Nachdem wir gelandet sind, steige ich aus dem Flugzeug und lasse mich von der Menschenmenge zum Gepäckband führen um meine Koffer zu holen. Dort stehe ich also und suche das Band vergeblich nach meinem Gepäck ab, als mir plötzlich jemand die Arme um die Taille legt, mich hochhebt und im Kreis herumwirbelt. Mit aufgerissen Augen gebe ich einen überraschten Laut von mir.
"Na, findest du dein Gepäck mal wieder nicht?", fragt eine vertraute Stimme belustigt, nachdem ich wieder Boden unter den Füßen habe. "Dani!", kreische ich erfreut und drehe mich so schnell um, dass ich fast umgefallen wäre, hätte mein Bruderherz mich nicht festgehalten. "Nicht so schnell, ich hab keinen Bock, dich nur im Krankenhaus zu sehen.", lacht er. Er hebt mich wieder hoch und ich schlinge meine Beine um seine Hüften und meine Arme um seinen Nacken, um besseren Halt zu haben, dann umarme ich ihn endlich. "Ich hab dich so vermisst, Dani.", murmele ich an seinem Hals und atme tief seinen vertrauten und lang vermissten Geruch ein. "Ich dich auch, Sis, das kannst du mir glauben." Er küsst lächelnd meine Stirn und lässt mich wieder runter. Als ich wieder auf dem Boden stehe, reiche ich ihm nur bis kurz über die Schulter. "Wow, du bist groß geworden!", stelle ich fest und lege meinen Kopf in den Nacken, um Daniel ins Gesicht blicken zu können. Er grinst auf mich hinunter. "Und du bist klein geblieben." "Hey." Ich schlage ihm leicht auf den Arm, doch er hat recht, ich war schon immer klein. Lachend hält er meine Hand fest und zieht mich daran wieder näher zu sich. "Was, ist doch so." Ergeben mit den Schultern zuckend stimme ich ihm zu.
"Wo ist denn jetzt dein Koffer?" "Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung." Ich lasse meinen Blick über das Band gleiten, als ich mein Gepäck entdecke. "Obwohl, doch, inzwischen ist es da." Ich zeige auf die Stelle. "Oh, das ist aber mehr als nur ein Koffer!" "Ich bin ja auch ein Mädchen.", grinse ich. Belustigt zieht Dani die Augenbrauen hoch und hebt meine 3 Koffer vom Band. Ich nehme ihm einen ab, schultere mein Handgepäck und schaue meinen Bruder erwartungsvoll an. "Okay, folg mir einfach, draußen steht schon unser Taxi." Ich nicke, doch gerade als wir loslaufen wollen, hören wir Gekreische. "Oh mein Gott, Leute, da ist Daniel Seavey!!!" Ich verdrehe die Augen, woraufhin Daniel mich entschuldigend anschaut.
Drei, ungefähr 15-Jährige, Mädchen sind inzwischen bei uns angekommen. "Hiii... dürfen wir ein Foto mit dir machen?", quietscht eins. "Klar, kommt her." Ich trete genervt ein paar Schritte zur Seite, doch da bemerkt mich eines der Mädchen. "Oh mein Gott, und da ist auch seine Schwester!" Sie zeigt auf mich. Gequält lächele ich und stelle mich fürs Foto zu ihnen. "Oh Mann, ich liebe dich, Cassandra. Ich bin so neidisch auf dich, es ist bestimmt toll Daniel als Bruder zu haben, oder?" Das ist es eben, ich bin immer nur die kleine Schwester von Daniel, mehr nicht. "Dankeschön, das ist lieb von dir. Und, na klar, es ist großartig, ich liebe ihn.", versuche ich trotzdem nett zu sein und lege einen Arm um Danis Hüfte. Dass ich Dani liebe stimmt ja auch wirklich. Mein Bruder lächelt warm auf mich hinunter. "Aber ihr solltet auch neidisch auf mich sein, es ist nicht selbstverständlich eine so wundervolle Schwester zu haben.", sagt Daniel, der weiß, wie sehr mich so etwas nervt. Ich lächele dankbar zu ihm hoch. "Okay, wir müssen jetzt aber leider weiter. War schön euch kennenzulernen.", sagt Daniel dann an seine Fans gewandt und zieht mich mit sich.
"Liebe Grüße von Mum übrigens.", richte ich wie versprochen Mums Grüße aus. "Danke, ich vermisse sie. Wie gehts ihr?" Ich seufze. "Ich würde mal sagen, den Umständen entsprechend, aber ich habe das Gefühl, dass es langsam besser wird. Zumindest tut sie vor mir immer so, als würde sie nicht darunter leiden, aber wie es ihr wirklich geht ist schwierig zu sagen." Daniel nickt ernst. "Und wie geht's dir?", fragt mein Bruder. Ich presse die Lippen zusammen und hole tief Luft, dann antworte ich: "Es... es ist schwer. Aber ich versuche so wenig wie möglich an ihn zu denken, in der Hoffnung, dass es dann besser wird..." Schnell blinzele ich die aufkommenden Tränen weg. Dann blicke ich zu meinem Bruder auf. "Aber die Frage ist doch eher, wie es dir geht. Du warst schon so lange nicht mehr zu Hause. Mum vermisst dich, weißt du? Und sie gibt dir an nichts die Schuld, genauso wie ich. Du bist an nichts von dem Ganzen Schuld. Es war Dads Entscheidung." Es fällt mir immer noch schwer "Dad" zu sagen. Danis Gesichtszüge werden immer härter. "Ich hasse ihn dafür. Und mich hasse ich dafür, dass ich meinen Dad hasse." Erschöpft schließe für einen Moment meine Augen. "Bitte tu das nicht. Du musst dir vergeben. Und ihm auch."
Wir stehen inzwischen vor dem bereits wartenden Auto. Mein Bruder verstaut schweigend das Gepäck im Kofferraum, dann setzen wir uns ins Taxi. "Und, wie läuft's mit eurer Band so? Von dem her was man so über euch hört klingt es ganz gut, aber man weiß ja nie...", frage ich um auf ein anderes Thema zu kommen. "Doch, echt gut und es macht auch total Spaß mit meinen Kumpels Musik zu machen. A propos..." Er stoppt und schaut kurz unsicher zu mir. Misstrauisch schaue ich zurück. "Was ist?" "Ähm... also es ist so, dass du ja jetzt für 3 Monate bei mir wohnen wirst." Ich bin verwirrt. Natürlich weiß ich das. "Ja?" Zögernd presst Dani seine Lippen aufeinander. "Und... ich wohn ja wie du vielleicht weißt mit den Jungs zusammen... das heißt..."
Entsetzt starre ich meinen Bruder an. "Warte mal was?! Seit wann das denn?!" Peinlich berührt senkt mein Bruder den Blick. "Na ja, eigentlich schon seit wir die Band gegründet haben." Ich starre empört aus dem Fenster. "Und da hast du es nicht für nötig gehalten mir das zu sagen? Nicht mal jetzt, wo ich kurzzeitig bei dir einziehe?" Entschuldigend schaut er mich an. "Tut mir Leid." "Ich glaubs nicht. Ich wohn mit 5 Jungs unter einem Dach." "Ach komm schon, die sind echt alle voll korrekt und cool und ich werde auch dafür sorgen, dass dir keiner zu nah kommt, versprochen." "Ja schon, das ist es ja auch nicht..." Fragend blickt mein Bruder zu mir. "Was denn dann?"
Ich schaue ihn gespielt ernst an und seufze frustriert. "Ich hab zu wenig heiße Klamotten eingepackt." Dani schaut mich an als hätte ich den Verstand verloren. "Du lebst mit 5 Jungs unter einem Dach, und das einzige worüber du dir Sorgen machst, ist dass du zu wenig heiße Klamotten eingepackt hast?! Ich fass es nicht!"
Ich kann mein Lachen nicht mehr zurückhalten, sein Gesicht ist zu lustig. "Das war doch nur ein Scherz, Dani!" Er schaut mich entgeistert an, dann muss auch mein Bruder loslachen.
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𝐈 𝐡𝐚𝐭𝐞 𝐲𝐨𝐮, 𝐈 𝐥𝐨𝐯𝐞 𝐲𝐨𝐮 || 𝐖𝐡𝐲 𝐃𝐨𝐧'𝐭 𝐖𝐞 𝐅𝐅
Fanfiction𝔼𝕤 𝕕𝕒𝕦𝕖𝕣𝕥 𝕝𝕒𝕟𝕘𝕖 𝕍𝕖𝕣𝕥𝕣𝕒𝕦𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗𝕫𝕦𝕓𝕒𝕦𝕖𝕟, 𝕊𝕖𝕜𝕦𝕟𝕕𝕖𝕟 𝕖𝕤 𝕫𝕦 𝕫𝕖𝕣𝕤𝕥ö𝕣𝕖𝕟 𝕦𝕟𝕕 𝕖𝕚𝕟 𝕘𝕒𝕟𝕫𝕖𝕤 𝕃𝕖𝕓𝕖𝕟 𝕖𝕤 𝕨𝕚𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕙𝕖𝕣𝕫𝕦𝕤𝕥𝕖𝕝𝕝𝕖𝕟. **Erster Teil** -> Fortsetzung: "I hate that I love...
