᯽ TᗩᗴᕼYᑌᑎᘜ ᯽
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Langsam hob ich meinen Blick und ließ ihn durch den Käfig wandern. Das dumpfe Klirren der Bambusstäbe hallte in meinen Ohren wider, ein unwillkommener Begleiter in dieser düsteren Stille. Der einzige, der noch bei uns war, war Hyunbin. Er kauerte in einer Ecke, seine Schultern bebten, während seine Lippen sich in einem unhörbaren Gebet bewegten. Der Geruch von verbranntem Fleisch lag schwer in der Luft, drang in meine Nase und brachte meinen Magen zum Aufwühlen.
Ein Kloß bildete sich in meiner Kehle, und ich wagte es kaum zu fragen. Doch schließlich brach die Frage durch meine Lippen, zitternd und brüchig: "S-sind Mrs. Chang und Mrs. Won...?"
Ich konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, als Hyunbin kurz und kräftig nickte. Die unausgesprochenen Worte trafen mich wie ein Schlag, und sofort schlug ich mir die zitternde Hand auf den Mund, um einen Schrei zu unterdrücken. Meine Augen füllten sich mit Tränen, und ich spürte, wie mir die Kontrolle entglitt. Entsetzt sah ich zu Jungkook hinüber, der mit eisigem Blick durch die Gitterstäbe in die Ferne starrte. Seine Entschlossenheit schien unerschütterlich, doch ich kannte ihn gut genug, um die Angst zu sehen, die tief in seinem Inneren lauerte.
"Als wir ankamen, war es später Nachmittag.", begann er ruhig und mit einer Präzision, die mich erschaudern ließ. "Die Sonne ging hinter uns unter... das bedeutet, die Yacht muss in dieser Richtung liegen." Seine Finger deuteten ins Ungewisse, doch seine Augen verrieten keine Zweifel. Dann wandte er sich zu Hyunbin um und fragte: "Hast du den Schlüssel für die Yacht bei dir?"
Hyunbin nickte stumm und reichte ihm einen kleinen, silbrigen Schlüssel. Jungkooks Finger schlossen sich darum, und er sah ihn einen Moment lang an, als läge darin unser aller Überleben. Mein Herz raste. Er hatte einen Plan. Aber warum fühlte sich das so an, als würde mir dieser Plan nicht gefallen?
Dann wandte er sich an mich. Sein Blick suchte meinen, und ich fühlte mich, als würde ich unter seinem ernsten, aber auch verzweifelten Ausdruck zerbrechen. Noch immer kniete ich auf dem kalten, dreckigen Boden, meine Hände fest gegen meinen Mund gepresst, um die aufsteigenden Schluchzer zu unterdrücken. Ich wollte nicht hören, was er sagen würde. Doch seine nächsten Worte waren unausweichlich.
"Taehyung...", begann er, und seine Stimme war ruhig, doch ich hörte das leichte Zittern darin. Es schnitt durch die Stille wie ein Messer. "Wenn es dunkel wird, musst du los. Du musst zur Yacht rennen und das Satellitentelefon holen... und zurückkommen." Sein Blick war fest, durchdringend. Meine Lippen öffneten sich, ich wollte widersprechen, doch er ließ mir keine Zeit, und dann kam das, was mir endgültig den Boden unter den Füßen wegriss: "Du musst, so schrecklich es klingt, unser unentdeckter Köder sein."
Mein Atem stockte. Das Wort hallte in meinem Kopf wider, und ich spürte, wie sich die Welt um mich herum auflöste. Köder. Ich sollte derjenige sein, der das Risiko getötet zu werden auf sich nimmt, um ihm die Chance zu geben, diesen Plan umzusetzen. Mein Körper fühlte sich an, als hätte jemand das Gewicht der Welt darauf gelegt. Ich konnte nicht denken, konnte nicht sprechen. Ein eisiger Schauer kroch meinen Rücken hinab, und meine Hände sanken langsam von meinem Mund herab, schlaff und nutzlos.
Nein, wollte ich sagen. Aber kein Laut kam über meine Lippen. Alles in mir schrie, dass ich nicht konnte, dass er das nicht von mir verlangen durfte. Doch als ich in seine Augen sah, trafen mich die unausgesprochenen Worte darin härter als alles andere. Er glaubt an mich. Er vertraut mir. Und das war der Teil, der mich am meisten schmerzte. Ich konnte sehen, wie schwer ihm diese Entscheidung fiel, wie sehr es ihm das Herz zerriss, mich darum zu bitten. Doch er tat es, weil er keinen anderen Weg sah. Und obwohl ich wusste, dass wir keine Wahl hatten, fühlte es sich an, als würde er mich ins Messer laufen lassen.
Mein Magen zog sich zusammen, und eine Mischung aus Angst, Verzweiflung und stillem Zorn kroch in mir hoch. Wie konnte ich das tun? Wie sollte ich in die Dunkelheit hinauslaufen, mit dem Wissen, dass ich dabei gefangen, verletzt oder sogar getötet werden könnte? Aber dann war da dieses kleine, flackernde Licht in mir, eine schwache Stimme, die flüsterte: Wenn du es nicht tust, dann verliert ihr alles.
Ich schluckte hart und spürte die heißen Tränen in meinen Augen. Mein Kopf schüttelte sich fast automatisch, doch meine Hände ballten sich langsam zu Fäusten. Alles in mir kämpfte gegen die Vorstellung, aber gleichzeitig formte sich eine Entschlossenheit tief in meinem Inneren. Ich wollte ihn nicht enttäuschen. Ich wollte nicht zulassen, dass wir hier sterben, ohne es wenigstens versucht zu haben.
"Okay." flüsterte ich schließlich, meine Stimme kaum mehr als ein gebrochenes Hauchen, das kaum die Last dieser einen, alles verändernden Entscheidung tragen konnte. "Ich mache es."
Die Worte fühlten sich an wie eine fremde Sprache, die ich kaum aussprechen konnte, und doch schienen sie den Raum zu füllen, als hätten sie ein Eigenleben. Mein Herz schlug unregelmäßig, als ob es gegen meinen eigenen Mut protestieren wollte. Ich konnte Jungkooks Blick kaum ertragen – diese Mischung aus Erleichterung, Schmerz und unerschütterlichem Vertrauen in mich. Es war, als würde er mit diesem Blick alles in meine Hände legen, und ich wusste, dass ich diese Bürde nun tragen musste.
Bevor ich weiter denken konnte, fiel er vor mir auf die Knie, zog mich mit einer verzweifelten Dringlichkeit in seine Arme und presste seine Lippen auf meine. Der Kuss war nicht sanft, nicht behutsam – es war ein Aufschrei, ein stummer Flehen, ein verzweifelter Versuch, die Zeit anzuhalten. Seine Hände krallten sich in meinen Rücken, hielten mich so fest, als könnte allein dieser Griff mich beschützen vor dem, was kommen würde. Ich spürte die zittrigen Atemzüge, die durch seine Nase strömten, und das leichte Beben seines Körpers, das er so gut zu verbergen versuchte.
Meine Psyche war am Ende, ein zerbrechlicher Scherbenhaufen, und ich fühlte, dass es ihm genauso ging. Doch in diesem Moment war es egal. In seinem Kuss lag alles, was ich gerade noch greifen konnte: die Angst, die Hoffnung, die Liebe, die uns immer wieder durch die Dunkelheit getragen hatte.
Aber die Angst war da – sie pochte in meinen Schläfen, brannte in meiner Brust. Es war nicht nur die Angst zu scheitern, sondern die lähmende Furcht davor, ihn im Stich zu lassen. Die Aufgabe vor mir war wie ein Abgrund, schwarz und unendlich tief, und ich wusste, dass ein Fehltritt das Ende bedeutete. Mein Kopf brüllte nach Flucht, nach einem anderen Weg, aber mein Herz klammerte sich an den Gedanken, dass ich das tun musste. Für ihn. Für uns.
"Ich habe solche Angst, Kookie...", flüsterte ich gegen seine Lippen, als sich die Tränen unaufhaltsam aus meinen Augen lösten. Meine Stimme zitterte, und mit jedem Wort fühlte ich mich kleiner, verletzlicher. "Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn sie mich fangen? Was, wenn ich...?"
"Hey, Taebaby..", Jungkooks Stimme war heiser, fast rau, als er sich leicht zurückzog und seine Hände an meine Wangen legte. Seine Daumen wischten über meine feuchten Wangenknochen, und sein Blick bohrte sich in meinen. In seinen Augen lag eine Stärke, die ich so oft bei ihm gesehen hatte, die mich immer wieder dazu brachte, an mich selbst zu glauben, auch wenn ich es nicht konnte. "Du wirst es schaffen. Du bist der mutigste Mensch, den ich kenne. Und ich... ich werde hier sein. Ich warte auf dich. Egal, was passiert."
Seine Worte waren wie ein Anker, der mich daran hinderte, in meiner Panik zu versinken. Ich klammerte mich an sie, obwohl die Angst weiterhin wie eine eisige Hand um mein Herz griff. Seine Stirn legte sich gegen meine, und wir verharrten so, während die Welt um uns herum stillstand. Die Geräusche des Dschungels, das ferne Flüstern der anderen – alles verschwand in diesem einen Moment.
"Ich liebe dich.", flüsterte ich, und meine Stimme brach unter dem Gewicht der Gefühle, die ich kaum in Worte fassen konnte. Es war keine leere Floskel, sondern ein Versprechen, ein Gelübde, dass ich zurückkommen würde. Dass ich nicht aufgeben würde, egal wie groß die Dunkelheit vor mir war.
"Und ich liebe dich.", antwortete er, und seine Stimme klang, als wäre sie mit Schmerz und Hoffnung zugleich getränkt. "Mehr als alles andere. Und genau deshalb weiß ich, dass du das schaffst."
Als er mich wieder losließ, fühlte ich die Kälte der Realität sofort. Die Aufgabe, die vor mir lag, war ein unbarmherziger Schatten, der mich nicht losließ. Doch Jungkooks Blick, seine Berührung, sein Glaube an mich – das war meine Stärke. Egal, wie sehr ich vor Angst bebte, ich würde gehen. Für uns beide.
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Tadaaa ein neues Kapitel ~
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
