Die fette Dame schrie empört auf, und ich sah Lily, die mich ebenfalls erschrocken anschaute.
„Lily, was ist los?", fragte ich.
„Marlene ist krank, wirklich krank, und ich hohle jetzt schnell McGonagall, damit sie Marlene in den kranken Flügel bringen kann. Ich hab nämlich keine Ahnung, wie man eine schwebende Liege zaubert und ich möchte es nicht wagen, Wingardium Leviosa bei Marlene anzuwenden. Ich weiß auch gar nicht, was ich tun soll. Aber ich will ja auch helfen. Ich brauche schnell Professor McGonagalls Rat. Hoffentlich wird sie uns helfen können.", berichtete Lily schnell.
Erschrocken riss ich die Augen auf: „Oh Gott, ich komm mit!"
Lily nickte knapp und raste gleich darauf an mir vorbei. Wenn's nötig war, konnte dieses Mädchen rennen wie ein Gepard. Ich konnte nur mit größter Mühe Schritt halten.
Als wir wenig später keuchend vor Minervas Büro standen, klopfte Lily laut und energisch an. Mit einem verärgerten Ausdruck im Gesicht öffnete uns Minerva, bereits im Schlafgewand, die Tür. Ihre Züge wurden sofort ernst, als sie uns erkannte und unsere verzweifelten Gesichtsausdrücke bemerkte: „Miss Roberts, Miss Evans, was machen Sie während der Ausgangssperre hier? Was ist passiert?"
Lily kam schneller als ich wieder zu Atem und berichtete ihr in Windeseile, was geschehen war.
„Verstehe.", sagte Minerva sofort: „Ich werde mich augenblicklich auf den Weg machen. Miss Roberts, sie begleiten mich. Miss Evans, bitte laufen Sie zum Krankenflügel zu Miss Pomfrey und erklären Sie ihr die Situation. Sie soll schnell ein Bett und einen Heiltrank vorbereiten."
Schnellen Schritten lief sie voraus und ich eilte hinterher, während Lily schon davon sprintete. Minerva wandte sich an mich: „Grace, weißt du, was mit Miss McKinnon los sein könnte?"
„Nein, ich hab sie heute noch gar nicht gesehen. Ich war den ganzen Tag mit Albus bei Aberforth und als ich wieder kam, lief Lily mir entgegen. Ich weiß genauso viel wie du."
„Ah, verstehe. Nun gut, wir werden sehen."
Als wir in unserem Schlafsaal ankamen, war erst mal niemand in Sicht.
„Marlene?", fragte ich in den scheinbar leeren Raum.
„Hier drin.", antwortete mir Alice Stimme, die aus dem Bad kam.
Minerva ging zielstrebig darauf zu. Ich blieb erst mal im Raum stehen und folgte nicht, da im kleinen Bad nicht besonders viel Platz war und ich eh nicht wusste wie ich helfen könnte. Ein paar Momente später kam Alice mit einem besorgten Gesichtsausdruck auf dem Gesicht aus dem Bad.
„Alice! Wie geht es Marlene? Was hat sie?", fragte ich sofort.
„Ich weiß nicht, was sie hat. Aber ihr geht es alles andere als gut. Sie übergibt sich immer wieder und ihr ist schon seit ungefähr einer halben Stunde schlecht. Inzwischen glüht sie. Wahrscheinlich Fieber. Aber das Schlimmste ist, dass sie Blut gespuckt hat. Gerade eben erst. Deshalb ist Lily auch direkt losgelaufen, um Hilfe zu holen. Es war nicht viel, aber ich hab trotzdem Angst um sie.", Alice wirkte komplett fertig mit den Nerven.
Erschrocken riss ich die Augen auf. Ich streckte die Arme aus und drückte Alice fest an mich. Sie ließ sich etwas in meiner Umarmung sinken. „Hey, es wird alles gut. Du wirst schon sehen. Madame Pomfrey wird ihr einen Heiltrank geben und sie wird im nu wieder gesund.", flüsterte ich ihr beruhigend zu.
Kaum hatte ich geendet, kam auch schon Minerva aus dem Bad und hinter ihr flog eine Liege, worauf Marlene Schweiß nass und mit halb geschlossenen Augen lag. Auf ihren Kleidern waren Blutspuren zu sehen, was mir einen Schauer über den Rücken liefen lies. Behutsam legte ich ihr die Hand auf die Stirn. Sie war unfassbar warm. Ich strich noch die nassen Haare aus ihrem Gesicht, ehe sie an mir vorbei aus der Tür flog.
„Da Miss Evans bereits im Krankenflügel ist. Können Sie, Miss Roberts hier bei Ihrer Freundin bleiben und sie etwas beruhigen?", sagte Minerva. Ich nickte und war beeindruckt, wie gut sie darin war die Führung zu übernehmen und ein kühlen Kopf zu bewahren.
Die Tür fiel zu, und Alice Beine knickten erschöpft unter ihr weg. Die letzten Minuten mussten eine unglaubliche seelische Anstrengung für sie gewesen sein. Ich drücke sie sanft an mich.
„Ich hab so schreckliche Angst um sie, Grace.", schluchzte sie in meinen Arm.
„Ich weiß. Das habe ich auch. Aber alles wird gut. Versprochen!". Ich drücke sie noch etwas fester an mich.
„Hey, wollen wir uns etwas ablenken? Ich hätte ein paar Brettspiele oder ein paar schöne Geschichten, die ich dir vorlesen kann."
„Zauberschach?", schniefte Alice. Ich grinste. Eilig holte ich das alte Schachbrett aus meiner Kommode und setzte mich auf Alice Bett.
Alice stand auf und setzte sich schräg gegenüber von mir hin, so dass ich noch beruhigend ihren Arm streicheln konnte. Wir spielten eine Weile, bis Lily den Raum betrat und uns erzählte, was sie im kranken Flügel erlebt hatte. Sobald Minerva mit Marlene bei Poppy angekommen war hatte sie sich um Marlene gekümmert und Lily versprochen, dass sie wieder fit werden würde. Außerdem hatten wir ihre Erlaubnis, morgen früh für 5 Minuten zu Marlene zu gehen. Zwar wusste Poppy noch nicht, was der Grund dafür war, dass Marlene Blut gespuckt hatte aber sie würde uns morgen in Ruhe ihre neuen Erkenntnisse zu Marlenes Gesundheitszustand erzählen. Ich war Poppy insgeheim sehr dankbar, als ich Lilys Bericht hörte, da diese normalerweise sehr streng mit den Besucher Zeiten war. Wobei 5 Minuten jetzt auch nicht der Hit sind. Aber besser als nichts. Den restlichen Abend verbrachten wir mit Brettspielen und gingen anschließend ins Bett.
DU LIEST GERADE
smile or you have to explain || Rumtreiber
FantasyGrace freut sich auf ein ganz normales Schulleben in Hogwarts voller Spaß und Abenteuer. Doch das sie währen ihrer Schulzeit ihre wahre Vergangenheit entdecken ahnt niemand. Schafft sie es sich selbst zu akzeptieren und trotz ihres Schmerzes glückli...
