᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽
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Ich wusste nicht, wie lange wir so dort saßen. Minuten? Stunden? Die Zeit verlor ihre Bedeutung, während Taehyung sich fest in meine Arme drückte, als würde er sich daran festklammern, als wäre ich der letzte sichere Ort in einer Welt, die ihm alles genommen hatte. Ich hielt ihn so sanft wie möglich, aber doch fest genug, dass er spüren konnte.
Sein Atem ging unregelmäßig, manchmal zitternd, als würde er gegen aufsteigende Tränen ankämpfen. Ich fuhr mit einer Hand langsam über seinen Rücken, spürte die hervorstehenden Knochen unter seinem dünnen Shirt, und es brach mir das Herz. Er war nur noch ein Schatten von dem Taehyung, den ich kannte – körperlich und seelisch.
"Es tut mir leid …" Seine Stimme war kaum mehr als ein heiseres Flüstern, dumpf gegen meine Schulter gepresst.
Ich schluckte schwer. "Wofür?"
Er zog sich ein Stück zurück, gerade so weit, dass ich sein Gesicht sehen konnte. Seine Augen waren gerötet, ein glasiger Schleier lag über ihnen, als wäre er kurz davor, erneut zu weinen. "Dafür, dass ich so bin … Dass ich dich nicht ansehen kann, nicht normal mit dir reden kann …" Seine Finger krampften sich in den Stoff meines Shirts. "Ich will es, Kookie. Ich will dich ansehen können, ohne dass diese Bilder kommen. Ohne dass es mich zerreißt."
Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich hob eine Hand und strich ihm eine Strähne aus der Stirn. "Du musst dich nicht entschuldigen, Jagiya. Nicht dafür."
Sein Blick senkte sich. "Ich habe darüber nachgedacht … über uns. Ob … ob du nicht besser dran wärst ohne mich."
Ein kaltes Gefühl kroch in meine Brust. "Nein." Meine Stimme war fester als ich erwartet hatte. "Sag das nicht."
Sein Kinn bebte leicht. "Aber ich kann nicht so weitermachen. Ich will, dass es aufhört … Ich will nicht jedes Mal zusammenzucken, wenn ich deine Stimme höre. Ich will nicht jedes Mal Bilder vor meinem inneren Auge sehen, wenn ich dich ansehe. Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll …"
Ich nahm sein Gesicht in meine Hände, zwang ihn, mich wenigstens für einen Moment anzusehen. "Dann finden wir einen Weg. Zusammen. Aber ohne dich … ohne dich gibt es für mich kein ‚besser dran‘, Taehyung."
Er blinzelte, als würde er versuchen, meine Worte zu begreifen. Dann, plötzlich, brach er erneut in Tränen aus – diesmal lauter, hemmungsloser. Ich zog ihn wieder in meine Arme, hielt ihn fest, während er zitternd nach Luft schnappte und sein Körper sich unter den aufsteigenden Schluchzern spannte.
"Ich muss nächste Woche in den Einsatz … Ich kann es nicht umgehen." Meine Stimme war ruhig, aber in mir tobte ein Sturm. Allein der Gedanke, Taehyung in diesem Zustand zurücklassen zu müssen, schnürte mir die Kehle zu. Ich strich sanft über seinen Arm, als wollte ich ihn mit meiner Berührung beruhigen – oder vielleicht auch mich selbst.
"Wie wäre es, wenn du in der Zeit zu deinen Eltern fährst? Die Pferde … sie haben dir immer geholfen, wenn du gestresst warst. Vielleicht kannst du dort abschalten, etwas Luft holen, das alles besser verarbeiten. Vor allem, wenn ich nicht da bin." Ich schluckte schwer, als ich seine geröteten Augen betrachtete. "Ich hoffe nur, dass du danach nicht wieder zurückfällst. Dass es dir hilft … und dass du mich nicht wieder von dir stößt, wenn ich zurückkomme."
Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, und bevor ich es verhindern konnte, spürte ich, wie eine einzelne Träne meine Wange hinabrollte. Ich ließ sie gewähren, machte keinen Versuch, sie wegzuwischen.
"Ich will an deiner Seite bleiben, Taehyung." Meine Stimme war nun leiser, ein Flüstern zwischen uns. "Du bist mein Verlobter. Ich will dich heiraten und mein restliches Leben mit dir verbringen. Egal, wie schwer es wird."
Taehyung hielt meinem Blick stand – lange, intensiv, als würde er nach einer Antwort in meinen Augen suchen, die ich ihm nicht geben konnte. Seine Lippen bebten, und für einen Moment dachte ich, er würde gar nichts sagen. Doch dann, mit einer Stimme, die kaum mehr als ein Flüstern war, sprach er die Worte aus, vor denen ich mich am meisten gefürchtet hatte.
"Jungkook … Ich– Ich glaube, ich brauche Zeit."
Mein Herz setzte einen Schlag aus.
"Ich brauche Abstand. Eine Pause von uns."
Die Luft zwischen uns fühlte sich plötzlich dicker an, schwerer, fast erdrückend. Ich wollte etwas erwidern, irgendetwas, das ihn davon abhielt, aber meine Kehle war wie zugeschnürt.
"Ich muss hier weg." Sein Blick wanderte rastlos durch den Raum, als könnte er sich an nichts mehr festhalten. "Dieses Haus… es macht mich nicht mehr glücklich. Und du…" Seine Stimme brach, und er holte zitternd Luft. "Du zerstörst mich momentan. Auch wenn du es nicht mit Absicht tust."
Es war, als hätte jemand mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Seine Worte trafen mich wie ein Schlag in die Magengrube, und für einen Moment konnte ich nichts tun, außer ihn einfach anzusehen.
Ich? Ich zerstörte ihn?
Taehyung, der Mensch, den ich mehr als alles andere liebte, wollte Abstand von mir?
Mein ganzer Körper spannte sich an, meine Gedanken rasten. Ich wollte widersprechen, ihn festhalten, ihn davon überzeugen, dass wir das gemeinsam durchstehen konnten. Doch in seinem Blick lag etwas Unerschütterliches – eine Entscheidung, die bereits gefallen war.
"Also … willst du dich von mir trennen?" Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, und dennoch klang sie fremd in meinen eigenen Ohren.
Taehyung schüttelte hastig den Kopf. "Nur vorübergehend! Eine Pause. Ich muss wieder klarkommen. Ich brauche Therapie, vielleicht sogar einen Klinikaufenthalt. Aber ich möchte das erst einmal alleine schaffen. Und du solltest das auch tun." Seine Finger strichen sanft über meinen Oberschenkel, genau dort, wo die tiefe, vernarbte Delle von dem Biss der Anführerin zurückgeblieben war. Ein stummer Beweis dessen, was wir durchgemacht hatten. "Ich möchte nicht, dass dich deine Narben genauso an diese Ereignisse erinnern wie mich meine."
Ich schluckte hart, zwang mich, die Tränen zurückzuhalten, auch wenn mein Inneres schrie. Doch selbst wenn ich ihn nicht gehen lassen wollte – ich konnte ihn nicht aufhalten. Also tat ich das Einzige, was mir blieb: Ich hielt ihn weiter in meinen Armen.
"Dann tu mir den Gefallen und geh zu deinen Eltern … okay?" Meine Stimme zitterte kaum merklich. "In Daegu hast du bessere Chancen, einen Psychologen zu finden als hier."
Taehyung seufzte leise und nickte schließlich. "Ja, Kookie … Ich werde morgen fahren."
Er spielte nervös mit seinen Fingern, als würde er mit sich selbst kämpfen. Dann nahm er meine Hand und drückte mir etwas in die Handfläche. Mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich den silbernen Verlobungsring erkannte.
Ein tiefer Schmerz durchfuhr mich, wie ein Messer, das direkt in meine Brust gestochen wurde.
"Pass auf ihn auf … Ich will ihn irgendwann zurück." Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, und doch hallten die Worte schwer in meinem Kopf nach.
Und dann, als wäre nichts passiert, kuschelte er sich an mich.
Ich hielt ihn fest, strich sanft über seinen Rücken, während er langsam in den Schlaf glitt. Erst als sein Atem ruhig wurde und sich sein Körper entspannt hatte, ließ ich meine Fassade fallen.
Leise, lautlos, ließ ich meine Tränen endlich zu.
Es tat weh. Es tat weh, diesen Ring in meiner Hand zu halten. Es tat weh, zu wissen, dass dies unsere letzte gemeinsame Nacht auf unbestimmte Zeit sein würde.
Es tat einfach nur weh.
Doch so sehr es mich innerlich zerriss – ich würde ihn nicht aufhalten.
Es war seine Entscheidung. Und wenn ich ihn wirklich liebte, dann musste ich ihn gehen lassen.
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Uhjee😪
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanficTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
