Part 5

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*Violetta*

Ich kam, gerade noch pünktlich, im Kunstraum an. Es war nur noch ein Platz im ganzen Raum frei. Neben einem neuen Mädchen. Um höflich zu sein, fragte ich: "Ist hier noch frei?" "Ja klar. Ich bin Francesca und du?" "Violetta." Sie scheint ja schon mal sehr nett zu sein. Na ja, wir werden sehen.


*Francesca*

Oh... León meinte, dass die Tochter der Castillos Violetta heißt. Das ist sie bestimmt. Wenn sie erfährt, dass ich seine Schwester bin, will sie bestimmt nichts mit mir zu tun haben. Zum Glück heiße ich nach der Adoption nicht Vargas mit Nachnamen. Meine Adoptiveltern hatten damals entschieden, dass ich meinen Nachnamen behalte.

Also kam es auch nicht raus, als Mr Kingston die Namensliste durchging. Irgendwann werde ich es Violetta schon sagen. Aber da wir uns ja sowieso noch nicht wirklich kennen, sehe ich keinen Grund es ihr zu sagen. Außerdem geht es sie ja auch nichts an, dass ich adoptiert bin.


*Violetta*

In der letzten Unterrichtsstunde hatte ich Geschichte. Und wie es das Schicksal wollte, war León auch in diesem Fach in meinem Kurs. Ich wirklich keinem Tag Ruhe vor ihm. Aber wollte ich das überhaupt?

Zu allem Überfluss mussten wir Partnerarbeit machen. Und mit wem durfte ich machen? Natürlich mit León Vargas. Wie sollte es anders kommen? Also setzte ich mich zu ihm. "Hi", sagte er. "Hallo", gab ich zurück und versuchte desinteressiert zu klingen, was mir aber meiner Meinung nach nicht sehr gelang. Kurze Zeit herrschte unangenehmes Schweigen zwischen uns. Doch das wurde mir zu blöd. "Ich nehme an, du weißt wer ich bin. Und ich weiß, wer du bist. Wir sollten es annehmen, wie es ist". "Denkst du wirklich, wir sollten das machen, was Eltern einen vorschreiben?" "Weiß nicht. Aber ich hab auch nicht vor, die Grenzen auszutesten", meinte ich. Was meinte er eigentlich damit? Hat er keinen Respekt vor seinen Eltern? "Ich finde das alles ziemlich lächerlich. Diese Feindschaft. Was bringt das? Meine Eltern führen Hotels und deine auch. Wo liegt da das Problem?", fragte ich im Anschluss. "Das kann ich dir erklären: Sie sehen es als eine Art Wettstreit an. Der Bessere gewinnt", erklärte er. "Totaler Bullshit. Ich hasse es. Es ist, als würden meine Eltern meine Freunde aussuchen". "Du magst das Geschäft deiner Eltern also nicht?" Ich weiß nicht mal, warum ich mich mit ihm unterhielt, aber er war höchstwahrscheinlich der Einzige, der wusste wie es mir geht. "So ist das auch nicht. Ich bin stolz auf ihre Arbeit. Aber fortführen will ich sie auch nicht. Ich will nicht dasselbe machen wie meine Eltern. Aber mein Dad versteht das alles nicht".


*León*

Sie sprach wirklich wahre Worte. Ich hätte nie gedacht, dass von Anfang an so eine Vertrautheit zwischen uns herrschen würde. Dad meinte, ich solle ihm von Violetta berichten, wenn ich was heraus gefunden habe. Aber solche privaten Dinge kann und werde ich nicht weitergeben. Wer weiß, wozu Dad in der Lage wäre. Vielleicht landet das dann im nächsten Klatschblatt und Violetta gibt mir die Schuld daran. Das kann ich ihr nicht antun. Und mir ehrlich gesagt auch nicht. Ich will mir das mit ihr nicht gleich verderben. Obwohl nicht mal was zwischen uns ist, oder?


*Violetta*

Nach dem Unterricht ging ich noch zu meinem Spind, um meine Sachen wegzubringen. Als ich ihn wieder schloss, stand Tomás plötzlich dort. Was will der jetzt hier? Ich bin ihm gestern so schön aus dem Weg gegangen. "Wie geht's dir Babe?", fragte er, als ob nichts passiert wäre. "Nenn' mich nicht Babe du Arsch".

Verbotene Liebe 1Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt