᯽ TᗩᗴᕼYᑌᑎᘜ ᯽
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Meine Hände umklammerten das Lenkrad fester, während ich langsam durch die nächtlichen Straßen Seouls fuhr. Die Stadt war ein einziges Meer aus Lichtern – Leuchtreklamen, vorbeiziehende Autos, das diffuse Leuchten der Straßenlaternen auf dem nassen Asphalt. Es fühlte sich fremd an. Laut. Rastlos. Ein krasser Gegensatz zu der stillen, endlosen Weite der Landschaft, aus der ich kam.
Mein Herz schlug unangenehm hart in meiner Brust, als ich die vertrauten Straßen erreichte. Unser Haus lag etwas außerhalb, versteckt zwischen hohen Bäumen und weiten Grundstücken, die für einen Moment den Großstadtlärm verschluckten.
Ich wollte nicht einfach auf die Einfahrt fahren und an die Tür klopfen. Noch nicht.
Also beschloss ich, erst einmal langsam vorbeizufahren. Sehen, ob Licht brannte. Ob sein Auto da war. Ob er alleine war.
Mein Atem ging flach, als ich um die letzte Kurve bog. Ein Teil von mir hoffte, dass das Haus dunkel sein würde – leer, ruhig, keine Anzeichen dafür, dass ich hier in etwas hineinstolpern würde, für das ich nicht bereit war.
Aber es war fast ein Uhr morgens. Wahrscheinlich schlief Jungkook längst. Oder er lag auf dem Sofa, mit einer Decke über sich, ein alter Film lief im Hintergrund, während er mit dem Schlaf kämpfte. Vielleicht war er auch mit Freunden unterwegs, lachte, trank, lebte.
Vielleicht… war er nicht allein.
Der Gedanke traf mich wie ein Faustschlag in den Magen, und meine Finger verkrampften sich um das Lenkrad.
Hatte er weitergemacht? War ich für ihn nur noch eine Erinnerung, ein Geist, der viel zu spät zurückkam?
Ich atmete tief durch und fuhr weiter, mein Blick fixierte sich auf das Haus. Noch wenige Meter – dann würde ich es wissen.
Als ich langsam an unserem Haus vorbeifuhr, spürte ich, wie mein Herz schneller schlug. Ich hielt den Atem an und ließ meinen Blick über die Einfahrt gleiten. Doch das erste, was mir auffiel, war die Leere.
Jungkooks Auto war nicht da.
Ein Teil von mir war erleichtert – ich hatte noch etwas Zeit, um mich zu sammeln. Aber gleichzeitig nagte die Unsicherheit an mir. Wo war er? War er bei Freunden? Bei jemand anderem?
Ich schob den Gedanken beiseite und parkte meinen Jeep direkt vor der Garage. Jungkook kannte das Auto nicht, aber das spielte keine Rolle. Vielleicht würde er es erst für das eines Fremden halten. Vielleicht würde es ihn verwirren.
Langsam stieg ich aus und öffnete den Kofferraum. Die kalte Nachtluft brannte leicht in meiner Lunge, während ich meine drei Koffer nacheinander zur Haustür trug. Jeder Schritt fühlte sich schwerer an, als würde mich die Vergangenheit mit jeder Bewegung einholen.
Als ich den letzten Koffer abgestellt hatte, richtete ich mich auf und atmete tief durch. Mein Blick glitt über die Haustür – vertraut und doch so fremd. Meine Finger zitterten leicht, als ich den Code eingab. Ein leises Piepen ertönte, dann öffnete sich die Tür mit einem leichten Klicken.
Und dann stand ich da. In meinem Haus.
Alles war genau wie früher. Die Möbel standen noch an derselben Stelle, der leichte Duft von Holz und Vanille lag in der Luft, und selbst die kleine Decke auf dem Sofa war noch achtlos über die Lehne geworfen. Als wäre die Zeit stehen geblieben.
Und doch fühlte sich alles falsch an.
Ein unangenehmes Ziehen machte sich in meiner Brust breit, aber ich zwang mich dazu, ruhig zu bleiben. Meine Koffer rollte ich in den Eingangsbereich und ließ sie dort stehen – griffbereit, falls ich sie im Notfall wieder ins Auto laden musste.
Das Erste, was ich tat, war das Licht im Wohnzimmer einzuschalten. Der warme Schein der Lampe flackerte kurz, bevor er den Raum in ein sanftes Leuchten tauchte.
Langsam ließ ich mich auf das Sofa sinken. Der Stoff fühlte sich vertraut an, die Polster gaben unter meinem Gewicht leicht nach, genau wie damals.
Ich lehnte mich zurück, rieb mir die Schläfen und starrte an die Decke.
Wie würde unser Aufeinandertreffen ablaufen?
Würde Jungkook mich herzlich empfangen? Würde er sich freuen, mich zu sehen? Oder würde er mich verabscheuen, mich hassen für all die Monate, die ich ihn in Ungewissheit gelassen hatte?
Mein Magen zog sich schmerzhaft zusammen, als ich mir all die möglichen Reaktionen vorstellte. Sein Blick – überrascht, verwirrt. Vielleicht voller Wut. Vielleicht voller Enttäuschung.
Oder noch schlimmer… vielleicht würde er mich einfach ignorieren.
Ich schluckte schwer und schloss für einen Moment die Augen. Ich war zurück. Aber ob das eine gute Entscheidung war, würde sich erst noch zeigen.
Ich musste mit Jungkook sprechen. Endlich. Nach all den Monaten, in denen ich ihn aus meinem Leben verbannen musste. Aber jetzt, wo ich hier saß, spürte ich, wie die Angst sich in meine Knochen fraß.
Was, wenn er mich wegschickte? Was, wenn er mir sagte, dass es zu spät war? Dass er längst weitergezogen war?
Natürlich war er enttäuscht von mir. Wie könnte er es nicht sein? Doch was hätte ich tun sollen? Mich einfach über die Anweisungen meines Therapeuten hinwegsetzen? Nein. Ich wollte gesund werden. Ich wollte mein altes Leben zurück. Und mehr als alles andere wollte ich Jungkook zurück. Ich wollte, dass diese Pause endlich endete, wollte mit ihm unser 16-jähriges Jubiläum feiern – und ihn, so bald es ging, heiraten.
Doch während ich wartete, verstrich die Zeit endlos langsam.
Die Minuten dehnten sich, wurden zu einer Stunde. Immer wieder fielen mir für ein paar Sekunden die Augen zu, nur um dann ruckartig aufzuwachen. Mein Kopf rutschte beinahe von der Sofalehne, und mit einem leisen Seufzen entschied ich mich dazu, aufzustehen.
Meine Schritte führten mich wie von selbst in mein altes Arbeitszimmer – mein Kunstatelier. Als ich die Tür öffnete, hielt ich erstaunt inne.
Jungkook hatte gemalt.
Mehrere Leinwände lehnten an den Wänden, einige noch feucht von frischer Farbe. Mein Atem stockte, als mein Blick über die Bilder glitt. Sie waren unglaublich realistisch, voller Emotionen, voller Sehnsucht.
War das seine Art gewesen, mit all dem umzugehen?
Ein trauriges Lächeln huschte über meine Lippen, als ich eine der Leinwände aufhob.
Es war eine Szene auf einer Yacht – mitten im endlosen Blau des Ozeans. Und da standen wir, Arm in Arm an der Reling, den Horizont im Blick.
Mein Herz zog sich zusammen.
"Das wäre der Traumurlaub gewesen, den wir uns verdient hätten…", murmelte ich leise und stellte die Leinwand vorsichtig zurück.
Gerade wollte ich mir die anderen Bilder genauer ansehen, als ein vertrautes Piepen durch das Haus hallte.
Das Piepen des Türcodes.
Ich erstarrte.
Meine Sinne schärften sich, jeder Muskel spannte sich an. Dann hörte ich das leise Klappern eines Schlüssels, Schritte – eilige Schritte, die direkt ins Wohnzimmer führten.
Mein Herz hämmerte in meiner Brust.
Und dann wurden die Schritte langsamer. Sie kamen näher.
Mit angehaltenem Atem drehte ich mich zum Türrahmen.
Und da stand er.
Jungkook.
Sein schwarzes Seidenhemd schmiegte sich an seinen muskulösen Oberkörper, die enge Jeans betonte seine trainierten Beine. Seine Sneaker quietschten leise auf dem Boden, als er abrupt stehen blieb.
Unsere Blicke trafen sich – und in diesem Moment schien die ganze Welt stillzustehen.
"Tae?"
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Uhhh wer is aufgeregt?🫣🤭
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
