Versprochen!

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Wir hatten gerade die letzte Stunde des Tages hinter uns gebracht, als ich merkte, wie Lily wieder einmal schweigend ihre Sachen zusammen packte und Richtung Bibliothek verschwand. In dem Moment fasste ich den Beschluss. Fest entschlossen lief ich Lily hinterher und hatte sie bereits nach ein paar Schritten eingeholt. Ich packte sie am Handgelenk und schleifte sie hinter mir her. Anfangs versuchte Lily, sich noch zu wehren, gab aber dann doch kraftlos auf und trabte grummelnd hinter mir her.

Plötzlich drehte ich mich um und ging ein paar Meter in die entgegengesetzte Richtung. Lily schaute mich verwirrt an. Das ganze Manöver zog ein weiteres Mal durch. Ich merkte, wie Lily sich beschweren wollte, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken als sich aus der Wand vor uns mit steinernden Geräuschen eine Tür formte.
Sobald diese damit fertig war, zu erscheinen, trat ich hinein.

Vor uns entblößte sich ein Raum, welcher voller weicher Teppiche und Möbel war. In einer Wand in dem überschaubaren Raum befand sich einen Kamin, in dem ein Feuer hell und warm brannte und so alles angenehm erwärmte. Staunt schaute Lily sich um, während ich die Tür zum Raum der Wünsche, sorgfältig abschloss, damit wir nicht gestört wurden.

„Wow. Was ist das für ein Ort? Und warum ist eine Tür gerade aus der Wand gekommen? Und warum sind wir überhaupt hier?"
Auf diese Fragen hatte ich mich auf dem Weg hierhin vorbereitet: „Das ist der so genannte Raum der Wünsche. Wenn du dreimal an dieser Wand vorbei läufst, erscheint eine Tür, hinter welcher sich befindet, was du gerade suchst. Ich habe den Raum vor einiger Zeit per Zufall gefunden. Da ich mir nicht sicher war, was ich da gesehen hatte, bin ich zu Professor Dumbledore gegangen und hab ihn gefragt, ob das so sein soll, dass da plötzlich eine Tür erscheint. Er erklärte mir daraufhin die Funktion des Raumes und bat mich, ist nicht weiter zu erzählen da dieser sonst wahrscheinlich sehr oft von Schülern für heimliche Mitternachtspartys genutzt werden würde. Also erzählte ich es keinem. Es tut mir leid."

Lily nickte. Ich hatte ja sogar die Wahrheit gesagt. Genau das war geschehen, als ich Albus das erste Mal auf den Raum der Wünsche ansprach. Nun, nach meiner Erklärung, und nach dem ersten Schreck schaute Lily mich wieder böse und traurig an. „Lily...", setzte ich an, doch sie unterbrach mich: „Was willst du?"
Ich antwortete nicht darauf. Stattdessen ging ich schnellen Schrittes auf Lily zu und nahm sie in den Arm.

„Ey, was machst du da? Lass mich los! Ich will nicht umarmt werden! Lass mich los!", ihre Stimme wurde immer lauter, doch ich ließ nicht los. Plötzlich brach ihre Stimme, und es wurde leise. Ihr Körper wurde schlaff und bewegte sich nur noch kaum merklich, während sie weinte. Ich hielt sie dabei einfach nur fest, und sie lehnte sich an mich. Ich wartete, bis ihre Tränen nach und nach vererbten. Langsam ließen wir uns auf den gepolsterten Boden sinken. „Wie geht's dir?", fragte ich sanft.
„Besser", schnief Lily, worauf ich lächeln musste.

„Willst du darüber reden?" Sie schüttelte den Kopf und legte diesen danach auf meine Schulter. Ich legte meinen Kopf an ihn. So saßen wir eine Weile da und starten Gedanken verloren in die tanzenden Flammen des Feuers. „Es ist Petunia.", Lilys heisere Stimme durchdrang die Stille.
„Deine Schwester?", fragte ich, um sicher zu gehen.
Lily nickte. „Was passiert?"
„Sie verabscheut mich! Seit ich nach Hogwarts gehe, redet sie schlecht über mich, beschimpft mich und ignoriert mich jedes Mal, wenn ich zu Hause bin.", Lily begann wieder zu schluchzen.

Ich lauschte aufmerksam und streichel dabei ihren Rücken zum Trost. „Sie nennt mich und all meine Freunde Missgeburten und versucht ständig, Mom und Dad gegen mich aufzubringen.", fuhr sie fort.
Bei diesen Worten über kam ich eine unglaubliche Wut auf Petunia, und ich musste mich bemühen, dass mein Sichtfeld nicht rot wurde.
Wie konnte sie es wagen, Lily eine Missgeburt zu nennen? Wie konnte sie es wagen, der Grund dafür zu sein, dass Lily weint? Ich atme einmal tief durch. Lily war nicht geholfen, wenn ich sauer wurde.
„Hey süße, guck mich an.", sanft nahm ich ihren Kopf und drehte ihn zu mir.
„Weißt du, was ich sehe, wenn ich dich anschaue?", fragte ich sie.
Sie schüttelte den Kopf. „Ich sehe eine wunderschöne, begabte, clevere, gutherzige, fröhliche, freundliche und umwerfende Hexe. Und weißt du, wer das gleiche sieht wie ich?"

Inzwischen begann Lily schwach zu lächeln.
„Marlene, Alice, deine Mutter, dein Vater, sämtliche Lehrer von Hogwarts, Frank, Severus und, auch wenn du es nicht wahrhaben willst, James."
Nun lachte Lily leicht auf: „Hahaha, ich will nicht, dass die Dumpfbacke mich mag."

Daraufhin musste ich ebenfalls lachen und fuhr fort: „All diese Leute sehen dich als wunderbaren Menschen. Dann ist das
ebenso das Petunia dich nicht mag. Wenn sie so etwas sagt, kennt sie dich nicht und hat dich auch nicht verdient. Nur weil ihr verwandt seid heißt das noch lange nicht das du ihr Liebe schuldest. Weine nicht um eine Person, die dich nicht wertschätzt. Ich werde für immer für dich da sein. Versprochen!", daraufhin spreizte ich meinen kleinen Finger von meiner Hand ab und hielt ihn Lily hin. Diese tat das selbe und unsere kleinen Finger verhaken sich kurz. „Danke."
Ich lächelte. „Gerne, immer!"

smile or you have to explain || RumtreiberGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt