᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽
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Die Zeit verging, und ich merkte kaum, wie die Tage ineinander verschwammen. Seit Taehyung gegangen war, hatte ich mir ein paar Tage genommen, um die Trennung irgendwie zu verarbeiten – oder es zumindest zu versuchen. Mein Bruder hatte mir dabei geholfen, so gut er konnte, doch es fühlte sich an, als würde nichts wirklich den Schmerz lindern.
Dann kam mein Einsatz. Ich stürzte mich in die Mission, ließ mich vom Adrenalin treiben, von den Befehlen lenken, von der ständigen Anspannung ablenken. Und als ich schließlich unverletzt zurückkehrte, wusste ich genau, was ich tun musste, um nicht wieder in das schwarze Loch zu fallen, das Taehyungs Abwesenheit in mir hinterlassen hatte.
Ich arbeitete.
Sechzehn, manchmal zwanzig Stunden am Tag.
Ich fand immer neue Aufgaben, um meine Gedanken zu betäuben. Meine Soldaten durch den Schlamm scheuchen, endlose Berichte abarbeiten, uralte Akten sortieren – alles war besser, als auch nur eine Sekunde lang innezuhalten.
Urlaub? Daran konnte ich nicht einmal denken.
Ich hatte mir eingeredet, dass ich gut darin war, Berufliches und Privates zu trennen. Dass ich die Mauern hoch genug gezogen hatte, um nicht von dem überrollt zu werden, was außerhalb meiner Uniform lauerte.
Aber jedes Mal, wenn ich die Kaserne verließ und nach Hause kam, riss die Realität mich unerbittlich in ihre klamme Umarmung. Dann war er wieder da.
Taehyung.
Wie ging es ihm? Konnte er schlafen? Kam er zurecht? Ich wusste es nicht. Wir hatten keinen Kontakt mehr.
Ich hatte es versucht – so oft. Nachrichten voller Worte, von denen ich nicht wusste, ob sie ihn überhaupt noch erreichten. Lange Texte, kurze Fragen, verzweifelte Versuche, eine Brücke zu schlagen.
《Geht’s dir gut?》
Aber Stille war die einzige Antwort, die ich bekam.
Irgendwann hörte ich auf, es zu versuchen. Nicht, weil ich nicht mehr wollte – sondern weil ich nicht mehr konnte.
Doch vergessen? Nein, das war unmöglich.
Ich schlief inzwischen in seinem Zimmer. Oder versuchte es zumindest. Die vertrauten Wände gaben mir die Illusion, dass er noch da war. Sein Geruch hing noch an den Kissen, als hätte er den Raum nur kurz verlassen und würde jeden Moment wieder durch die Tür treten. Seine Bücher, die er halb gelesen ins Regal zurückgestellt hatte, lagen noch immer dort, als würde er sie irgendwann zu Ende lesen.
Es war ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Eines, das nicht anhielt. Denn sobald die Dunkelheit kam, kamen auch die Erinnerungen.
Dann sah ich ihn wieder. Sah sein blasses Gesicht, das von Schweiß und Blut glänzte. Sah seine aufgerissenen Lippen, die Schreie formten, die nie laut genug waren, um jemandem zu helfen.
Sah, wie die Machete sich in seine Haut schnitt, wie er sich krümmte, wie das Leben für einen Moment aus seinen Augen wich.
Ich hörte sein Keuchen.
Sah seine Angst.
Spürte meine eigene Hilflosigkeit, die mich damals gelähmt hatte.
Doch ich hatte einen Weg gefunden, mein Gehirn zu täuschen.
Ich malte.
Ich nahm die schlimmsten Momente und verwandelte sie in etwas anderes. In etwas, das ich ertragen konnte.
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
