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᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽

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Die Musik pulsierte durch den Raum, das dumpfe Wummern des Basses vibrierte in meiner Brust, doch ich fühlte… nichts.

Ich saß inmitten meiner Kameraden, ein Cocktailglas locker in meiner Hand, während um mich herum gelacht, gescherzt und getrunken wurde. Namjoons Junggesellenabschied war in vollem Gange, und eigentlich hätte ich mich für ihn freuen sollen. Doch mein Lächeln fühlte sich falsch an – gezwungen, wie eine Maske, die ich perfekt beherrschte.

Meine Gedanken schweiften ab, während ich einen Schluck des kühlen Alkohols nahm. Ich hatte nie damit gerechnet, dass sich nach meinem Coming-out plötzlich so viele meiner Freunde auch als schwul outen würden. Namjoon und Seokjin – unser Kasernenarzt – waren seit Jahren ein Paar. Unfassbar, dass ich das nicht bemerkt hatte. Hatte ich wirklich so blind durchs Leben gestolpert? Selbst als ich in letzter Zeit oft mit Seokjin gesprochen hatte, nachdem er Taehyung behandelt hatte… Ich hatte nie Verdacht geschöpft.

Ein plötzliches Lachen riss mich aus meinen Gedanken.

"Ey, wartet mal!", rief Jackson und lehnte sich mit einem breiten Grinsen zu mir. "Müsste unser Cap nicht auch einen Junggesellenabschied bekommen?"

Ich hob langsam den Blick und blinzelte ihn an. "Wieso sollte ich?"

Namjoon lachte und prostete mir zu. "Na, du bist doch verlobt! Sollen wir das gleich mitfeiern?"

Ein unangenehmes Ziehen breitete sich in meiner Brust aus. Ich presste die Lippen aufeinander, bevor ich leise den Kopf schüttelte.

"Meine Hochzeit… wird wahrscheinlich erst in ein paar Jahren sein. Genießt euren Abend." Ich zwang meine Mundwinkel zu einem leichten Lächeln, doch es fühlte sich leer an.

Mein Blick wanderte zurück zu meinem Glas. Ich wusste, dass sie es irgendwann herausfinden würden, aber nicht heute. Nicht jetzt.

Plötzlich spürte ich eine Hand auf meinem Oberschenkel. Warm. Fordernd.

Mein Blick glitt langsam hinab und blieb an der schlanken Hand haften, die sich ohne Zögern auf meinem Bein abstützte. Ich folgte dem Arm nach oben, bis ich in Jimins dunkle, fragende Augen sah.

Ohne ein Wort zu sagen, ließ ich einen leisen Seufzer entweichen und nickte in Richtung der Toiletten. Jimin verstand sofort.

Ich stand auf, ließ das halb geleerte Glas auf dem Tisch zurück und bahnte mir einen Weg durch die Menge. Die Bässe wurden gedämpfter, als ich die Tür zur Toilette öffnete und mich gegen das Waschbecken lehnte. Mit geschlossenen Augen massierte ich meine Schläfen.

Nicht einmal eine Minute später fiel die Tür wieder ins Schloss.

"Warum hast du ihnen nicht gesagt, dass ihr euch getrennt habt?"

Jimins Stimme war ruhig, aber durchdringend.

Ich öffnete langsam die Augen und sah ihn an. "Weil ich den Abend nicht ruinieren wollte." Meine Stimme war rau, müde. Ich senkte den Blick. "Und weil Taehyung gesagt hat, dass er zurückkommt, wenn es ihm besser geht. Ich werde auf ihn warten. Ich habe es versprochen."

Jimin schnaubte leise und verschränkte die Arme vor der Brust. "Jungkook… woher willst du wissen, dass er nicht längst jemand anderen gefunden hat?"

Ein Stich durchzuckte meine Brust, doch ich schwieg.

"Ihr wart so lange zusammen…", fuhr Jimin fort und trat näher. "Denkst du nicht, dass er sein Leben lebt? Seine Zwanziger nachholt? Warum tust du das nicht auch?"

...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt