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᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽

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Die Zeit fühlte sich an, als würde sie gegen mich arbeiten. Jeder Sekundenbruchteil war eine Nadel, die sich tief in mein Bewusstsein bohrte. Die Welt schien stehenzubleiben, doch in meinem Kopf tickte eine Uhr unaufhaltsam – eine Uhr, die das Ende von allem ankündigte, was mir wichtig war. Meine Hände, rot gefärbt vom Blut, drückten verzweifelt auf die klaffende Wunde an Taehyungs Bauch, als könnte ich allein mit meiner Berührung die Blutung stoppen. Doch es war nicht genug. Nichts, was ich tat, war genug.

"Wo bleibt Jackson?!" Der Gedanke durchzuckte mich wie ein Blitz, weshalb ich ihn aufgebracht aussprach. Die Rettung sollte längst hier sein. Jede Sekunde ohne Hilfe war ein Todesurteil für Taehyung. Mein Blick huschte zwischen seinem blassen Gesicht und dem Ausgang des Käfigs hin und her, als könnte ich die Rettung herbeibeschwören, wenn ich nur fest genug hoffte.

Taehyung lag reglos auf dem Boden, seine Haut fast durchsichtig, Schweißperlen auf seiner Stirn. Seine Augen suchten stumm nach mir, halb geschlossen, doch ich sah, wie er kämpfte, sie offen zu halten. Sein Blick klammerte sich an mich, als wäre ich sein letzter Anker in dieser grausamen Welt. Und ich? Mein Gesicht verriet alles. Verzweiflung, Angst, Ungeduld – ein Cocktail aus Gefühlen, der mich lähmte und zugleich antrieb.

"Schatz, du musst etwas essen...", flüsterte ich schließlich, meine Stimme zitternd, aber fest entschlossen, ihn bei Bewusstsein zu halten. Mit einer Hand zog ich seinen Rucksack zu mir, mein Blick immer noch auf ihm, als könnte ich es nicht ertragen, ihn auch nur für einen Moment aus den Augen zu lassen. Meine Finger tasteten hektisch nach einem der Schokoriegel. Als ich einen fand, riss ich ihn mit den Zähnen auf.

"Hier, iss das." Ich hielt ihm den Riegel an die Lippen, während ich mit der anderen Hand weiterhin Druck auf seine Wunde ausübte. Zögerlich öffnete er den Mund, seine Bewegungen langsam, als würde jede Anstrengung ihm unsägliche Schmerzen bereiten. Taehyung biss ein winziges Stück ab, und ich hätte schwören können, dass dieser kleine Biss ein Funken Leben in ihm zurückbrachte – oder vielleicht war es nur meine Hoffnung, die mich das glauben ließ.

"Das ist gut, Tae... gut so...", murmelte ich beruhigend und strich ihm vorsichtig mit meinem blutverschmierten Daumen über die Wange. Meine Stimme war ruhig, doch innerlich tobte ein Sturm. Was, wenn das nicht genug ist? Was, wenn er verblutet, bevor die Rettung hier ist? Was, wenn ich ihn verliere?

Ein Husten entkam seinen trockenen Lippen und ich zuckte zusammen. "Jagiya, bleib bei mir, okay? Schau mich an. Du darfst jetzt nicht aufgeben." Meine Stimme brach am Ende, ein Schluchzen bahnte sich seinen Weg, doch ich hielt es zurück. Für ihn. Ich musste stark sein. Für ihn.

Sein Blick suchte meinen, schwach, doch er fand mich. "Koo... ich... ich versuch’s...", flüsterte er, und obwohl seine Stimme kaum mehr als ein Hauchen war, brach sie mein Herz.

Taehyungs Augen, die sich bis eben noch mühsam offen gehalten hatten, flackerten kurz – und schlossen sich dann. Sein Kopf fiel sanft zur Seite, die Schokoriegelhälfte rollte unbemerkt aus meiner Hand auf den Boden. Die Welt hielt für einen Moment den Atem an.

"Taehyung?" Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Panik begann in mir zu brodeln, meine Hände zitterten unkontrollierbar, während ich ihn sanft an der Wange berührte. "Tae, wach auf! Bitte!" Ich schüttelte ihn leicht, flehend, als könnte ich ihn so zurückholen.

Doch er reagierte nicht. Seine Brust hob sich kaum noch, und die kleine Bewegung war so flach, dass ich sie fast nicht wahrnahm. Mein Herz setzte aus, und eine Welle kalter Angst überrollte mich, ließ meine Kehle wie zugeschnürt erscheinen.

"NEIN! Verdammt, nein!" Ich schrie, doch meine Stimme war heiser, gebrochen. Tränen stürzten wie ein Wasserfall aus meinen Augen, verschleierten meine Sicht, während ich Taehyungs reglosen Körper fest an mich zog. Seine Haut war kühl, und ich spürte das Leben langsam aus ihm entweichen.

