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Kapitel 41

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William:

,,Alles wird gut", füge ich noch leiser als zuvor hinzu, ich will nur, dass es ihm gut geht. Lean drückt sich noch enger an mich, vergräbt sein Gesicht an meiner Brust, er zittert und weint leise. Was hat dieser Mann meinem Kleinen nur angetan, dass er so leidet. ,,Sollen wir nach Hause fahren?", frage ich und küsse seine Stirn, streiche durch sein weiches Haar. ,,Bitte", wispert er.
Damit wir schneller da sind, holt mich Tony, mein Fahrer ab, der Verkehr hat sich etwas gelegt, so dass wir innerhalb von 10 Minuten da sind. An der Eingangstür begrüßt mich Tjana, sieht dann zu Lean, welcher die ganze Fahrt, bis jetzt noch zittert und leise schluchzt.
,,Ich lass dir ein heißen Bad ein", meint sie an Lean gerichtet und macht sich wieder nach Drinnen, ich folge ihr, nehme meinen Kleinen an die Hand und führe ihn ins Badezimmer im ersten Stock. Dort angekommen läuft bereits Wasser in die Wanne, der Raum ist von einem süßlichen Geruch erfüllt. Rasch ziehe ich meine Sachen aus, helfe dann Lean aus seinen, setze ihn in die Wanne und stelle das Wasser aus. 
Ich nehme hinter ihm platz, ziehe ihn zu mir und streiche beruhigend über seine Schulter, über seine Arme, verteile einzelne Küsse auf seinem Hals. ,,Was hat er dir nur angetan?", flüstere ich eher zu mir selbst, als zu ihm. Nicht nur eben ist mir aufgefallen, dass er am ganzen Körper Verbrennungen, tiefe Narben und dunkle blaue Flecken hat. Sein Arm ist überzogen von Narben, was hat dieses Arschloch getan?!
,,I-irgendwann - sage ich es - dir", stottert er und lehnt sich noch enger an mich.
,,Lass dir Zeit, Sugar", meine ich liebevoll, lege meinen Kopf an die weiche Lehne und genieße unsere Zweisamkeit, die Ruhe, welche uns umgibt.
Nach einer Zeit des Schweigend, kann ich ihn beinah denken hören. ,,Ich kann hören, was du denkst", lache ich leise und sauge an seinem Hals, er keucht leise, windet sich unter meinen Händen, unter meinen Küssen. ,,Ach ja?", fragt er und sieht mich über die Schulter hinweg an. ,,Hmm", brumme ich leise.
-
,,Wann hat das alles angefangen?", meine Neugierde lässt mich einfach nicht los. Wir liegen im Bett, lauschen der Musik, welche durch große Boxen im ganzen Raum ertönt. Lean liegt auf meiner Brust, mit verschränkten Arme liege ich auf dem Rücken, die Augen geschlossen.
,,Vor ungefähr 8 Jahren", mehr sagt er nicht, sondern kuschelt sich enger an mich, vergräbt seine Hände unter meinem Shirt, streicht über meine Haut, ,,er hatte immer viel getrunken, meine Mutter g-geschlagen", meint er nach einiger Zeit. Lean setzt sich auf, sieht auf mich herab, ich lege meine Hände an seine Hüfte, stütze ihn, gebe ihm halt. ,,Erst war er nur M-mum, aber bald - auch Ad-am und- ich", seine Stimme zittert, bricht schließlich, Tränen laufen ihm über die Wangen. Mit meinem Daumen streiche ich sie weg, fahre durch sein Haar, gleite mit meinem Daumen über seine Unterlippe. ,,Wenn du nicht kannst dann"- ,,I-ich will - aber", fällt er mir ins Wort, atmet tief durch und erzählt weiter, ,,ich habe A-adam immer vor ihm beschützt, imm-er wenn er getrunken hat - ha-t er - mich-h", er schluchzt laut auf, hält sich seine Hände vor den Mund und bricht auf mir zusammen, weint hemmungslos.
,,Ist gut Kleiner, lass uns das ein anderes Mal vortfüh"- ,,er h-hat mich immer und - immer wieder v-verge-waltigt", wispert er leise, so dass ich mühe habe, ihn zu verstehen.
Allein die Vorstellung genügt, dass ich ihn an mich drücke, so fest, dass ich angst habe, dass er keine Luft mehr bekommt. ,,Was ist mit deiner Mutter?", frage ich nach einer ewigen Zeit des Schweigens. Ich will ihn um Himmels Willen nicht dazu drängen, aber ich will mehr über ihn wissen, über seine Vergangenheit.
,,S-sie hat immer nur zugesehe-n, h-hat nie etwas gema-cht. S-sie hat selbst- dabei zugesehen, als- mein ,,Vater" -Adam g-ge-t-ö-t", erneut bricht er ab, ich weiß aber was er meint. ,,Du warst auch im Raum, nicht wahr?", stelle ich eher fest, als das es eigentlich eine Frage ist. Stumm nickt er, ,,v-vor meinen Au-gen, i-n meinen- Armen."
 Es klopft leise an der Tür, Tjana sieht erst zu mir, dann zu Lean. ,,Tut mir leid für die Störung Mr. Evan, aber Ihr Bruder ist da." ,,Zack oder der Schwachkopf?", will ich wissen, ja ich nenne ihn immer so. Ein kleines Grinsen ziert ihre Lippen, ,,Neil." Mehr sagt sie nicht und verlässt den Raum. Kurz darauf höre ich Stimmen aus dem Flur. ,,Tut mir leid Mr. Evan aber sie können nicht einfach so herein." ,,Kann ich wohl, lass mich durch", ertönt Neil's Stimme. Die Tür geht auf, Neil steht mir verschränkten Armen mitten im Raum, sieht mich vorwurfsvoll an. 
,,Bruderherz, wozu hast du eigentlich das neuste Handy, wenn du sowieso nicht ran gehst?", tadelt er und schnaubt.
,,Oh ich sehe, dass du Männer besuch "- Er hält inne, als er sieht, wer da auf meiner Brust sitzt, was ihm jedoch irgendwie zu entgehen scheint, ist dass er weint oder er will es einfach nicht sehen. ,,Wen haben wir denn da?", lacht er auf und kommt näher, bis er an der Bettkante steht, ,,Will, seit wann suchst du kleine Huren, wie ihn?" Auch wenn Lean es nicht zeigt, aber seine Worte treffen ihn hart, verletzen ihn, so dass immer mehr Tränen in seine Augen steigen, er sich von meinem Bruder wegdreht und seinen Kopf an meine Brust presst.
,,Er-ist-keine-Hure", knurre ich ihn an, ,,wenn es der einzige Grund ist, weshalb du da bist, kannst du auch gleich wieder gehen Neil", zische ich wütend, was fällt ihm ein?!
,,Ich will endlich meine Anteile, mehr nicht." ,,Das können wir auch ein andermal besprechen und jetzt verschwinde", meine Stimme wird immer wütender. ,,Ha! Nur weil du deinen kleinen Schwanzlutscher hier hast, soll ich gehen? Ha! Sicher nicht!" ,,Verpiss dich, sofort!", meine Geduld ist am Ende, ,,Victor! Schmeiß ihn raus!", rufe ich, nicht einmal zwei Sekunden später taucht er auf, packt Neil und verschwindet aus meinem Sichtfeld.
,,Dieser Wichser!"

Als ich dich das erste Mal sah🖤Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt