᯽ TᗩᗴᕼYᑌᑎᘜ ᯽
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Als ich am nächsten Morgen die Augen öffnete, war das Erste, was ich sah, Jungkook. Er lag direkt neben mir, nur einen Hauch entfernt, als hätte er sich die ganze Nacht über vergewissert, dass ich noch da war. Sein Gesicht war im Schlaf entspannt, doch die Spuren der letzten Nacht konnte selbst der Frieden der frühen Morgenstunden nicht verbergen.
Seine Augenlider waren leicht geschwollen, seine Wimpern klebten noch von getrockneten Tränen, und seine Wangen waren feucht vom Salz vergangener Verzweiflung. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich hatte ihn so oft weinen gesehen – doch nie war es meinetwegen gewesen. Nie so.
Vorsichtig hob ich meine Hand und ließ meine Finger über seine Wange gleiten, als könnte ich die Traurigkeit aus ihm herausstreichen. Er zuckte kaum merklich im Schlaf, atmete leise aus, und ich hielt für einen Moment den Atem an, aus Angst, ihn aufzuwecken.
Mein Blick wanderte über sein Gesicht, jeden vertrauten Winkel, jede Kontur in mich aufsaugend. Die kleine, unscheinbare Narbe an seiner Wange – die, die ich ihm als Kind verpasst hatte, als ich ihn aus Trotz mit einem Spielzeugauto beworfen hatte – ließ mich für einen winzigen Moment schmunzeln. So eine unbedeutende Erinnerung, und doch fühlte sie sich in diesem Augenblick an wie ein Anker in einer Zeit, die so weit entfernt schien.
Doch dann fiel mein Blick tiefer. Auf die feine, blasse Linie, die sich über seinen Hals zog.
Mein Atem stockte.
Nicht durch kindliche Unachtsamkeit zugefügt. Nicht durch einen dummen Zufall. Sondern durch den Krieg.
Ein Streifschuss. Ein einziger Moment, in dem er dem Tod nur um Haaresbreite entkommen war.
Mein Lächeln verschwand.
Ich wusste nicht, was mich dazu trieb – ob es der brennende Wunsch war, die Vergangenheit ungeschehen zu machen, oder einfach nur die schmerzhafte Erkenntnis, dass ich ihn bald verlassen würde – aber meine Finger folgten der Narbe, strichen sanft darüber, als könnte ich die Erinnerungen vertreiben, die an ihr hafteten.
Jungkook rührte sich leicht, ein leiser Laut entwich seinen Lippen, doch er wachte nicht auf.
Mein Herz schlug heftig in meiner Brust, als ich mich langsam vorbeugte, mich an seinen Körper schmiegte, als wäre es das Natürlichste auf der Welt. Und dann hauchte ich einen sanften Kuss auf die raue Haut seines Halses.
Einmal.
Zweimal.
Er bewegte sich wieder, ein leises, schlaftrunkenes Murmeln – mein Name, kaum hörbar, aber ich spürte ihn in jeder Faser meines Körpers.
Ich schloss die Augen, legte meine Stirn gegen seine Schulter und atmete tief ein. Sein Duft umfing mich, warm, vertraut – ein Zuhause, das ich nicht mehr verdient hatte.
Und doch wollte ich ihn.
Ich wollte wissen, ob ich es konnte.
Ob ich es schaffen würde, noch ein letztes Mal mit Jungkook zu schlafen – freiwillig, aus Liebe, aus dem tiefen Bedürfnis heraus, ihm wieder nah zu sein. Oder ob es mich zurück in die Dunkelheit reißen würde.
Zurück auf diese Insel.
Zurück in den Albtraum, in dem wir gezwungen wurden, unsere Grenzen zu überschreiten.
Mein Herz raste.
Ich hatte mich vor ein paar Stunden erst von ihm getrennt. Und nun wollte ich ihn lieben. Ihn berühren. Ihn spüren.
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
