Ausgetrickst

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Remus Lupin schaute mich mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an.

Mir lief der Schreck eiskalt den Rücken hinunter. Hatte er alles mitbekommen?Hatte er gesehen, wie ich meine Kräfte angewendet hatte?

Nach kurzer Zeit hatte ich mich wieder gefasst und bemerkte schließlich etwas sehr peinliches: Anscheinend stand ich für einige kurze Augenblicke stocksteif, mit weit aufgerissenen, angsterfüllten Augen da und starrte zurück.

Nun stellte ich erschrocken fest, dass er sich auf den Weg in meine Richtung machte und rechnete schon mit dem Schlimmsten, als mich Filius überraschend rettete: „Die Stunde ist vorbei, ihr könnt jetzt eure Sachen zusammen packen und gehen. Für heute bekommt ihr von mir noch keine Aufgaben auf, denn die meisten von euch haben es geschafft den Zauber auszuführen. Für die jeniegen denen es nicht gelungen ist bitte übt noch ein paarmal. Genießt noch die restlichen Tage."

In Windes eile packte ich meine Sachen zusammen und verließ, als eine der ersten, fluchtartig den Raum. Auf dem Korridor angekommen wartete ich kurz darauf, dass meine Freundinnen mich einholten und ging nach draußen in den Innenhof: „Bist du immer so schnell?", keuchte Marlene.

„Nur wenn's sein muss!", dachte ich und musste zum Glück nicht antworten, da meine Freundinnen schon ein Gespräch darüber führten, wie der Unterricht mit Filius war und wie wohl Minerva unterrichtet.

Während die drei redeten schaute ich mich unauffällig nach den vier Trantüten um und besonders nach einem gewissen Remus Lupin. Ich wollte schon durch atmen, als ich die vier auf uns zu kommen sah.

James hatte schon wieder seinen überheblichen Blick aufgesetzt und ich konnte schon ahnen was er vorhatte, als er direkt auf Lily zusteuerte.

Die anderen hatten die Jungs noch nicht bemerkt und unterhielten sich noch immer. Mit einem stups und einem stummen Kopf nicken machte ich Lily auf die vier aufmerksam.

„Na, Evans!", legte Potter auch schon los: „Hast du heute Lust mit mir auszugehen?"

Alice und Marlene schauten Lily erwartungsvoll an, doch ich schaute zu Lupin. Er beobachtete mich mit einem undefinierbaren Blick.

Während dessen legte Lily erneut damit los unendlich viele Gründe auf zu zählen warum sie auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen mit Potter ausgehen würde. Doch ich hielt Lupins Blick nun endgültig nicht mehr aus: „Muss aufs Klo!", murmelte ich, wissend, dass keiner der drei mich gehört hatte.

Meine Sachen ließ ich vorerst bei ihnen und machte mich auf den Weg. Mein Ziel war jedoch nicht das Klo, sondern die Küche. Ich brauchte jetzt wirklich was zu essen.

Mein Magen knurrte laut und ich merkte, wie meine Kräfte, die in mir schlummerten mich unglaublich hungrig machten. Dies ist noch ein Grund weshalb ich Essen sehr zu schätzen weiß.

Doch als ich gerade einen Korridor entlang ging, auf direktem Weg zur Küche, bemerkte ich wie mich jemand verfolgte. Mich packte die Angst, denn mich beschlich ein Verdacht. Schnell versteckte ich mich hinter einer Ritterrüstung und wartete.

Kurze Zeit später schon bestätigte sich mein Verdacht: Remus Lupin verfolgte mich. Dies machte mich unglaublich wütend. Was bildet sich dieser Lappen eigentlich ein, mir grundlos solche Angst ein zu jagen.

Kurz sprach meine Vernunft: Aber er weiß doch gar nicht, dass dir das Angst ein Jagd. Oder er ist auch nur zufällig hier.

Aber mein Zorn siegte, was ich darauf zurück führte, dass mein Hunger mich weiterhin quält.

Um jetzt unbemerkt in die Küche zu gelangen musste ich mich nur heimlich davonschleichen. Aber wo blieb da der Spaß und der Denkzettel an Lupin mich nicht einfach so zu verfolgen? Also entschied ich mich für den Denkzettel: Ich rannte lautstark hinter der Rüstung hervor in die entgegengesetzte Richtung. Natürlich bemerkte Lupin mich und rannte mir hinterher. Ich wusste sehr wohl das ich schneller als er war und so lief ich nicht ganz so schnell, so dass er mich nicht aus den Augen verlor. Doch ich hatte ihn unterschätzt. Er holte schneller auf als mir lieb war und so musste ich doch viel flotter laufen.

Ich rannte scharfe Kurven und durch so ziemlich alle Gänge in diesem Abschnitt von Hogwarts. Ich blieb vor einem Gemälde mit vielen Früchten darauf stehen und kitzelt die Birne. Ein Geheimgang öffnete sich vor mir. Ich schaute noch einmal zurück, um mich zu vergewissern, dass Lupin wirklich nicht in meiner Nähe war und betrat dann die Küche.

Innerhalb weniger Sekunden wuselten bereits zehn Hauselfen um mich herum: „Was kann ich Ihnen bringen, Meisterin Grace?", fragte mich eine kleine Hauselfe in einem löchrigen Rock.

„Ein bisschen Obst und etwas Schokolade, danke Dinny.". Ein paar Sekunden später verließ ich die Küche mit einem Korb voller Obst und Schokoladentafeln.

Mal wieder hatten die Hauselfen ein bisschen übertrieben mit dem Service, aber gerade deshalb konnte man sie einfach nur lieben.

Auf dem Innenhof angekommen sah ich wie die Hirnlosen immer noch mit meinen Freundinnen diskutierten. Ich stellte mich zu ihnen als wäre nichts gewesen und biss genüsslich in meinen Apfel.

Kurz danach kam ein keuchender Remus Lupin bei uns an. Ihm vielen fast die Augen aus dem Kopf. „Schokolade?", fragte ich höflich, doch mein Lächeln konnte ich nur schwer unterdrücken.

Lupin war jedoch viel zu verdattert um zu antworten. „Ah Grace, ich hab gar nicht bemerkt das du wieder da bist. Woher hast du denn das ganze Essen?", fragte mich Lily. Potter, der immer noch redete, ignorierte sie einfach.

„Ich war in der großen Halle, da hatten sie noch etwas vom Frühstück übrig.", log ich. Diesmal hatte ich mir nämlich vorher eine Ausrede überlegt.

„Kommt, lasst uns zur nächsten Stunde Verwandlung gehen.", schlug Alice vor. Wir machten uns also auf dem Weg, ohne die vier Arschgeigen noch einmal eines Blickes zu würdigen.

Den Korb nahm ich mit, konnte es mir aber nicht verkneifen eine der Schokoladentafeln Lupin in die Hand zu drücken während wir an ihnen vorbeiliefen. Es schaute immer noch äußerst verwirrt, bedankte sich lustigerweise aber trotzdem bei mir.

smile or you have to explain || RumtreiberGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt