Kapitel 38 - Folter

456 19 0
                                        



Mia

"Was wollen sie von mir?"

"Was habe ich ihnen getan?"

"Hey, ich rede mit ihnen."

Frustriert lehne ich mich zurück und versuche den Schmerz meiner Fesseln zu ignorieren. Gegenüber von mir steht einer der Kerle die mich entführt haben und starrt über meinen Kopf hinweg.

Schon die ganze Fahrt über habe ich versucht den Männer Informationen zu entlocken, doch sie schweigen mich einfach rigoros an. "Wollen sie mich hier verhungern lassen oder kommt da noch was?", hake ich genervt nach.

Zwar weiß ich nicht wo ich den Mut her habe, aber es macht Spaß. Verdrießen seufze ich und beiße die Zähne zusammen. Na das kann ja was werden. Wir sind in einem heruntergekommen Raum, wo der Putz von den Wänden kommt.

Es fängt schon an zu Schimmeln und stinkt widerlich nach verdorbenen Eiern. Mit rümpfender Nase versuche ich mehr zu erkennen, aber ich bin äußerst fest an diesen verdammten Stuhl gefesselt, so das mein Blickfeld eingeschränkt ist.

Plötzlich ertönen Schritte hinter mir, die sich langsam auf mich zubewegen. Nervös straffe ich die Schultern und schärfe all meine Sinne. "Danke das sie gekommen sind, Miss Clark.", ertönt die fremde Stimme hinter mir.

"Ich hatte ja kaum eine Wahl.", erwidere ich schnippisch und versuche eine Blick auf den Sprecher zu bekommen. Wieder bewegt er sich, umrundet mich und stellt sich vor mich. "Ich hätte es gerne anders gemacht, aber dein Pitbull hätte uns sonst nicht an dich ran gelassen."

Von irgendwo her holt er sich einem Stuhl und setzt sich breitbeinig auf den Stuhl. Angespannt beobachte ich ihn und versuche meine Atmung flach zu halten. Hyperventilation wird mir hier nicht weiter helfen. Ganz und gar nicht.

"Wie schön das Theo das nicht zu entscheiden hat. Sie hätten mich einfach fragen können.", sage ich bemüht sachlich und räuspere mich. Mein Hals ist trocken und ich habe das Gefühl nicht mehr richtig atmen zu können.

"Wir wissen beide dass das nicht so einfach gewesen wäre, aber lassen wir das. Wir haben wichtigeres zu besprechen.", wechselt Mister Unheimlich das Thema. Ich reagiere nicht, sondern warte einfach das er weiter spricht. Keine Ahnung was ich überhaupt sagen soll.

"Wo hält Lopez deinen Vater fest?", fragt Mister Unheimlich direkt und bedeckt mich mit einem streng Blick. Verwirrt ziehe ich die Augenbrauen zusammen. "Sie arbeiten für meinen Vater?", hake ich geistesabwesend nach und lege den Kopf schief.

Was hat mein Vater mit der ganzen Sache zu tun? Außerdem dachte ich schon lange das er Tod ist. Theo wollte ihn umbringen. Müsste er das nicht wissen? "Gotteswillen, nicht doch.", bricht er schallend in Gelächter aus.

Angewidert zieh ich eine Grimasse und versuche die ganzen kleinen Puzzleteile zusammenzusetzen. Doch es fehlen einfach zu viele Teile, um ein erkennbaren Bild zu sehen. "Was wollen sie dann vom ihm?"

"Wusstest du das er ein kleines Bordell in Barcelona betrieben hat?", fragt mich der Typ wieder ernst und setzt sein Pokerface wieder auf. Erschrocken weiten sich meine Augen. Dieser Wichser. Kein Wunder das er so ein idiotischer Vater war.

Kopfschüttelnd schaue ich nach unten und bin nicht so überrascht wie ich es hätte sein sollen. Von diesem Mann habe ich nichts positives erwartet also warum sollte mich das dann schockieren? Er ist einfach ein Mistkerl. Ganz einfach.

"Nein, ich weiß vieles nicht über meinen Vater, außer das er ein Arschloch ist.", spucke ich ihm entgegen und zerre erneut an meinen Fesseln. Die Kabelbinder bohren sich noch tiefer in meine Haut und plötzlich spure ich eine leichte Feuchte an meinen Händen.

Todo o nada 3Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt