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᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽

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Tränen brannten auf meinen Wangen, während ich in mein Zimmer stolperte und die Tür hastig hinter mir verriegelte. Mein Körper bebte, ein ersticktes Schluchzen entrang sich meiner Kehle. Mit zitternden Fingern fuhr ich mir durchs Haar, dann fiel mein Blick auf den Ring in meiner Hand. Meine Finger bebten, als ich den Ring anstarrte.

"Fuck..." Meine Stimme war kaum mehr als ein gebrochener Hauch.

Er hatte mich verlassen. Ich hatte den Menschen verloren, den ich mehr liebte als alles auf dieser Welt. Und es fühlte es sich an, als hätte ich mich selbst mit ihm verloren.

Ich nahm es hin, um ihn zu schützen. Ich tat es, weil ich wusste, dass mein Anblick ihn in die Hölle zurückwarf, die wir gemeinsam durchlebt hatten. Weil ich in seinen Augen nicht mehr sein Verlobter war, sondern die Verkörperung seiner Albträume.

Und trotzdem zerriss es mich, ihn loszulassen.

Die Nacht in seinen Armen hatte mir gezeigt, wie tief seine Narben reichten – nicht nur auf seiner Haut, sondern in seiner Seele. Jede seiner Berührungen war zaghaft gewesen, als würde er gegen die Geister kämpfen, die ihn verfolgten. Und ich hatte nichts tun können.

Nichts außer ihn gehen zu lassen.

Mein Taehyung. Mein Ein und Alles. Meine große Liebe.

Ich hatte nicht nur seine Seele strapaziert, sondern auch sein Herz gebrochen. Ich hatte ihn allein gelassen in einem Abgrund, aus dem er hoffte, mit mir entkommen zu können. Doch ich war kein Halt für ihn. Ich war der Abgrund selbst.

Er musste allein daraus herausklettern. Ohne mich, denn solange ich an seiner Seite war, würde er immer wieder fallen. Immer tiefer. Bis nichts mehr von ihm übrig war.

Meine Hände zitterten, als ich nach meinem Handy griff. Die Berührung des kalten Displays fühlte sich unwirklich an, als würden meine Finger nicht mir gehören. Fast mechanisch glitt mein Daumen über den Bildschirm, bis ich die vertraute Nummer fand.

Junghyun. Mein großer Bruder. Der Einzige, der mich jetzt auffangen konnte.

Das Freizeichen dauerte nur wenige Sekunden, dann erklang seine vertraute, warme Stimme.

"Jungkookie~! Alles cool bei dir?"

Ich presste die Lippen aufeinander, wischte mir hastig mit dem Ärmel über die Wangen.

"Kann ich heute Nacht bei dir schlafen?" Meine Stimme klang hohl, fremd. "Ich bringe Taehyung nach Daegu zu seinen Eltern und will nicht mitten in der Nacht zurück nach Seoul fahren."

Eine kurze Pause. Ich hörte das leise Rascheln von Stoff, als hätte er sich aufgesetzt.

"Ähm, klar doch. Aber… warum bringst du Taehyung nach Daegu? Er wollte doch nie zurück aufs Land. Geht es ihm so schlecht?"

Ich schluckte schwer.

"Ja..." Das Wort war kaum mehr als ein Hauch. Und dann brach es aus mir heraus. Ein Schluchzen. Roh, unkontrolliert. "E-er… hat sich von mir getrennt."

Stille.

Sekunden verstrichen, in denen mein Atem flach ging, meine Brust sich schmerzhaft zusammenzog. Dann hörte ich, wie Junghyun scharf die Luft einsog.

"Verdammt, Jungkook…" Seine Stimme war leiser jetzt, voller Mitgefühl. "Wo bist du gerade?"

Ich schluckte den Kloß in meinem Hals herunter, schloss die Augen.

...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt