Im Schlafsaal angekommen, musste ich erst einmal wie erwartet, die Fragen und Sticheleien von Alice und Lily über mich gehen lassen. Nach dem fünfzehnten Mal glaubten sie mir dann endlich das Remus und ich nur Freunde waren.
Die Zeit bis Marlene auftauchte, vertrieben wir uns mit Zauberschach und als sie dann kam, war sie an der Reihe mit dem beantworten der Fragen.
„Es war wunderbar!", berichtete Marlene mit strahlenden Augen: „Wir hatten so viel Spaß und haben durchgehend gelacht und wollen uns wieder treffen. Bald! In den Ferien! Ist das nicht großartig?!"
„Oh Marlene, wir freuen uns ja so für dich.", Lily lief auf sie zu und umarmt sie fest. Sofort schlossen Alice und ich uns ihr an. „Du musst uns sofort schreiben, sobald es irgendwas Neues gibt.", befahl ich ihr.
Aufgeregt nickte sie.
Der restliche Abend lief relativ ereignislos ab, bis ich abends ins Bett wollte und bemerkte, dass ich nicht lesen konnte, weil mein Buch weg war. Erst nach ein paar vergeblichen Minuten des Suchens fiel mir wieder ein, dass ich es ja Remus zum anschauen gegeben hatte und dann wohl vergessen hatte, es wieder mitzunehmen.
Naja, dann hatte ich wenigstens noch einen guten Grund, morgen mit ihm zu sprechen. Stopp! Was hatte ich gerade gedacht? Ich konnte doch jederzeit mit ihm reden ohne einen Grund. Außerdem klang das jetzt so, als ob es für mich das Wichtigste wäre, noch einmal vor den Ferien mit ihm sprechen zu können. Ich meine ja klar wäre es schön, aber ich brauchte es jetzt wirklich nicht so unglaublich doll. Oder? Naja. So oder so brauchte ich mein Buch zurück.
Ohne dieses hatte ich nur den fast vollen Mond vor meinem Fenster als Beschäftigung vor dem einschlafen.
Am nächsten Morgen hielt ich Remus bei nächster Gelegenheit auf: „Hey Remus. Äh ich glaube, du hast noch mein Buch oder?"
„Oh ja. Ich hab es mitgenommen in unseren Schlafsaal. Wenn du eben mitkommen kannst, kann ich es dir sofort geben."
Ich stimmte zu und so gingen wir die kurze Strecke von der großen Halle zu den Jungen Schlafsälen.
„Ich bin gleich wieder da." Damit verschwand er durch die Tür nach drinnen. Weniger Sekunden später kam er zurück
„Hier ist es.", sagte er und reichte es mir mit beiden Händen.
Ich griff nach dem Buch, und unsere Hände berührten sich dabei. Wir beide verharrten. Es war, als hätte man uns eingefroren. Und ich wollte nie wieder aufgetaut werden. Ich sah auf und betrachtete sein Gesicht.
Der schöne Moment war vorbei. Ich hatte ihn heute noch gar nicht richtig betrachtet. Aber jetzt sah ich, wie schlimm er eigentlich aussah. Er hatte tiefe Augenringe. Seine Lippen waren trocken und brüchig. Er schien fast keine Farbe im Gesicht zu haben, und in seinen Augen waren zahlreiche rote Äderchen.
„Hey, alles okay? Du siehst schrecklich aus. Bist du krank?", ich wollte gerade meine Hand ausstrecken, um an seiner Stirn zu fühlen ob er Fieber hat, als er meiner Hand ruckartig abfängt.
Er wich meinem Blick aus, als ich ihn verwirrt und etwas verletzt ansah.
„Es ist alles okay! Sorry, ich muss jetzt gehen. Wir sehen uns nach den Ferien."
Autsch. Das fühlte sich an wie eine Backpfeife. Ich verstand es nicht. Warum war er auf einmal so abweisend. Hoffentlich hatte ich nichts falsch gemacht.
Den ganzen Tag musste ich daran denken und hoffte inständig, dass er mich noch mochte. Als meine Freundinnen fragten, warum ich so still war, erzählte ich ihnen grob, was passiert war. Sie beruhigten mich und überzeugt mich davon, dass ich nichts falsch gemacht hatte. Ach, ich liebe diese drei so sehr! Trotz der Überzeugungskraft der drei ging mir Remus Verhalten dennoch nicht aus dem Kopf.
Erst am nächsten Tag vergaß ich es, als ganz Hogwarts in Aufruhr war. Es war der Tag der Abreise und ich freute mich schon auf eine entspannte und lustige Zugfahrt mit Lily, Marlene und Alice. Nachdem wir endlich den Abreise-Pack-Stress hinter uns hatten, atmete ich erleichtert auf als wir alle vier in einem schönen Abteil im Hogwarts Express saßen und der Zug langsam los fuhr. Die Zugfahrt war wirklich sehr entspannt und lustig. Zwischendurch kamen Frank und Dorcas, um uns Gesellschaft zu leisten. (Über Letztere freuten wir uns besonders). Zu meinem Bedauern tauchte Remus jedoch kein einziges Mal auf.
Als wir den Zug verließen und das altbekannte Gleis betraten, verspürte ich eine heftige Trauer und Enttäuschung. Remus und ich würden uns jetzt einen Monat nicht sehen und das letzte Treffen von uns wirkte wie das beenden unserer Vertrautheit. Was hatte ich bloß falsch gemacht? Irgendwie schaffte ich es so zu tun, als wenn nichts wäre, und verabschiedete mich von Lily, Alice, Marlene, Frank und Dorcas.
Als Albus kam, nachdem sich das Gleis so gut wie geleert hatte, war ich immer noch tief in Gedanken versunken. Albus fiel das wohl auf, denn er fragte direkt, was los war. Ich erzählte ihm, was passiert war. Hatte ich da gerade einen Hauch von Trauer über seine Augen huschen sehen? Wahrscheinlich tat es ihm nur für mich leid.
„Grace, Liebes, manchmal ist im Leben nicht alles so einfach, wie du denkst. Es ist ein Kunstwerk in einem mehrdimensionalen Raum. Du kannst einen Teil sehen, der andere bleibt dir verborgen. Doch wenn du mutig bist und ein paar Schritte um das Kunstwerk herum gehst, entdeckst du neue Seiten. Gib nicht auf!"
Etwas komischer Spruch, aber ich wusste die Mühe von Albus zu schätzen. Er hatte ja recht.
Aber würde ich die Schritte schaffen können?
||Heyy. Also erstmal will ich sagen HEILIGE SCHEIßE zwei tausend Reader ist krass. Vielen, vielen Dank! Ich weiß ich hatte dieses Jahr ein paar Probleme mit dem regelmäßigen hochladen aber ich hab mich aufgerafft wieder weiter zu machen. Kaum zurück bin ich jetzt aber schon wieder weg um das sechste Schuljahr von Grace zu schreiben. Da wird einiges abgehen und ich hoffe das meine Ideen euch gefallen werden. Sehen uns dann 🩵🩵||
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smile or you have to explain || Rumtreiber
FantasiaGrace freut sich auf ein ganz normales Schulleben in Hogwarts voller Spaß und Abenteuer. Doch das sie währen ihrer Schulzeit ihre wahre Vergangenheit entdecken ahnt niemand. Schafft sie es sich selbst zu akzeptieren und trotz ihres Schmerzes glückli...
