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᯽ TᗩᗴᕼYᑌᑎᘜ ᯽

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Mit einem schmerzerfüllten Stöhnen kämpfte ich mich vom kalten Boden hoch. Meine Glieder protestierten bei jeder Bewegung, und mein Knöchel fühlte sich an, als würde er in Flammen stehen. Doch ich durfte nicht nachgeben. Jeder Atemzug erinnerte mich daran, dass die Zeit gegen uns lief. Langsam humpelte ich in das Zimmer, das Jungkook und ich auf der Yacht geteilt hatten.

Als ich die Tür öffnete und das ungemachte Bett sah, blieb ich kurz stehen. Es wirkte, als wäre es von einem anderen Leben. Die Erinnerungen daran, wie wir hier lagen, lachten und uns nah waren, fühlten sich plötzlich so schwer an. Mein Blick wurde leer, während ich die Matratze anstarrte. Egal wie sehr er sich bemüht hatte, mir hier einen perfekten Moment zu schenken – dieser Trip hatte uns ins Verderben geführt.

Ich schüttelte den Kopf, versuchte die Gedanken abzuschütteln, und ging ins angrenzende Bad. Der grelle Lichtschein blendete mich, und als ich in den Spiegel sah, zuckte ich zusammen. Die Person, die mich anstarrte, war kaum wiederzuerkennen. Meine Haare, normalerweise weich und fluffig, waren verfilzt, verklebt und standen in alle Richtungen ab. Mein Gesicht war von Schrammen und Schnitten übersät, einige bluteten noch leicht. Meine Wangen waren eingefallen, meine Haut so blass, dass ich aussah wie ein Geist.

Ich hielt den Blick nicht lange aus und wandte mich ab. Egal wie wenig Zeit bis zum Sonnenaufgang blieb, ich konnte nicht so zurückgehen. Ich brauchte einen Moment, um mich zu sammeln, mich von all dem Dreck und Blut zu befreien, das an mir klebte. Mit zitternden Fingern zog ich meinen verdreckten, zerrissenen Jumpsuit aus, ebenso wie meinen Slip, und griff nach einem Waschlappen. Das Wasser war kalt, aber es machte nichts. Mit jedem groben Wisch, auch wenn ich oft zischte, weil ich über eine offene Wunde fuhr, fühlte ich mich ein kleines bisschen mehr wie ich selbst.

Als ich fertig war, zog ich frische Kleidung an: Unterwäsche, eine weiche Jogginghose und einen dicken Hoodie, der sich wie eine Umarmung auf meiner geschundenen Haut anfühlte. Ich schlüpfte in meine Sneakers und atmete tief durch. Es war nicht viel, aber es gab mir einen Funken Hoffnung – und das war mehr, als ich die letzten Stunden gehabt hatte.

Zurück im Zimmer öffnete ich Jungkooks Rucksack, kippte den Inhalt aufs Bett und begann, ihn systematisch neu zu packen. Ein Hoodie für ihn – er würde ihn brauchen – und seine Zigarettenschachtel. Jungkook rauchte selten, nur in den schlimmsten Momenten, doch diese Schachtel hatte er immer dabei, ein seltsames Sicherheitsnetz, das ich jetzt irgendwie nachvollziehen konnte.

Meine Handtasche lag auf dem Boden, und ich leerte sie ebenfalls aus. Als das Satellitentelefon herausfiel, griff ich es sofort. Der Bildschirm leuchtete auf, und ich überprüfte den Akku. Voll geladen. Ein kleiner Sieg. Ich wickelte es in den Hoodie und packte es vorsichtig in den Rucksack. Auch unsere Reisepässe durften nicht fehlen. Sie fühlten sich wie Relikte aus einem Leben an, das so weit weg war, dass es fast lächerlich wirkte. Schließlich fand ich die zwei Schokoriegel, die Jungkook mir eingesteckt hatte. Ein trauriges Lächeln zuckte über meine Lippen. Mein Magen knurrte leise, doch ich verkniff mir den ersten Bissen. Später.

Zum Schluss nahm ich noch eine kleine Flasche Cola aus der Minibar. Der Rucksack war jetzt voller, als ich erwartet hatte, doch das war mir egal. Es musste reichen. Ich schnallte ihn mir auf den Rücken, ging zur Tür und bereitete mich mental auf den Rückweg vor.

Draußen war die Luft stickig, und als ich die Yacht abschloss und mich langsam hinunterkletterte, spürte ich die Erschöpfung in jeder Faser meines Körpers. Der Sand unter meinen Füßen fühlte sich hart an, als ich landete, und für einen Moment hielt ich inne. Mein Blick wanderte zurück zur Yacht.

...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt