C O R B Y N
Da steht sie.
Cassandra.
Unversehrt. Naja, zumindest von außen. Wie es in ihrem Inneren aussieht will ich mir lieber gar nicht vorstellen.
Auch wenn ich es niemals vor irgendjemandem zugeben würde: Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht.
Nachdem Jonah sie ins Bett gebracht hatte, ist er wieder hochgekommen, doch eigentlich hatte nach ein paar Minuten keiner mehr wirklich Lust weiterzuspielen. Also sind wir alle wieder runter gegangen und haben dort noch ein bisschen weitergefeiert.
Eigentlich war ich ja echt froh, dass Cassie sich jetzt von mir fernhalten wird, aber ein Gedanke ließ mich den ganzen Abend trotzdem nicht los: Was ist wenn es zu viel war? Wenn ich sie zu sehr verletzt habe? Wenn sie jetzt weinend und alleine im Bett liegt? Wenn... wenn sie sich etwas antut?
Weil ich wusste, dass ich sowieso nicht einschlafen könnte mit diesen, in meinem Kopf herumschwirrenden, Gedanken, wollte ich sichergehen, dass Cassandra auch wirklich sicher in ihrem Bett liegt und es ihr wenigstens einigermaßen gut geht.
Also habe ich den anderen gesagt, dass ich mal kurz aufs Klo verschwinde, bin stattdessen aber zu Cassandras Zimmer gegangen.
F L A S H B A C K
Leise öffne ich die Tür und luge in das Zimmer um zu sehen ob Cassandra schon schläft oder nicht. Für den Fall, dass sie noch wach ist und mich deswegen bemerkt, habe ich mir schon eine Ausrede einfallen lassen: Jonah hat mich geschickt um nach ihr zu sehen, weil sie vorhin etwas aufgewühlt war, ihm aber nicht sagen wollte ob er etwas falsch gemacht hat. Doch diese Ausrede brauche ich nicht. Denn sie ist gar nicht in ihrem Bett. In schnellen Schritten gehe ich zur Tür, die in ihr Bad führt, und öffne sie vorsichtig. Doch auch hier ist Cassandra nicht.
Ich presse meine Lippen aufeinander und zwinge mich, ruhig zu bleiben. Vielleicht ist sie ja einfach nur nochmal duschen gegangen vor dem Schlafen. Schnell schließe ich die Tür wieder, verlasse Cassandras Zimmer und öffne stattdessen die Tür des Badezimmers auf dem Gang. Doch statt Cassandra finde ich dort nur ein knutschendes Paar vor, das mich keines Blickes würdigt. "Verdammt.", murmele ich, schließe auch diese Tür wieder und gehe erneut zu Cassandras Zimmer. Darauf hoffend, dass sie inzwischen wieder tief und fest schlafend in ihrem Bett liegt, betrete ich den Raum. Aber nein. Das wäre ja auch zu schön gewesen.
Mit knirschenden Zähnen scanne ich den Raum ab.
Irgendetwas stimmt hier nicht.
Die Bettdecke ist feinsäuberlich zusammengelegt, das Kissen aufgeschüttelt. Keine Klamotten auf dem Boden. Kein Ladekabel in der Steckdose, keine Kopfhörer auf dem kleinen Tisch neben dem Bett. Und vor allem: Keine Koffer neben dem Kleiderschrank.
Nein, irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht.
Mit rasendem Herzen gehe ich zum Kleiderschrank herüber und öffne ihn langsam. Und natürlich: Wie erwartet befindet sich darin keine einzige Jeans, kein einziger Pulli, kein einziges T-Shirt, kein gar nichts. "Verdammt, verdammt, verdammt...", fluche ich und knalle die Schranktüren wieder zu.
"Corbyn? Was machst du hier?", ertönt plötzlich eine Stimme hinter mir. Erschrocken drehe ich mich um. In der Tür steht Jonah und schaut mit zusammengezogenen Augenbrauen zwischen mir und dem Kleiderschrank hin und her. Ich öffne den Mund, weiß jedoch nicht was ich sagen soll, also schließe ich ihn hilflos wieder.
Jonah kommt verwirrt näher, dabei schaut er sich in Cassandras Zimmer um. Als auch ihm nach und nach all die Dinge auffallen, die mich so besorgen, werden seine Augen immer größer. Entsetzt dreht er sich langsam im Kreis, dann bleibt sein Blick bei mir hängen. "Was ist hier los, Corbyn?", fragt er leise, in seinen Augen spiegelt sich die Besorgnis, die sich auch in meinem Inneren immer weiter ausbreitet. "Ich... Ich weiß es nicht.", antworte ich mit zitternder Stimme und presse verzweifelt meine Lippen aufeinander. "Sie wird doch wohl nicht einfach gegangen sein...", murmelt Jonah erschüttert und schaut mich mit großen Augen an. Ich schüttele den Kopf. "Nein... Nein, mach dir keine Sorgen, Bro, bestimmt ist sie einfach nur... einfach nur bei einem Freund oder so. Wahrscheinlich war es ihr hier zu laut und sie konnte deswegen nicht schlafen, also wird sie einfach nur wo anders hingegangen sein um dort in Ruhe schlafen zu können.", versuche ich Jonah zu beruhigen. Oder versuche ich eher mich zu beruhigen?
"Ja. Ja, so wird es sein. Morgen ist sie bestimmt wieder hier und erklärt uns wieso sie weg war." Ich nicke und atme tief durch. "Na los, gehen wir wieder runter und feiern noch ein bisschen.", meine ich gespielt heiter und klopfe Jonah auf die Schulter.
Ich lasse meinen Blick ein letztes Mal durch Cassandras Zimmer schweifen, dann schließe ich die Tür hinter mir.
F L A S H B A C K E N D E
Natürlich haben wir den anderen Jungs, Bell und Max Bescheid gegeben, dass Cassandra nicht in ihrem Zimmer war und auch all ihre Sachen weg waren, weshalb Daniel - wie nicht anders zu erwarten - sofort besorgt nach seinem Handy griff und nachschaute ob Cassandra ihn vielleicht angerufen hat, was aber nicht der Fall war.
Letztendlich konnten wir Daniel zum Glück davon abhalten, nicht sofort die Polizei zu rufen nachdem Cassandra nicht ans Handy gegangen ist, und ihn sogar dazu überreden erst mal schlafen zu gehen, bevor wir irgendeine Suchaktion starten oder bei ihrer Mom anrufen um Alarm zu schlagen. Mit Sicherheit hat Daniel diese Nacht nur wenig geschlafen.
Genauso wie ich. Ich lag fast die ganze Nacht wach in meinem Bett und habe daran gezweifelt, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, noch bis zum nächsten Morgen zu warten bis wir alles daran setzen würden Cassandra zu finden. Doch das würde ich niemals zugeben.
"Kommst du jetzt, oder willst du ewig dort stehen bleiben, Beanie?", ruft Jonah, der schon an der Tür zum Wohnzimmer steht, lachend und reißt mich damit aus meinen Gedanken.
Ich lächele leicht und folge ihm in den Wohnbereich.
DU LIEST GERADE
𝐈 𝐡𝐚𝐭𝐞 𝐲𝐨𝐮, 𝐈 𝐥𝐨𝐯𝐞 𝐲𝐨𝐮 || 𝐖𝐡𝐲 𝐃𝐨𝐧'𝐭 𝐖𝐞 𝐅𝐅
Fanfiction𝔼𝕤 𝕕𝕒𝕦𝕖𝕣𝕥 𝕝𝕒𝕟𝕘𝕖 𝕍𝕖𝕣𝕥𝕣𝕒𝕦𝕖𝕟 𝕒𝕦𝕗𝕫𝕦𝕓𝕒𝕦𝕖𝕟, 𝕊𝕖𝕜𝕦𝕟𝕕𝕖𝕟 𝕖𝕤 𝕫𝕦 𝕫𝕖𝕣𝕤𝕥ö𝕣𝕖𝕟 𝕦𝕟𝕕 𝕖𝕚𝕟 𝕘𝕒𝕟𝕫𝕖𝕤 𝕃𝕖𝕓𝕖𝕟 𝕖𝕤 𝕨𝕚𝕖𝕕𝕖𝕣 𝕙𝕖𝕣𝕫𝕦𝕤𝕥𝕖𝕝𝕝𝕖𝕟. **Erster Teil** -> Fortsetzung: "I hate that I love...
