Den gesamten Abend herrschte eine merkwürdige Anspannung im Dorm. Die Jungs waren bedrückt, stellten noch viele Fragen, wollten nicht ganz realisieren, wer hinter den Drohungen steckt.
Ich hatte sie so gut es ging, eingeweiht, doch wovon ich ihnen nicht erzählen wollte, war das Foto, dass mir Tae wenige Tage zuvor gezeigt hatte. Es passte nicht ins Bild. Genauso wenig, wie die Tatsache, dass Selina den Manager eingesperrt hatte, wenn er doch der Grund sein musste, dass sie es tat. Was hatte sie bloß vor?
Verzweifelt fuhr ich mir durchs Haar und versuchte einen Sinn in alle dem zu finden. Der Schock, der mir noch tief in den Knochen saß, war schwer zu verdauen. Ich hatte schon vorher vermutet, dass meine Chefin beteiligt sei, auch wenn ich es nur schwer glauben wollte, aber nun wirklich zu wissen, dass sie der Schlüssel zu alldem war, ließ sich nur schwer verdauen. Schließlich gehörte sie zu meiner Familie.
Mit einem schlechten Gewissen, wählte ich die Nummer meines Onkels, während ich in meinem Zimmer unruhig auf und ab ging. Es würde ein Schock für ihn werden, wenn er erfuhr, dass seine eigene Tochter hinter dem ganzen Komplott steckte.
Ich lauschte dem Piepen am anderen Ende der Leitung, dann nahm jemand ab.
„Alexander Myhrre am Apparat.", sagte eine tiefe Stimme. „Mit wem spreche ich?" Nervös schluckte ich den Kloß in meinem Hals hinunter. „Hallo, Onkel. Hier ist Viktoria."
„Viktoria!", sagte er überrascht und klang wahrhaft erfreut. „Wie geht es dir? Wie läuft der Auftrag?"
Ich zögerte, wollte ihm von dem Verrat Selinas nicht erzählen. Aber ich wusste, dass ich es irgendwann tun musste. Er hatte es verdient.
„Wir sind ziemlich weit gekommen und machen stetig Fortschritte.", begann ich und wollte gerade fortfahren, da begann er zu sprechen: „Deine Eltern wären stolz auf dich. Vor allem mein Bruder wäre entzückt zu sehen, wie du dich machst."
Das schlechte Gewissen wurde stärker. Mir fiel es schon immer schwer, über sie zu reden, auch wenn ich wusste, dass mein Onkel es nur gut meinte.
„Danke, Onkel.", flüsterte ich belegt und versuchte mich so gut es ging zu fassen. „Es gibt aber etwas, dass ich dir sagen muss."
Ein kehliges Lachen drang aus dem Hörer. „Immer raus damit."
Tief atmete ich durch. „Selina steckt hinter den Drohungen."
Es herrschte Stille. Eine angespannte Stille, die mich nur noch verzweifelter werden ließ.
„W-wir sind uns noch nicht ganz sicher, a-aber alles deutet darauf hin.", stotterte ich und knetete nervös meine Handinnenflächen. „Sie hat mehrere Dokumente gefälscht, die uns falsche Hinweise liefern sollten. Sie hat den Manager von BTS betäubt und ihn gefesselt im Büro eingesperrt, weil er gesehen hat, wie sie eine Drohung schreibt und ist danach geflohen."
Noch immer entgegnete mein Onkel nichts. Lediglich sein schwerer Atem zeigte, dass er noch am anderen Ende der Leitung war.
„Stimmt das?", fragte er schließlich ernst. „Selina würde so etwas nicht tun. Hast du versucht sie zu erreichen?"
„Habe ich, aber bei ihrem Telefon geht nur die Mailbox ran und sie ist mir bereits die gesamte letzte Woche aus dem Weg gegangen."
„Ich werde umgehen nach Südkorea fliegen.", entgegnete mein Onkel ernst. „Wir werden das Missverständnis aufklären."
„Okay.", sagte ich zaghaft. „Wir sehen uns. Ich versuche Selina ausfindig zu machen."
Wir legten auf.
Mit einem mulmigen Gefühl verließ ich meinen Raum und lief wie von alleine zu Yoongis Zimmer.
Zaghaft klopfte ich gegen die Tür und wurde direkt hinein gebeten.
„Wo ist Jin?", wollte ich wissen, als ich das leere Bett entdeckte. Yoongi sah auf und musterte mich. „Bei Namjoon."
Er stand von seinem Schreibtisch auf, an dem er bis eben nich gearbeitet hatte, und kam zu mir, strich mir sanft über die Wange.
„Ist alles okay?", erkundigte er sich und sah mich ernst an.
Ich zuckte mit den Schultern. „Mein Onkel kommt bald nach Südkorea.", begann ich und lehnte mich gegen seine Brust, als hätte ich mein ganzes Leben nichts anderes gemacht. Seine Nähe war tröstend.
Yoongi fuhr mir leicht durchs Haar. „Ist er genauso nervig wie du?"
Spielerisch buffte ich gegen seine Schulter und wollte mich grade von ihm lösen, als er mich küsste. Nicht fordernd, sondern sanft und zart.
Mit einem aufmunternden Lächeln löste er sich von mir und zog mich in eine Umarmung.
„Ich hab dich wirklich unterschätzt, Viktoria.", sagte er und ich spürte wie er grinste. „Ich hätte nie gedacht, dass du den Fall jemals auflösen wirst."
„Ich hab ihn noch gar nicht aufgelöst.", gab ich missmutig zu, doch legte ebenfalls meine Hände um seine Taille. „Ich muss noch verstehen, wieso Selina das tut."
Dann klingelte mein Telefon.
Überrascht löste ich mich von den Schwarzhaarigen und zog es aus meiner Tasche hervor. Ich hatte erwartet, dass mein Onkel anrufen würde, aber stattdessen stand der Name Steven auf dem Display.
„Viktoria Myhrre am Apparat.", sagte ich verwundert und sah aus dem Augenwinkel, wie Yoongi bei meiner Begrüßung spöttisch grinste.
„Ich glaube, es ist etwas schlimmes passiert.", erklang die hektische Stimme des Hilfsagenten. „Ich habe den Manager ins Krankenhaus gebracht und gewartet bis er wieder kam."
„Okay.", machte ich. „Und was ist so schlimm daran?"
Ich vernahm, wie Steven schwer schluckte. „Es hat so lange gedauert. Ich habe nachgefragt, wo er bleibt und mir wurde gesagt, dass eine Person mit diesem Namen nie behandelt worden wäre. Scheinbar ist er auf dem Weg zu den Ärzten spurlos verschwunden."
Meine Augen weiteten sich automatisch. „Das ist ganz, ganz schlecht, Steven.", murmelte ich fassungslos. „Kannst du bitte zu Selinas Wohnung fahren und nachsehen, ob sie dort ist?"
Sofort stimmte er zu und versprach sich zu melden, falls er sie dort auffinden würde. Auch, wenn ich es bezweifelte.
Ich beendete den Anruf und sah in Yoongis fragendes Gesicht.
„Was hat er gesagt?", fragte er, als er mein Entsetzen bemerkte.
"Ich glaube Selina hat euren Manager entführt."
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BTS - Personal Bodyguard
FanfictionDas Telefon klingelte. „Ein neuer Auftrag? Okay. Korea?Bighit? Mhm, Mhm. Bts? Was soll das sein ? Ja. Ja, okay. Wir verstehen. Wir vermitteln eine geeignete Person." - Und damit begann der ganze Spaß. Viktoria, eine deutsche Agentin wird von ihrer...
