᯽ ᒍᑌᑎᘜKOOK ᯽
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"Personen, die ein Trauma zu verarbeiten haben, erleben oft eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Ihr Verstand hält sie in der Vergangenheit gefangen, als wäre jede Sekunde eine Wiederholung des Schreckens, den sie durchlitten haben. Vertrauen schwindet, Bindungen zerbrechen – und manchmal scheint es, als gäbe es keinen Weg zurück."
Meine Augen flogen über die Buchstaben, versuchten, das Geschriebene in meinem Kopf zu ordnen. Jeder Satz fühlte sich wie ein Spiegelbild dessen an, was mit Taehyung passierte. Ich hatte die leise Hoffnung, dass er nicht vollständig in seinem Trauma versank, dass es noch eine Möglichkeit gab, ihn zurückzuholen. Doch mit jedem weiteren Tag, an dem er sich in seinem Zimmer verschanzte, wuchs meine Unsicherheit.
Ich wollte ihm helfen. Um jeden Preis. Deshalb vergrub ich mich in Psychologie-Bücher, suchte nach Antworten, nach irgendeinem Weg, ihn zu erreichen. Aber das war leichter gesagt als getan. Einen Therapeuten zu finden, der bereit war, sich seiner anzunehmen, war beinahe unmöglich. Jeder, den ich kontaktierte, hatte eine Ausrede – zu wenig Kapazitäten, nicht spezialisiert auf schwere Traumata, keine Erfahrung mit Fällen wie dem seinen.
Und während ich mich in diese Bücher vertiefte, saß Taehyung im Dunkeln. Seit Tagen. Sein Zimmer wurde zu seinem Kokon, ein Schutzraum, in dem er sich versteckte, weil die Welt da draußen zu laut, zu grell, zu schmerzhaft war. Er kam nur heraus, wenn es unbedingt sein musste – ein kurzer Gang ins Badezimmer, dann wieder zurück in die Stille.
Ich brachte ihm Essen. Stellte es an seine Tür, klopfte sanft und hoffte jedes Mal, dass er wenigstens ein Wort mit mir sprechen würde. Er aß. Meistens schaffte er mehr als die Hälfte, was mich zumindest ein kleines bisschen beruhigte. Aber seine Augen… sie mieden meine. Wann immer ich ihn sah, wich sein Blick aus, als würde allein meine Anwesenheit zu viel in ihm auslösen.
Seufzend rückte ich meine Brille zurecht und las weiter. Vielleicht fand ich irgendwo zwischen diesen Seiten die Antwort, die ich so verzweifelt suchte. Vielleicht gab es noch eine Chance, ihn zu retten – bevor er sich endgültig in seinen eigenen Albträumen verlor.
"Traumapatienten ziehen sich oft zurück, meiden soziale Kontakte – selbst zu geliebten Menschen. Nicht, weil sie es wollen, sondern weil ihr Verstand sie zwingt. Jeder Blick, jede Berührung kann Erinnerungen wachrufen, die sie verzweifelt zu verdrängen versuchen. Besonders schwierig wird es in engen Beziehungen: Der Partner, der einst Sicherheit bot, kann plötzlich zum Auslöser werden. Nicht, weil er etwas falsch gemacht hat, sondern weil er Teil der Vergangenheit ist – der Vergangenheit, die das Trauma geformt hat."
Mein Atem stockte. Ich konnte nicht mehr weiterlesen. Meine Hände verkrampften sich um die Kanten des Buches, als die Worte vor meinen Augen verschwammen.
"Der Partner kann zum Auslöser werden…"
War es das? War ich der Grund, warum Taehyung mich nicht mehr ansah? Warum er sich immer weiter von mir entfernte? Weil ich ihn an alles erinnerte, was passiert war?
Mit einem dumpfen Schlag klappte ich das Buch zu. Es war zu viel. Viel zu viel. Ich wollte das nicht lesen, wollte nicht glauben, dass ausgerechnet ich – die Person, die ihn am meisten liebte – ihn ungewollt tiefer in seine Dunkelheit zog.
Mein Kopf sank in meine Hände, während mein Brustkorb sich schwer hob und senkte. Ich liebte ihn so sehr. Ich wollte ihn zurück. Ich wollte seinen Blick wieder auf mir spüren, sein Lächeln sehen, seine Stimme hören – nicht dieses leere, gebrochene Schweigen, das zwischen uns lag wie eine unüberwindbare Mauer.
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...𝘵𝘪𝘭𝘭 𝘵𝘩𝘦 𝘦𝘯𝘥, 𝘣𝘢𝘣𝘺 ᴷᴼᴼᴷᵛ ✅
FanfictionTaehyung und Jungkook... Das schwule Pärchen wollte lediglich auf der Tropeninselgruppe Andamanen im Indischen Ozean Urlaub machen, doch durch den unerfahrenen Inselführer gelangten Sie auf eine Insel, die sie besser hätten nicht betreten sollen...
