᯽ TᗩᗴᕼYᑌᑎᘜ ᯽
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Mein Handrücken fuhr langsam über meine Stirn, während ich mich einen Moment aufrichtete und den Blick in den Himmel hob. Die Sonne stand hoch, ihre Strahlen brannten auf meiner Haut, doch ich genoss die Wärme. Mein Körper war von einer dünnen Schicht Schweiß überzogen, meine Kleidung klebte unangenehm an mir wie eine zweite Haut – aber es störte mich nicht.
Ich war fertig.
Die Stallarbeit für heute war erledigt. Ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit machte sich in mir breit, als ich mich abstützte und tief durchatmete. Die Luft roch nach Heu, Erde und Sommer, vermischt mit dem herben Duft der Pferde. Jetzt konnte ich endlich etwas essen, eine kühle Dusche nehmen und mich dann einfach ausruhen.
Sieben Monate war ich jetzt hier. Sieben Monate weit weg von der Stadt, weit weg von meiner alten Welt, weit weg von ihm.
Und es ging mir gut. Wirklich.
Ich hatte meine Therapie konsequent durchgezogen, mich an die strikten Vorgaben gehalten und gelernt, mit meinen Erinnerungen umzugehen. Sie fraßen mich nicht mehr auf, sie kontrollierten mich nicht mehr. Das Trauma war noch da – in manchen Nächten, in manchen Momenten –, aber es definierte mich nicht mehr.
Zumindest redete ich mir das ein.
Meine Hand glitt unbewusst an meinen Unterbauch, über den Stoff meines Shirts hinweg. Ich wusste genau, was sich darunter befand.
Die Narbe.
Sie war dick, unregelmäßig, eine ständige Erinnerung an das, was gewesen war. Sie machte mich hässlich. Verzog meinen Körper.
Ich hasste sie.
Ich hatte mir angewöhnt, mein Shirt niemals in der Öffentlichkeit auszuziehen. Es ging einfach nicht. Allein der Gedanke daran, dass jemand diese entstellte Linie auf meiner Haut sehen könnte, ließ meine Kehle zuschnüren. Es war mir unangenehm. Peinlich.
Ich schüttelte den Kopf, verdrängte den Gedanken.
Stattdessen strich ich mir durch mein inzwischen braunes Haar, die Strähnen fühlten sich weich und kühl unter meinen Fingern an. Mein Ansatz war mittlerweile zu breit geworden – zu viel Natur, zu wenig Blond.
Aber das war Absicht.
Ich wollte nicht mehr auffallen. Keine hellen Haare, keine auffälligen Farben, keine neugierigen Blicke.
Ich war Taehyung. Nicht der, den alle kannten. Sondern der, der ich früher war.
Nicht mehr der Stadtjunge, zu dem ich in den letzten zehn Jahren geworden war – der, der in Designerklamotten durch enge Straßen eilte, sich um perfekte Frisuren und saubere Fingernägel scherte. Nein.
Ich war wieder der Junge vom Land. Der, dem es nichts ausmachte, wenn der Dreck unter seinen Fingernägeln klebte, wenn die Hände rau vom Arbeiten waren. Der, der sich nicht mehr daran störte, wenn ein Nagel abbrach oder seine Haut nach Schweiß und Erde roch.
Der, der endlich wieder atmen konnte.
Ich war so tief in Gedanken versunken, dass ich den Moment kaum bemerkte – erst, als zwei Arme sich sanft um meine Hüfte legten und warme Lippen sich auf meinen Nacken pressten, kehrte ich langsam in die Realität zurück. Eine vertraute Stimme hauchte leise an mein Ohr:
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
