Frierend ließ ich mich auf einen der Stühle an einem kreisrunden Tisch sinken. Sofort begannen meine Hände und Füße wieder warm zu werden und kribbelten angenehm.
„Was kann ich euch Turteltauben denn bringen?", fragte Rosmeta uns gut gelaunt. Ich lief bei ihrem Kommentar mal wieder rot an und drehte mich beschämt weg.
„Wir hätten gerne zwei Butterbiere.", bestellte Charles für mich mit. Ich nickte.
„Komm sofort!"
Die Butterbiere ließen nicht lange auf sich warten. Wir redeten über dies und jenes und wärmten uns an unseren Getränken auf. Ich genoss jede Sekunde unserer Gespräche und wenn ich gerade nichts sagte, guckte ich ihn bloß an.
Ich brauchte keine Ablenkung und mir wurde auch nicht langweilig. Ich brauchte nur ihn.
Doch alles endet irgendwann.
„Oh, wir sollten langsam mal zurück zum Schloss, es dämmert schon draußen.", meinte er bedrückt.
Ich seufzte und zog mir meine Jacke wieder über.
Wir schritten gerade aus der Tür, als ich im Augenwinkel etwas bemerkte, was mich stutzig machte. Wieder der gleiche rote Haarschopf, der hinter einer Ecke verschwand. Doch diesmal sah ich mehr. Der rote Haarschopf war nämlich zusammen mit einem braunen und einem blonden Haarschopf verschwunden.
Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Sie hatten mir nach spioniert! Ohne mein Wissen!
Wütend stapfte ich in ihre Richtung. Charles rief mir nach: „Hey! Was ist denn?"
Ich unbeirrt lief ich weiter.
Ich schaute hinter die Ecke und sah, was ich bereits vermutet hatte. Lily, Marlene und Alice standen hinter der Ecke und gucken mich bedröppelt an.
„Sagt mal habt ihr sie noch alle!", schrie ich sie an: „ Mich anzulügen und mich ohne mein Wissen auszuspionieren? Wie lange macht ihr das schon hä? Also hab ich mir den roten Haarschopf beim Honigtopf also doch nicht eingebildet!"
Sie guckten beschämt zu Boden. „Wir wollten dich damit nicht verletzen, wir dachten, es wäre eine lustige Aktion.", versuchte Marlene die Situation zu entschärfen.
„War es aber nicht!", feuerte ich weiter.
„Es tut uns wirklich leid! Wir hätten sowas echt nicht machen dürfen!", entschuldigte sich Alice.
„Stimmt, bitte glaub uns. Wir hatten nicht die Absicht dich zu verletzten oder zu demütigen!", stimmte Lily ihr zu.
Da bekam ich ein leichtes schlechtes Gewissen. Hatte ich überreagiert?
„Warum tut ihr euch das überhaupt an? Ich meine stundenlang in der Kälte rum zu stehen, nur um zu sehen das Charles und ich drinnen sitzen und reden.", meinte ich mit versöhnlicher Stimme.
Dabei drehte ich mich zu ihm um. Während des gesamten Streites hatte er einfach nur dagestanden wie ein Baum.
„Also ich denke wir hatten erwartet ihr würdet knutschen oder sowas in der Art.", antwortete mir Marlene mit einem Schulterzucken. Mein Kopf verwandelte sich binnen Sekunden in eine Tomate und ich verzichtete vorerst darauf Charles anzugucken.
„Kommt ihr Superspione, lasst uns zurück nach Hogwarts gehen.", schlug ich vor, und erhielt sofortige Zustimmung.
Also stapfen wir zusammen zurück nach Hogwarts. Ich war immer noch etwas sauer auf meine Freundinnen, aber ich war gerade nicht in der Stimmung für Streit. Hauptsächlich war das Charles und dem schönen Tag geschuldet.
In dem gigantischen Schloss angekommen, mussten wir uns schließlich verabschieden, da wir in unterschiedliche Gemeinschaftsräumen gingen.
„Tschüss. War echt schön mit dir.", verabschiedete er sich und ich bekam mal wieder Schmetterlinge in meinem Bauch.
„Fand ich auch! Wir sollten das unbedingt noch einmal wiederholen.", meinte ich.
Charles nickte: „Wärst du kommendes Wochenende noch frei?"
„Ich hatte eigentlich vor zu lernen. Willst du vielleicht mitkommen und wir lernen etwas in der Bibliothek? Danach kann man bestimmt noch was anderes zusammen machen.", schlug ich vor.
„Klingt super, ich bin dabei: also dann kommendes Wochenende, so um eins in der Bibliothek?", bestätigte er.
Ich nickte und wollte mich gerade zum gehen wenden, als Charles ein Schritt auf mich zu machte und mich zum Abschied umarmte.
Erst versteifte ich mich doch dann legte ich meine Arme ebenfalls um ihn. Wir lösten uns wieder voneinander und drehten uns um. Ich sah meine Freundinnen, die ein paar Meter entfernt auf mich gewartet hatten, an. Sie sahen gerade so überrascht aus, wie ich mich fühlte.
Ich lief auf sie zu und zog sie alle in eine große Gruppen Umarmung.
„Hey, womit haben wir das denn verdient?", fragte mich Marlene überrascht.
„Ja, ich dachte wir wären gemein und unsensibel.", lachte Lily.
„Und wir haben dich angelogen.", fügte Alice hinzu.
„Vergeben und vergessen. Jetzt gerade brauche ich euch unsensible Lügnerinnen!", ich musste lachen.
Danach gingen wir alle zusammen zurück zu unseren Schlafsaal. Diesen Abend schlief ich lächelnd ein, wissend, dass sich jemand ganz tolles für mich interessierte und ich wundervolle Freundinnen hatte, die mich unterstützten.
DU LIEST GERADE
smile or you have to explain || Rumtreiber
خيالGrace freut sich auf ein ganz normales Schulleben in Hogwarts voller Spaß und Abenteuer. Doch das sie währen ihrer Schulzeit ihre wahre Vergangenheit entdecken ahnt niemand. Schafft sie es sich selbst zu akzeptieren und trotz ihres Schmerzes glückli...
