Kapitel 40 - Die Wahrheit - Part 01

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Die folgende Woche verlief schleppend. Das einzige Aufregende war die Tatsache, dass Namjoon und Yoongi ein oder zwei Male ihre Zimmer tauschten, sodass Namjoon bei Jin übernachtete. Operation Namjin war also doch ein Erfolg.

Was die andere Operation anging, der eigentliche Hauptgrund für meinen Aufenthalt in Südkorea, konnte man nur bedingt von einem positiven Fortschritt reden.

Für mich gab es zu viele ungeklärte Fragen. Fragen, die sich weder durch das Abhören einiger Telefonate, noch durch das Belauschen von Hoseok klären lassen wollten.

Mir schien fast, als läge die Antwort direkt vor meinen Füßen, nur war ich zu blöd, sie erkennen zu können.

Diesen Abend wollte ich daran etwas ändern: Ich würde endlich Hoseok mit allem konfrontieren.

Yoongi hatte den anderen Jungs glücklicherweise irgendeine Belanglosigkeit auftischen können, die ich ihnen vorenthalten hätte. Ich würde sie schon einweihen, sobald mit alles bekannt war.
Was meine Chefin Selina anging, so brauchte ich die gesamte letzte Woche keinen Bericht zu erstatten. Ich war ihr aus dem Weg gegangen und sie war scheinbar zu sehr mit ihrem Lover beschäftigt, als dass es sie interessierte. Zu meinen Gunsten.

Unruhig saß ich vor meinem Laptop und checkte wie so oft an diesem Tag die eingehenden und ausgehenden Anrufe von Hoseok, Timothy und Juna, oder besser gesagt: Lim Sook.

Aber nichts geschah.

Missmutig klappte ich das Gerät zu und tapste in die Küche, um mit etwas zu essen zu machen.

Jin stand dort, tippte irgendwas auf seinem Smartphone herum und sah auf, als ich den Raum betrat.

„Hab ne neue mysteriöse SMS bekommen.", sagte er unbeeindruckt und zeigte mir den Bildschirm.

Ich zog eine Augenbraue in die Höhe und betrachtete die Nachricht von der unbekannten Nummer.

Das Finale steht an.

Seufzend lehnte ich mich gegen die Küchentheke. „Ja, bald ist es wohl soweit.", sagte ich und zuckte mit den Schultern. „Kümmert ihr euch um euer Training für die Tour, ich schaffe es den Fall bis dahin aufzulösen."

Ein wenig unsicher blickte mich der Ältere an, aber sagte nichts und stellte auch keine unangenehmen Fragen.

„Ist Hoseok schon wieder da?", wollte ich wissen, langte nach einem Toast und steckte es in den Toaster.

„Nein, immer noch nicht. Er verbringt seine gesamte Freizeit mit einer neuen Flamme." Jin grinste, nahm sich ein Glas Wasser und kippte es hinunter.

„Und mit deiner Flamme läuft auch alles?", fragte ich amüsiert, woraufhin Jins Ohren diesen verräterischen Pinkton annahmen.

„J-ja. Danke nochmal.", murmelte er und wandt verlegen sein Gesicht ab.

Ich grinste breit. „Kein Problem, ohne uns hättet ihr euch nie angenähert."

„Das gleiche gilt für dich und Yoongi.", erwiderte Jin und funkelte mich schadenfroh an.

„Was gilt für mich?" Yoongi hatte unbemerkt die Küche betreten und sah fragend zwischen Jin und mir hin und her. Seit dem Kuss hatte ich immerzu an ihn denken müssen.

„G-gar nichts!", beeilte ich mich zu sagen, drehte mich um und starrte angestrengt den Toaster an, als könne ich ihn damit dazu bewegen, das Brot schneller kross werden zu lassen.

„Ich lass euch mal alleine.", sagte Jin amüsiert, schenkte in sein leeres Glas noch einmal Wasser ein und verließ die Küche.

Ich spürte Yoongis Blick in meinem Nacken brennen. „Hast du schon mit Hoseok geredet?"

Vorsichtig drehte ich mich um und sah direkt in seine dunklen Augen. Ein merkwürdiges Flattern breitete sich in meinem Bauch aus und ich brauchte einen Moment, um mich wieder zu fangen.

Missmutig schüttelte ich den Kopf. „Ich warte gerade auf ihn. Die letzte Woche gab es keine Gelegenheit.",gestand ich, doch verschwieg, dass ich teilweise Angst gehabt hatte, seine Sicht der Dinge zu erfahren.

Yoongi trat vor mich und strich eine meiner Haarsträhnen hinters Ohr. Er roch gut. Ein wenig herb, nach Leder und Eichenmoos und trotzdem frisch.

„Du willst nicht mit ihm reden, hab ich Recht?", fragte er sanft, während seine Finger nun über meine Wange fuhren und eine prickelnde Spur hinterließen.

„Du hast Recht.", gab ich zu und kämpfte zwanghaft mit dem Drang ihn zu küssen, um wieder dieses Gefühl von Leichtigkeit spüren zu können, als gäbe es keinerlei Sorgen auf der Welt.

„Wenn du willst, können wir das zusammen machen.", bot er an und lächelte versprechend. Ich nahm nur beiläufig wahr, wie hinter mir das Toast aus dem Toaster sprang und nickte. 
„Das würde es leichter machen."

Und trotz meines Veruchs es zu ignorieren, wurde der Drang ihn zu küssen stärker, je länger er mich so ansah und ich kam nicht drum rum, mich auf die Zehenspitzen zu stellen, um meine Lippen sanft auf seine zu legen.

Ich spürte wie Yoongi zuerst überrascht war, sich doch sogleich entspannte und das Bewegen meiner Lippen auf den seinen erwiderte.

Er drückte mich mit seinem Körper gegen den Küchenthresen und legte seine Arme um meine Hüfte, während ich immer wieder durch sein weiches Haar fuhr. Ich spürte die Muskeln seines Oberkörpers, trotz des Stoffes, der zwischen uns lag, tastete mit meiner freien Hand unter sein T-Shirt und fuhr langsam über sein Bauch.

Yoongi zog scharf die Luft ein und vertiefte den Kuss, fuhr mit seiner Zunge über meine Lippen und knabberte sanft an der unteren. Ich musste mir ein Seufzen verkneifen und tat es ihm stattdessen gleich.

Ich spürte, wie das Flattern immer intensiver wurde und hatte gar das Gefühl, als würde mein Magen Purzelbäume schlagen. Es war als wäre ich in einem Rausch.

Kurz noch saugte Yoongi an meiner Unterlippe, dann löste er seine Lippen von den meinen. Eine sehnsüchtige Leere blieb zurück, gemischt mit dem Hochgefühl des Kusses.

Wir hatten uns die letzte Woche kaum alleine gegenüber gestanden und das Bedürfnis, seine weiche Haut auf meiner zu fühlen war stetig gewachsen.

Doch das Geräusch von einem Schlüssel in einem Schloss ließ uns auseinander fahren.

„Das wird Hoseok sein.", vermutete Yoongi nüchtern. Im Gegensatz zu mit war er die Ruhe in Person. Im Gegensatz zu Jimin hat er sich mit der Neuigkeit auch ziemlich schnell abgefunden.

„Wir sollten ihn abfangen.", entgegnete ich, räusperte mich und fuhr über meine nun zerknitterte Kleidung. „Du solltest vielleicht deine Haare in Ordnung bringen."

Yoongi wuschelte sich kurz durchs schwarze Haar und ging dann neben mir zum Flur, wo bereits Hoseok war und seine Schuhe ausgezogen hatte. Das Toast hatte ich längst vergessen.

Hoseoks Gesicht strahlte und seine Augen glänzten erfreut. „Hey, ihr beiden.", begrüßte er und glücklich, hängte seine Jacke weg und wollte sich grade an uns vorbei Zwängen, als Yoongi ihn am Arm packte.

„Wir müssen reden. Alleine.", befahl er ernst und ich entdeckte mit Unbehagen die fröstelnde Kälte in seinem Blick.

BTS - Personal BodyguardGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt