Eleven

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Nachdem ich neben ihm stehe, nimmt er sich die Kreide und scheibt eine Aufgabe an die Tafel. Dabei beobachte ich, wie jeder seiner Oberarmmuskeln zucken. Seine Schrift ist etwas unsauber, aber trotzdem leserlich. Als er fertig ist, hält er mir die Kreide hin. Ich nehme sie, etwas unsicher, und wende mich ganz an die Tafel. Bevor ich anfange, lese ich mir die Aufgabe mehrmals durch. Mit unsicheren Strichen schreibe ich die Zahlen und komme letztendlich auf ein Ergebnis. Dabei verrechne ich mich einige Male, bis meine Hand am Ende schlimmer aussieht, als die Tafel. Als ich mir sicher bin, dass ich fertig bin, drehe ich mich zu Mr. Tomlinson um. Dieser hat den Blick auf mich gerichtet. Erst nachdem er realisiert, dass ich fertig bin, wendet er seine Aufmerksamkeit auf die Aufgabe. An seinen Gesichtszügen kann ich erkennen, dass er die Aufgabe im Kopf durchrechnet. Bewunderung dafür.


„Dein Ansatz ist schon mal gut, aber ab der dritten Zeile sehe ich schwarz." Er nimmt mir die Kreide aus der Hand, wobei sich unsere Fingerspitzen leicht berühren. Er hält einen Moment inne, bevor er seine Hand wegzieht und beginnt, die Aufgabe mit mir durchzusprechen. Er stellt sich hinter mich und greift mit seinem Arm über meine Schulter bis zur Tafel. Sein heißer Atem an meinem Ohr lässt mich einfrieren, während er in ruhigem Ton meine Fehler erklärt.


„Und dann kommt da nicht vierunddreißig raus, sondern siebzehn", flüstert er inzwischen. „Klar?" Mehr als ein Nicken bringe ich nicht zu Stande. Als er mich vermutlich absichtlich am Handgelenk berührt, zucke ich zusammen, nicht nur, weil ein kleiner Schmerz aufflackert, sondern auch, weil ich nicht darauf vorbereitet war.


„Du brauchst vor mir keine Angst haben", sagt er nach einem Moment der Stille. Als ich mich nicht rühre, spricht er weiter. „Nicht jeder ist wie Kevin." Er spricht leise und beruhigend. Mr. Tomlinson ist sehr nah an meinem Ohr, was mich erneut leicht zusammenzucken lässt. „Der Kerl wollte dir nur Angst einjagen."


„Das hat er geschafft", antworte ich ihm leise, nicht lauter als ein Flüstern. Er entfernt sich etwas von mir.


„Ich hätte dich nicht alleine lassen sollen", Besorgnis ist seiner Stimme zu entnehmen, so wie die Einbildung von Schuldgefühlen.


„Schon gut", sage ich und drehe mich zu ihm um.


„Nicht schon gut. Die hätten sonst was mit dir gemacht, wäre ich nicht dazwischen gegangen." Schweigen hängt in der Luft. Lediglich das Ticken der Uhr ist zu hören. Ich bin fasziniert von Augen, wie sich das Blau gegen den grauen Nebel wehrt und zu gewinnen scheint. Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll.


„Wie wäre es, wenn ich mich revanchiere?", bricht er die Stille zwischen uns.


„Ich finde nicht, dass das eine gute Idee ist, Mr. Tomlinson. Sie sind mein Lehrer", sage ich und betone extra seine Formalität.


„Ja und?"


„Es geht nicht."


„Sagt wer?"


„Ihre Schülerin?" Ich blicke ihm noch immer die Augen. Und er erwidert meinen Blick intensiv.


„Man kann ja mal eine Ausnahme machen. Was ist schon dabei?" Ich überlege, ob er diese Worte wirklich ausgesprochen hat.

„Also?", hakt er nach. Ich hoffe, dass er von selbst dahinter kommt, dass es keine gute Idee ist. Am liebsten würde ich ihm nochmal unter die Nase reiben, was das letzte Mal passiert ist, als ich mit ihm unterwegs war.


„No risk, no fun." Ich weiß nicht, warum, aber diese Worte bringen mich zum Lächeln.


„Und an was dachten Sie?", frage ich schließlich.


„Ich lade dich auf ein Eis ein." Schnell wiege ich im Kopf ab, ob das wirklich eine gute Idee ist. Mr. Tomlinson schaut mich abwartend an.


„Okay", sage ich und gehe zu meiner Tasche. Ich weiß nicht, was mich immer wieder dazu bringt, Zeit mit ihm zu verbringen, obwohl er mir auf eine Art Angst macht. Erst als ich meine Tasche geschultert habe, schaue ich zu ihm, ein schiefes Grinsen auf den Lippen.


„Gut. Und jetzt komm her", sagt er und setzt sich ans Pult.


„W-Warum?", will ich wissen.


„Die Nachhilfe ist noch nicht vorbei", sagt er und deutet auf die Tafel, auf die er eine neue Aufgabe geschrieben hat. Seufzend stelle ich meine Tasche wieder ab und schlurfe zu ihm an die Tafel, um die Aufgabe „zu vertiefen", wie Mr. Tomlinson es nannte.


***


HeyHo, Cupcakes *-* Heute mal ein recht frühes Update (aber zumindest pünklich :D)

1. DANKE DANKE DANKE an euch mittlerweile 1.4K Menschen. ihr macht mich ech stolz ♥ ♥

2. OMG ich war gestern auf dem Konzert in Brüssel und das war sooooo hammer geil *-* war jemand von euch auch dort? #NoControl ♥.♥


Neverland3r xoxo


Toy [*Pausiert*]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt