Im Laufe der nächsten Woche war wieder kaum Zeit. Ich hatte mich weitestgehend erholt und Selina hatte uns einen neuen Wagen zur Verfügung gestellt, der dem vorherigen haargenau glich.
Meine Untersuchungen gingen schlichtweg nur schleppend voran. Es waren inzwischen drei Monate vergangen, seitdem ich nun auf BTS aufpassen musste und ich hatte immer öfter dieses unerträgliche Gefühl, dass meine Arbeit zu Nichts führte. Auf meinen Vorschlag Juna direkt zu konfrontieren, hatte meine Chefin mit deutlicher Ablehnung reagiert und so blieb mir nichts anderes übrig, als ihre Telefonate zu überwachen, in der Hoffnung weitere Details zu erfahren. Vergebens.
Aber auch sonst, war alles eher ermüdend gewesen. Die Jungs hatten unentwegt für ihre kommenden Konzerte geübt und geübt und meine Rolle war zunehmend überflüssiger geworden. Ich wollte schon fast, dass der Täter seinen nächsten Zug tat, denn jeden Tag auf etwas zu warten, war zum Mäuse melken.
Eigentlich hatte ich an diesem Tag seit langer Zeit einmal frei, Hilfsagent Steven sollte die Jungs betreuen, doch dieser Stillstand in meinem Auftrag zwang mich quasi dazu, weitere Nachforschungen zu betreiben.
Ich saß also im Konferenzraum des Bighit-Gebäudes und ging dutzende Male die Ergebnisse durch, ohne irgendetwas Brauchbares zu finden. Und, nach gefühlten Stunden weiterer sinnlosen Untersuchungen, konnte ich im Flur die Stimme meiner Chefin Selina hören. Die Tür war nur angelehnt und eigentlich dachte ich mir nichts dabei, doch als ich meinen Namen hörte, wurde ich aufmerksam.
Dann betrat sie gemeinsam mit dem Manager den Raum mit den Worten: „Viktoria ist die schlechteste Agentin von SVK, deswegen haben wir-."
Überrascht ruhten ihre braun-grünen Augen auf mir. Ein leises „Oh" kam zwischen ihren schmalen Lippen hervor als sie mich entdeckte und ihr klar wurde, dass ich ihre letzten Worte mitbekam. Doch statt Reue zu zeigen, verdüsterte sich ihr Ausdruck. Der Manager sah abwechselnd zwischen uns hin und her. Wenigstens ihm war die Situation ebenfalls unangenehm.
„Was machst du denn hier? Du hast frei.", bemerkte sie, klopfte ihre Hände auf ihrem Kostüm ab und räusperte sich. „Geh jetzt. Nimm dir frei. Und wehe ich sehe dich heute nochmal hier."
Benommen stand ich auf, konnte nur kurz nicken, schnappte daraufhin sofort meine Sachen und ließ die beiden allein, unfähig sie mit ihrer Aussage zu konfrontieren.
Die schlechteste Agentin der Agentur... Sie nannte mich die schlechteste Agentin von SVK...
Mir wurde alles zu viel. Dieses sinnlose nachforschen ohne jegliche Ergebnisse, das dauerhafte aufpassen, ohne das man mich brauchte. Bevor ich nach Südkorea kam hatte ich immer meine Gefühle unter Kontrolle, sie waren sowieso bloß zweitrangig, aber das ständige Versagen machte mich rasend.
Entgeistert verließ ich das Gebäude. Meine Füße trugen mich wie von selbst durch die Straßen, die von den letzten Sonnenstrahlen des Tages erhellt wurden. Ich hatte doch meinen freien Tag? Also wieso genoss ich ihn nicht?
Als ich an einer Bar vorbeikam, steuerte ich direkt auf sie zu. Ich war sowieso die schlechteste Agentin von SVK, also wieso sollte ich meine Rolle nicht komplett ausleben?
Gesagt, getan. Nachdem ich das fünfte Whiskey Glas heruntergespült hatte und auch schon das nächste bestellte, waren die Sorgen schon fast vergessen. Ich, in meinem klassischen Bürooutfit und mit dem allbekannten strengen Dutt, saß stumm an der Theke des Barkeepers und beobachtete irgendein Spiel, was im Fernseher lief, der an der Ecke hing, ohne mich wirklich dafür zu interessieren. Die Bar war rustikal und nicht sonderlich gut besucht. Ich passte überhaupt nicht hier her, aber der Ort war perfekt, um seinen Gedanken hinterher zu hängen. Stundenlang. Vor einem halben Jahr hätte ich nicht einmal die Idee gehabt, mich alleine in einer Kneipe zu besaufen. Und nun war ich hier. Alleine und am Besaufen.
„Alles gut bei Ihnen?" Der Barkeeper, ein freundlicher älterer Herr, musterte mich sorgenvoll. „Alles super.", entgegnete ich und nahm den letzten Schluck aus meinem Glas. „Haben sie noch mehr von dem Zeug?" Ich bekam ein Lachen als Antwort. „Sind sie sicher, dass sie noch mehr wollen?", fragte er, während er eines der Gläser polierte.
„Ja. Das habe ich mir verdient, weil ich so kacke bin.", antwortete ich. „Sie stecken wohl in einer Midlife Crisis.", entgegnete der Mann schmunzelnd. Scheinbar überraschten ihn seine Gäste längst nicht mehr. "Sind sie wirklich sicher, dass sie noch mehr wollen?" Ich hielt das leere Gefäß in die Höh. „Ja, ich bitte drum.", antworte ich belegt. "Ich bin so kacke, das glauben sie gar nicht. Und darauf trink ich jetzt. Also nachschenken bitte." Etwas belustigt folgte der Herr meiner Bitte.
Dann klingelte mein Telefon.
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BTS - Personal Bodyguard
FanfictionDas Telefon klingelte. „Ein neuer Auftrag? Okay. Korea?Bighit? Mhm, Mhm. Bts? Was soll das sein ? Ja. Ja, okay. Wir verstehen. Wir vermitteln eine geeignete Person." - Und damit begann der ganze Spaß. Viktoria, eine deutsche Agentin wird von ihrer...