"Das darf nicht das Ende sein!", flüsterte ich, als ich ihn an mich drückte, meine Wange an sein Haar legte und verzweifelt nach Halt suchte. "Du kannst mich nicht allein lassen, Tae... ich brauche dich. Bitte... bitte wach auf. Ich flehe dich an." Meine Stimme brach, und ein verzweifeltes Schluchzen ließ meinen gesamten Körper erbeben.

Die Situation war aussichtslos. Das Blut aus seiner Wunde durchtränkte meinen Hoodie, aber ich konnte nichts mehr tun. Es fühlte sich an, als hätte die Welt jede Farbe verloren, jede Bedeutung. Ein schmerzhaftes Gefühl der Hilflosigkeit bohrte sich in meine Seele. Ich konnte nicht anders, als mich enger an ihn zu klammern, die Hoffnung langsam schwindend.

"Ich liebe dich, Taehyung. Hörst du mich? Ich liebe dich so sehr!", flüsterte ich gegen sein Haar, während meine Tränen in sein Gesicht tropften. "Ich... ich hätte es dir öfter sagen sollen. Ich hätte dich besser behandeln sollen. Du... du bist alles für mich."

Die Zeit stand still. Ich hörte nichts mehr, sah nichts mehr außer ihm. Sein lebloser Körper in meinen Armen war die schmerzhafte Erinnerung an all die Momente, die wir hätten haben können – und die nun wie Sand durch meine Finger glitten. Ich hielt ihn fest, als könnte ich ihn allein mit meiner Liebe zurück ins Leben zwingen.

Doch dann hörte ich es. Zuerst leise, dann immer deutlicher: ein rhythmisches, tiefes Brummen, das die Luft erzittern ließ. Mein Kopf schnellte nach oben, und ich sah es – die Silhouette eines Hubschraubers, der über den Baumwipfeln auftauchte.

"Taehyung!", rief ich voller Aufregung, meine Stimme zitternd vor Hoffnung. "Schatz, hörst du das? Der Hubschrauber! Sie sind da! Die Rettung ist endlich hier!"

Ich schüttelte ihn leicht, flehend, und zu meinem unbändigen Erstaunen regte er sich. Langsam, fast wie in Zeitlupe, öffneten sich seine Augen ein winziges Stück. Sie waren glasig, aber er sah mich an, schwach, aber bewusst.

"J-jungkook…?", murmelte er leise, seine Stimme kaum hörbar, als wäre sie ein Hauch im Wind.

"Ja, ja! Ich bin hier, Jagiya. Hör zu, der Hubschrauber ist hier. Wir kommen hier raus. Du musst durchhalten, okay?" Ich drückte sanft seine kalte Hand und versuchte ein ermutigendes Lächeln, auch wenn meine Tränen weiterhin flossen. "Sie werden uns retten. Halte noch ein bisschen durch, bitte."

Ein schwaches, fast geisterhaftes Lächeln erschien auf seinen Lippen. "W-wirklich...?"

"Ja! Du wirst sehen, Tae. Wir schaffen das zusammen. Wir sind so weit gekommen!"

Das Brummen des Hubschraubers wurde lauter. Er flog direkt über uns hinweg, und der Luftzug ließ die Blätter aufwirbeln. Taehyung drehte langsam seinen Kopf, seine Augen suchten nach dem Geräusch. Wie durch ein Wunder richtete er sich sogar ein kleines Stück auf, gestützt von meinem Arm.

"Da… ist er…", flüsterte er, seine Stimme kaum mehr als ein Krächzen.

"Ja, da ist er!", sagte ich, meine Stimme vor Aufregung überschlagend. "Bleib wach, Taehyung. Bleib bei mir, hörst du? Sie kommen zu uns!"

Der Hubschrauber blieb direkt über uns stehen, das Geräusch der Rotorblätter war ohrenbetäubend. Eine Seilwinde wurde heruntergelassen, und ich sah, wie Männer in Militär Uniform auftauchten. Jackson konnte mein Handy tatsächlich auf den Meter genau Orten!

"Sie kommen! Tae, sie kommen wirklich!", sagte ich euphorisch, während ich seine Hand fester hielt.

Taehyung sah mich an, seine Augen voller Erschöpfung, aber auch voller Hoffnung. "Jungkook… du… hast uns gerettet…", flüsterte er, bevor sein Kopf wieder an meiner Schulter sank.

"Nein, Tae. Du hast uns gerettet. Dank dir konnte ich Hilfe rufen. Jetzt bringe ich dich hier raus.", sagte ich leise, eine Träne der Erleichterung über mein Gesicht laufend.

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Endlich ist die Rettung da!🥰

...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt