#16

953 68 1
                                        

Ich stand auf und musste meinen Rücken durchstrecken.  Diese verdammte Couch. Stöhnend schlürfte ich in die Küche und machte mir einen Tee, Kaffee mied ich seit längerem. Mein Handy schloss ich an mein Kabel an und versuchte wieder, wenn auch ohne große Hoffnung, ihn zu erreichen. Diesmal tutete es nicht einmal. Enttäuscht legte ich mein Handy weg und fuhr mir durch die Haare. Ich musste ihn suchen. Es zerreißt mich, nicht zu wissen wo er ist oder zu wissen wie es ihm geht. Ein einfaches :"keine Sorge mir geht es gut" würde mir reichen um mich etwas zu beruhigen. Ich frühstückte schnell und stand im Bad um mich fertig zu machen als mein Spiegelbild vor mir verschwamm. Die Stimme kam wieder. Diesmal hatte ich keine Angst vor ihr. Ich wich nicht zurück, denn ich wollte Felix finden. In dem Augenblick war diese Stimme nur lästig. Ich spürte wie sie über mich kam und versuchte mich zu kontrollieren. Ich dagegen baute wieder mein Schild auf. Ein Schild aus Sorgen um Felix, aus Zweifeln, aus Hoffnung, aus Erklärungen, aus Fragen und aus Liebe. Und es war stark. Meine Zweifel waren stark und meine unbeantworteten Fragen die ich habe waren zu wichtig. Es dauerte nicht lange und dann war ich wieder frei.
Ich ging aus meiner Wohnung fest entschlossen ihn zu finden.
Obwohl ich so spät eingeschlafen bin war es erst kurz vor sieben. Zuerst ging ich zur Wohnung von Felix und Kathi. Ich klingelte ununterbrochen, doch niemand öffnete. Auch in den Fenstern brannte kein Licht. Als nächstes lief ich zum Park von gestern. Auch dort war kein Dner zu finden. Völlig ohne Ideen wo Felix stecken könnte lief ich durch die Straßen. Eine Horde betrunkener junger Männer kam mir entgegen. Einer davon hatte einen pinken Rock an. Ich musste Lächeln, anscheinend ein Junggesellenabschied. Und dann kam es mir. Immer wenn irgendetwas los war, hatte Felix mich in die Bar am Marktplatz geschleift. Seine Lieblingsbar. Vielleicht würde ich ihn ja da finden. Schnell lief ich dorthin. Ich rannte über eine rote Ampel und war da. Völlig außer Atem stieß ich die Tür zur Bar auf. Suchend blickte ich umher, doch Felix konnte ich nicht finden. Ich lief zu den Toiletten, doch auch dort war er nicht. Enttäuscht wollte ich die Bar wieder verlassen als jemand meinen Namen schrie. Es war Maurice, der Chef der Bar, wir kannten uns ganz gut.
"Hey Maurice, hast du Felix gesehen? Er geht nicht an sein Handy und ich mache mir Sorgen." meinte ich und hoffte auf eine gute Antwort.
"Ja, er war da, aber du hast ihn verpasst. Vor ner Stunde oder so ist er gegangen. Meinte irgendwas von wegen, er müsse dorthin wo alles angefangen hatte." antwortete Maurice.
Sofort wusste ich was Dner gemeint hatte. Stürmisch bedankte ich mich bei ihm und rannte aus der Bar.

** Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, den der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen **

depressed #DizziWo Geschichten leben. Entdecke jetzt