Kapitel 53

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„Ich überrasche DICH mit einem Trip nach Paris, gehe mit DIR durch die Pariser Innenstadt zum Shopping und gehe abends mit DIR essen und DU vergisst diesen nicht grundlosen Tag?" fügte er noch hinzu.

„Anscheinend!" gab ich kleinlaut zu.

Ney lehnte sich an Rückenlehne des Stuhls und sah mich musternd an. Er dachte wohl, ich würde ihn verarschen, aber es fiel mir wirklich nicht ein, weswegen er so viel auffand machte. Sonst war er so, dass er in Barcelona mit mir ausging.

„Warte, ich weiß es..."

„Da bin ich gespannt?"

„Dein Geburtstag!" gab ich triumphierend hinzu.

Erschrocken sah er mich an und schlug seine Hände auf sein Kopf. Falsche Antwort zu früh gefreut.

„Nein, ich hab im Februar. Denk einmal Gründlicher nach, was war den am heutigen Tag?"

Er konnte echt penetrant mit seinen Rätsel sein. Der Champagner wurde uns in jenem Moment eingeschenkt und wieder auf den Ende des Tisches in eine silberne Schüssel mit Eis gestellt.

„Haben Sie den schon etwas zu Essen?" fragte der Kellner.

„Al Tonno und für meine Freundin Gemüselasagne."

Es war mir sehr peinlich, dass mir das nicht einfiel und auch dass er anscheinend Gedanken lesen konnte, auf was ich Appetit hatte. Als der Kellner an mir vorbei ging, bemerkte ich eine Armkette mit einem Datum drauf. Scheiße! Ich biss mir vor Peinlichkeit auf die Unterlippe und wäre vor Scham in irgendein Loch gesprungen. Wie konnte ich so was Wichtiges nur vergessen?

„Ist es dir endlich eingefallen?" fragte er süffisant.

Er glaubte wohl immer noch, dass ich nicht wusste, warum wir hier waren.

„Wir sind vor einem Jahr zusammen gekommen, genau hier in dieser Stadt." lächelte ich treffsicher.

Verwundert begann er zu Lächeln und schüttelte leicht den Kopf.

„Ich hab jetzt echt gedacht, du hättest es vergessen."

„Hab ich auch, aber mir ist es dank dem Kellner eingefallen." flüsterte ich ihm zu.

„Dem Kellner?" fragte er nach.

„Auf seiner Armkette stand ein Datum, da hab ich mich daran erinnert." lachte ich ihm leiser zu.

„Gut, dass du der Mann in diesem Fall bist."

Wir bekamen unser Essen und ich kam vom Schwärmen nicht mehr aus. Er war perfekt. Dieser Moment mit ihm war perfekt. Wenn ich es gekonnt hätte, hätte ich die Zeit für kurzem Moment anhalten wollen. Wir vergaßen die Zeit in dem wir auf unseren Jahrestag anstießen. Der Champagner war sehr prickelnd. Wir bezahlten nach zwei Stunden Candlelight-Dinner, nachdem wir beschlossen hatte, dass er bezahlen würde. Ich hatte aufgegeben, weil ich ihm noch etwas schuldig war.

*

Nach einiger Zeit kamen wir am Louvre an. Es war nachts hübscher anzusehen als tagsüber. Die Lichter beleuchteten die gläserne Pyramide sanft. Als wir um die Pyramide liefen, stieß ich fast auf Neymar - der stehen geblieben war. Er sah das Gebäude auf der rechten Seite an und schließlich wieder zur linken, wo die Pyramide stand. Die Springbrunnen waren auch noch sehr schön anzusehen und ich wusste gar nicht, dass Neymar so romantisch sein konnte.

„Schatz, was ist den los?" wollte ich irritiert und unsicher zugleich wissen.

„Hier ist es perfekt, findest du nicht?"

„Ja, das ist es."

Er wandte sich zu mir um und sah mir in die Augen. Er lächelte und blickte kurz auf den Boden. Als ich hinter unter sehen wollte, nahm er mein Kinn und hob es. Schmollend warum ich nicht nach unten schauen durfte, sah ich ihn an. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich zärtlich. Ich war von ihm so angetan, dass ich alles um mich herum vergaß. Er löste sich von mir, ging auf einen Mann zu, der mit seiner Gitarre da saß. Er sprach mit ihm und nahm dankbar seine Gitarre entgegen. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah ich ihn wieder auf mich zu kommen.

„Also ich weiß nicht, ob das was wird, also lache nicht, ok?"

Ich nickte ihm zu, sodass ich überrascht war, dass er Gitarre spielen gelernt hatte. Er setzte sich auf den Rand, sodass hinter im die gläserne Pyramide zu sehen war. Das Wasser hinter ihm und die vereinzelten Springbrunnen ließen das Szenario sehr gut ausfallen. Als er ein paar Tage auf der Gitarre spielte, wurden meine Augen größer. Er würde doch jetzt nicht etwa? Doch er würde...

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