimmertür ab.
„Ich weiß, wir sind nicht besonders gut auseinander gegangen." Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf.
Das letzte Mal als wir uns offiziell gesehen hatten, war auf dem Parkplatz, als er mich mit Tyler wegfahren sehen hat. Unser eigentliches Auseinandergehen, war sogar noch unschöner. Aber davon wusste er ja nichts. Gott, ich klinge wie ein Stalker.
„Ich war eifersüchtig, aber ich will das wieder richten", fuhr er fort. Aber ich hatte im Moment keine Lust irgendwas zu richten. Vielleicht niemals mehr. Denn ich wusste nicht, ob es da überhaupt noch irgendwas zu richten gab, oder ob wir schon zu unserem Untergang verdammt waren.
„Ich kann das gerade nicht", murmelte ich ehrlich und ging in mein Zimmer, in der Hoffnung, er würde den Wink verstehen und einfach wieder gehen. Aber wie er nun mal war, ließ er sich nicht so leicht abschütteln.
Er folgte mir ins Zimmer und schloss die Tür hinter sich ab.
„Was ist mit deinem Gesicht passiert?" Er griff vorsichtig nach meinem Kinn und fuhr mit seinem Finger den kleinen Kratzer auf meiner Wange nach. Ruckartig entzog ich mich seinem Griff.
„Nichts."
Er runzelte die Stirn.
„Du hättest anrufen sollen", sagte ich anklagend und versuchte nicht allzu nervös zu wirken.
„Das habe ich. Aber du bist nicht rangegangen. Und ich habe dir auch hundert Nachrichten geschickt."
Für einen Augenblick war ich verdutzt, bis es mir wieder einfiel. „Verdammt, mein Handy ist noch bei Ty", grummelte ich mehr zu mir selbst und rieb mir gestresst die Stirn.
Aber anscheinend hörte Damien mir aufmerksam zu, denn bei meinen Worten runzelte er die Stirn. „Wieso hat Tyler dein Handy?"
Er sah mich argwöhnisch an, bevor sein Blick auf meinen Schreibtischstuhl fiel, wo noch immer Tylers Jacke hing, die er mir geliehen hatte. Und als er den Motorradhelm auf meiner Fensterbank sah, konnte er sein ungläubiges Lachen nicht mehr zurückhalten.
„Scheiße!" Sein freudloses Lachen klang ab, als er mich jetzt ernst ansah. „Ich will, dass du jetzt ehrlich bist." Er kam einen Schritt auf mich und zu und sah mich intensiv an. Es war als ob ihm keine einzelne Regung in meinem Gesicht entgehen sollte.
„Läuft da was zwischen dir und Tyler?"
Meine Augen weiteten sich verblüfft. Seine Frage erwischte mich so unerwartet, dass ich für einige Sekunden einfach nur sprachlos vor ihm stand.
„Was?", krächzte ich schließlich, als ich meine Sprache wiederfand. Es war so abwegig, dass ich einen Moment brauchte, um wieder klar denken zu können.
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Damien
Teen FictionZehn Monate war er weg ohne eine Nachricht. Tessa Jenkins hat sich nach Monaten des Kummers und Schmerzes damit abgefunden und beschlossen ihr Leben weiter zu leben. Dann taucht er aus dem Nichts wieder auf und lässt sie erneut starke Gefühlsausbrüc...
