Erstmals geschockt und hingerissen war ich wie versteinert. Einen Moment zu lang, den schon nach ein paar Sekunden wich er zurück und schaute auf die Seite. Ich glaube, dieser Moment war ihm ziemlich unangenehm. Seine Stirn war gerunzelt und er wollte schon aufstehen, aber dann fiel mir wieder die Realität ins Auge und ich zog ihn mit meiner Hand in seinem Nacken zurück zu mir. Und dann legte ich meine Lippen zurück auf seine.
Dieses Mal rührte er sich einen Augenblick lang nicht, doch schon nach einer Sekunde legte er seine Hand um meinen Rücken und zog mich näher an sich. Das süsse Geräusch ertönte, als sich unsere Lippen trennten und wieder zusammen fanden.
Oh Gott, diese Lippen, ich könnte sie jeden Tag küssen! Auch wenn ich morgen diese Tat womöglich bereuen würde, genoss ich sie jetzt umso mehr, weil das Gefühl einfach unglaublich ist. Vielleicht würde er es auch bereuen, und ich hasste diesen Gedanken.
Ich kniehte mich langsam aufrecht hin, wobei er mich noch näher an sich zog. Irgendwann einmal überragte ich ihn, weshalb ich meinen Kopf mehr nach unten neigen musste. Automatisch legte sich nun auch noch meine andere Hand um seinen Nacken.
Seine Lippen waren wie Gift für mich, aber ich liebte den Geschmack davon. Eigentlich war das das Dümmste, das ich hätte machen können, mit ihm versteht sich. Aber das war mir so was von egal, als seine Zunge langsam meine Lippen berührten. Meine Bedenken und Gedanken waren plötzlich wie weggewischt, oder zumindest verschwummen.
Er löste seine Lippen von meinen und ich spürte schon den kalten Rausch an meinen nassen Lippen vorbei ziehen. Doch keine Millisekunde später lagen sie wieder auf meinen.
Ich lies mich einfach ziehen. Dieser Moment war einfach wundervoll. Ich sollte nicht so denken, ich weiss... aber na ja, so war es eben. Vielleicht war das alles wegen dem Alkohol, obwohl ich mir da nicht so sicher wäre. Der Alkohol schien wie weggewischt zu sein. Es fühlte sich wenigstens so an.
Es schien irgendwie alles perfekt zu sein. Doch plötzlich hörte ich das Hupen eines Autos von draussen, was mich zurück in die Realität brachte. Erschrocken zuckte ich zusammen und wich schnell zurück. Das Hupen hörte nicht auf. Ich sprang auf und rannte zur Tür. ,,Wo bleibt ihr? Wir haben schon zwei Stunden auf euch gewartet!!'', schrie Roxän vom Auto aus, als ich die Tür öffnete.
,,Schrei nicht so, euer Auto ist nicht so weit weg! Wir kommen gleich!'', rief ich zurück und schloss die Tür wieder. Ich lief mit schnellen Schritten zur Treppe. ,,Was ist los?'', fragte mich Noah beim vorbei gehen. Ich mied seinen Blick und lief weiter gerade aus. ,,Die Anderen sind da. Sie warten auf uns.'' Damit schloss ich die Tür von meinem Zimmer und atmete tief durch. Mit meiner Hand fuhr ich mir durch die Haare.
Was war das?
Scheisse, mir wurde meine jetzige Situation erst jetzt richtig bewusst. Ich hatte mit Noah rumgemacht. Ich konnte es immernoch nicht richtig fassen, aber als ich mich schliesslich im Spiegel betrachtete, sah ich den Beweis dafür vor meinen Augen. Meine Lippen waren ziemlich geschwollen, etwa genauso sehr wie damals, als ich einen Lippenpflegestift benutzte, auf den ich allergisch war. Daran dachte ich nicht gerne zurück.
Jetzt musste ich mich erstmals umziehen und meine Haare machen, und nicht meine Zeit damit vergeuden, über den Kuss, oder besser gesagt die Küsse, nachdenken. Es war wirklich passiert, das konnte ich nun echt nicht mehr leugnen. Und es hatte mir gefallen. Ich wusste gar nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte.
Nach 5 Minuten rannte ich die Treppe wieder hinunter, schnappte meine Tasche und lief auf Simon's Auto zu. Ich wollte nicht mit Noah fahren, das wäre mir zu unangenehm. ,,Na endlich...'', motzte Rox und drehte sich zu mir nach hinten um. ,,Warum hat das so lange gedauert?''
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Heavenly dream
RomanceSkylynn verbringt ungewollt viel Zeit mit einem ihrer neuen Zimmerbewohner und fragt sich am Ende, ob diese Zeit doch nicht die schönste war.
