Zornig starrte ich den Dunkelhaarigen an.
„Yoongi, wir sollten reden. Alleine."
Ich wusste nicht, wieso ich mich von Yoongi dazu bringen ließ, es ihm zu erzählen.
Vielleicht, weil ich seine Vorwürfe nicht mehr hören wollte.
Vielleicht, weil ich ihm trotz seiner anstrengenden, bockigen und spöttischen Art vertraute.
Vielleicht auch wegen den Gefühlen die er in mir auslösen könnte. Auch wenn er es liebte, sich mit mir zu streiten.
Mit einem verstimmten Seufzer stieß ich gewalttätig die Tür zu meinem Zimmer auf und ließ Yoongi hinein.
Ich bedeutete ihm, auf dem Bett Platz zu nehmen, doch er winkte ab.
„Sag mir einfach, was du verheimlichst.", verlangte er und sein eiskalter Blick ließ mich frösteln.
Für einen kurzen Moment überlegte ich, die Wahrheit schön zu verpacken, doch ich entschied mich schnell um.
„Viola ist die Schwester von Timothy und Hoseok steckt vielleicht mit ihm und Juna unter einer Decke."
Sein schockierter Blick war goldwert. Am liebsten hätte ich ein Foto gemacht, aber die Ernsthaftigkeit der Situation hielt mich davon ab.
„Deswegen wollte ich es nicht sagen. Weil ich weder weiß wieso, noch wofür und weshalb.", erklärte ich und fühlte mich durch die aufkommende Schadenfreude, beim Anblick seiner Reaktion, ein wenig besser. Auch, wenn es mir leid tat, dass einer seiner besten Freunde mit dem Feind zusammenarbeitete, egal, ob freiwillig, oder nicht. „Außerdem habt ihr viel zu viel zu tun. Sowas belastet euch bloß. Deswegen habe ich nichts gesagt."
Yoongi fuhr sich nachdenklich durchs Haar. „Danke, dass du es mir erzählt hast.", sagte er prompt und wollte mein Zimmer verlassen, doch ich hielt ihn am Arm fest.
„Hey, warte mal. Willst du nicht darüber reden?" Unsicher suchte ich seinen Blick, doch Yoongi schien plötzlich nicht mehr anwesend zu sein.
„Was gibt es zu bereden, wenn einer meiner besten Freunde mich verrät?", zischte er und entriss sich meinem Arm.
„Wir vermuten, dass sie ihn erpressen.", erklärte ich schnell im Versuch ihn zu beruhigen. „Wer ist wir?", wollte Yoongi wissen und sah mich das erste Mal seit der Nachricht richtig an. Und er schien wirklich ein wenig erleichtert.
Ich zögerte, bevor ich auf seine Frage einging. „Jimin und ich."
„Jimin?" „Ja, er hat mich belauscht.", entgegnete ich schnell und kaute nervös auf meiner Unterlippe herum. „Wir haben Viola hinter her spioniert, das weißt du ja. Aber in Wahrheit haben wir gesehen, wie sie Hoseok abgeholt hat und mit ihm zu Junas Wohnung gefahren ist."
Ungläubig schüttelte Suga seinen Kopf. „Wir müssen mit ihm reden." Erschöpft ließ er sich auf meine Bettkante nieder und ich nahm neben ihm Platz. „Ja, das hatten wir vor. Momentan hören wir ihn ab." „Und habt ihr was herausgefunden?" Missmutig schüttelte ich den Kopf. „Noch nicht."
Mit einem Stöhnen fuhr sich Yoongi übers Gesicht.
„Es wäre vielleicht besser, es den anderen vorerst nicht zu sagen.", sagte er nach kurzer Stille und lehnte sich zurück.
„Ach, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen.", schmunzelte ich.
„Es tut mir leid, dass ich dich vor den anderen angemacht habe.", sagte Suga plötzlich und schien mit einem Mal gar nicht mehr so streitlustig. „Das war unfair."
Ich lachte auf. „Ja, das wars, aber ich weiß ja inzwischen, wie du bist."
Yoongi legte seinen Kopf zur Seite und leckte sich über die Lippen. „War der falsche Zeitpunkt, dich zu küssen.", murmelte er leise. Sofort spürte ich die Röte an meinen Wangen brennen.
„D-du hättest mich ja nicht direkt danach sowas fragen müssen."
„Sonst hättest du es mir nie erzählt." Da hatte er Recht.
„Und?", machte Yoongi plötzlich und musterte mich amüsiert. „Ich kann besser küssen als Jimin nicht wahr?"
Meine Augen weiteten sich automatisch, ungläubig, ob er das wirklich gefragt hatte.
„E-es war anders.", sagte ich Unsicher und starrte angestrengt auf den Boden. „Das kann man nicht vergleichen."
Sogleich spürte ich seine Hand an meinem Kinn, die mein Gesicht zu seinem drehten.
Er sah mich wieder mit diesem undeutbaren Blick an, in dem ich mich hätte verlieren können.
Gefährlich langsam näherte er sich meinem Gesicht, ich schloss erwartungsvoll die Augen und für einen Moment hatte ich alles vergessen. Die Drohungen, Juna, Timothy, Hoseok und Viola. Selbst die Warnug meiner Chefin.
Und dann küsste er mich wieder.
Diesmal fordernder, sofort bewegte er seine warmen Lippen gegen meine und übte beständigen Druck aus. Ich erwiderte den Kuss zaghaft. Seine Hand vergrub sich in meinem Haar und zog mich näher zu ihm. Ich spürte seine Brust an meiner, hatte Angst, dass er mein schnellen Herzschlag spüren konnte. Doch nichts schien ihn in diesem Moment zu stören.
Als ich fühlte, wie seine Zunge über meine Lippen fuhr, öffnete sich meinen Mund automatisch. Benebelt schlang ich meine Arme um seine Taille. Es war als wäre ich ferngesteuert. Kein Grübeln, kein Nachdenken.
Einfach seinem Gefühl folgen.
Und es fühlte sich gut an. Es fühlte sich viel zu gut an.
Meine ganze Haut schien wie elektrisiert und ein Schauer nach dem anderen jagte meinen Rücken hinunter.
Viel zu schnell löste er sich wieder von mir. Seine Augen schienen dunkler als sonst, fast, als wären sie komplett schwarz. Schweratmend erwiderte ich seinen Blick und musste Lächeln.
„Der Kuss mit dir gefällt mir besser.", sagte ich. „Aber das heißt nicht, dass du besser küssen kannst, als Jimin."
„Es ist okay, wenn du es nicht zugeben willst. Dann habe ich zumindest mehr Zeit dich zu überzeugen.", entgegnete er neckend und zog einen Mundwinkel in die Höh.
Er fuhr ihm mit mit seiner Hand über die Wange und ich genoss die zärtliche Berührung. „Vielleicht sollte ich langsam zurück.", sagte er schließlich. „Nicht, dass sie sich wundern. Und außerdem werde ich ihn irgendeine Ausrede auftischen müssen, was Hoseok angeht. Zumindest bis wir die Wahrheit kennen."
Ich seufzte ich schwer und lehnte mich leicht gegen Yoongis Schulter. Es war ungewohnt ihn zu berühren. Schön, aber ungewohnt.
„Achja, da war ja was.", murmelte ich und knabberte nachdenklich an der Unterlippe herum.
Yoongi drückte mit einen Kuss aufs Haar und löste sich von mir. Ebenfalls in Gedanken stand er auf.
„Wir sehen uns.", sagte er und zwinkerte mir zu, nicht ohne mich vorher siegessicher anzugrinsen, als er sah, wie ich rot wurde.
Doch bevor er die Tür erreicht hatte drehte er sich wieder zu mir.
„Ich habe noch eine Frage.", gestand Yoongi und sah mich ernst an. „Viktoria, du weißt bereits, wer der Täter ist, oder?"
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BTS - Personal Bodyguard
FanfictionDas Telefon klingelte. „Ein neuer Auftrag? Okay. Korea?Bighit? Mhm, Mhm. Bts? Was soll das sein ? Ja. Ja, okay. Wir verstehen. Wir vermitteln eine geeignete Person." - Und damit begann der ganze Spaß. Viktoria, eine deutsche Agentin wird von ihrer...
