Endlich ein Tag ohne morgens früh aufstehen zu müssen! Das war so ziemlich das Schlimmste an der Schule. Außerdem musste ich dann immer richtig hektisch meine ganzen Sachen zusammenpacken und darauf hatte wohl kein Mensch Bock.
Unten hörte ich Musik und eine helle Stimme mitsingen, also war meine Mum schon wach. Es wunderte mich jedoch nicht. Sie sang bei jedem neuen Hit, der im Radio lief, mit.
Müde ging ich runter und setzte mich auf einen Stuhl vor dem Esstisch.
"Guten Morgen!", sagte sie freundlich und legte mir ein Spiegelei auf den Teller inklusive eines Brotes. Ich war zwar geschminkt und sah okay aus, aber meine Müdigkeit wich trotzdem nicht aus meinem Gesicht. Das hielt auch bis in die Stadt so an.
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Ich sah meine beste Freundin in ihrem gelben Pulli zu mir laufen und nahm sie fest in den Arm. Warum war sie denn so gut drauf?
"Okay, welchen Laden krallen wir uns zuerst?"
Mir war das relativ egal, deshalb zeigte ich auf den erstbesten Laden. Es war NewYorker. Der Laden war ziemlich voll, doch man konnte es noch ertragen.
Wir verbrachten ziemlich lange in diesem Laden, da Kate sich nicht entscheiden konnte, ob sie den blauen Hoody mit den lächelnden Nutellagläsern nehmen sollte oder doch lieber den weißen mit den Affensmileys.
"Nimm den Weißen", meinte ich und griff nach dem Stoff, der sich schön weich anfühlte. Kate schüttelte den Kopf. Wie lange sollte das noch dauern?
Plötzlich klingelte mein Handy. Ich hatte ganz vergessen, dass mein Klingelton noch an war... Ein Blick auf den Display, dann steckte ich es zurück in meine Jackentasche. Kate beobachtete die Situation neugierig und hob eine Augenbraue.
"Wer ist das?"
"Justin."
"Geh ran."
Ich schüttelte den Kopf und hielt ihr den weißen Hoody hin, um ihn erneut zu betrachten. Kate grinste genervt, dann griff sie flink in meine Jackentasche und zauberte mein Handy heraus.
"Hey Justin. Kate hier, was gibt's?"
Sie lächelte triumphierend und spielte mit einer Haarsträhne. Ich ballte meine eine Hand zu einer Faust, um mich wenigstens ein bisschen beruhigen zu können.
"Wo Ashley ist?"
Ich schüttelte sofort den Kopf. Das sie einfach so an mein Handy ging war ich gewohnt und somit auch nicht so schlimm, aber wenn sie mir jetzt auch noch Justin gab...
Ich spürte, wie sich ein warmes Gefühl in mir ausbreitete bei dem Gedanken, dass er mit mir sprechen wollte. Wie ich dieses Gefühl inzwischen hasste...
"Sie steht neben mir und möchte unbedingt mit dir sprechen", versicherte ihm Kate und drückte mir mit einem fetten Grinsen das Handy in die Hand.
"Dein Lover", flüsterte sie zusätzlich.
"Er ist nicht- vergiss es."
Okay, das schaffte ich schon. Einfach cool sein. War ja immerhin nichts Großes.
"Hi."
"Hey."
Er sagte nichts, also blieb ich auch still. Immerhin hatte er mich angerufen, wenn er etwas sagen wollte, sollte er auch den Anfang machen.
Ich hörte ein leises Atmen am anderen Ende der Leitung, dann ertönte endlich seine Stimme.
"Wie geht es dir?"
"Gut. Dir so?"
Er lachte erst, bevor er mir antwortete.
"Auch ganz gut. Wo bist du gerade?"
Das würde ich ihm bestimmt nicht sagen.
"Unterwegs", sagte ich schnippisch. Ich kam mir zwar etwas albern vor, genoss es aber ihn etwas zu ärgern.
"Wow, das nenne ich genau. Keine Sorge, ich habe nicht vor dich aufzuspüren. Ich wollte nur nett sein."
"Warum hast du angerufen?"
"Ich wollte mit dir reden. Ist das so unvorstellbar?"
Ja. Immerhin war er Justin. Aber das musste ich ihm nicht erklären, er würde es sowieso nicht verstehen. Kate bewegte sich zur Kasse. Anscheinend hatte sie sich doch für den weißen Hoody entschieden, welcher über ihrem Arm hing. Ich sollte ihr folgen, sonst würde sie mich noch hier stehen lassen.
"Bist du nachher bei Alecs Party?", fragte er mich, nachdem ich keine Antwort auf die da vorherige Frage gab.
"Ja. Du auch?"
"Als ob ich eine Party ausfallen würde!"
Wo er recht hatte, hatte er recht... Ich hatte noch nie erlebt, dass irgendeiner von seinen Freunden oder er selbst nicht zu einer gegangen war.
"Hast du diesmal warme Sachen mit oder muss ich dir wieder meinen Hoody geben? Was ich sehr gerne tue, versteh mich nicht falsch."
Ich legte einfach auf und steckte mein Handy zurück in die Tasche. Wie konnte er einfach immer noch so tuen, als wäre alles in Ordnung? Als wäre nie etwas passiert? Dabei... was genau war eigentlich passiert? Anfangs war es für mich einleuchtend. Aber inzwischen war ich mir nicht mehr so sicher.
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Ich konnte mir bei weitem nicht mehr alle Ladennamen merken, in denen wir drin waren, als Kate und ich uns wieder in meinem Zimmer befanden. Hautsache es war vorbei. Und wir hatten schöne Kleidung für die Party gefunden. Ich war zwar so gut wie pleite, aber die blaue Jeansjacke war einfach unglaublich gewesen! Ich musste sie einfach kaufen.
Kate räumte ihre Sachen aus der Tasche, während ich meine Schminksachen vor dem Spiegel sortierte.
"Welchen Lidschatten soll ich nehmen?", verzweifelt schaute ich zu Kate, welche sofort zu mir kam und auf den roten zeigte.
"Der passt gut zu dem roten Kleid."
Das rote Kleid... Ich wollte gar nicht daran denken. Es war wunderschön, natürlich. Sonst hätte ich es mir doch nicht gekauft, nur es war auffällig. Kate hatte nasse Augen bekommen, als sie mich daran sah. Ich war Typ unauffällig, doch meine beste Freundin hatte es letztendlich doch geschafft, mich zu überreden. Wie immer.
"Komm, setz dich."
Ich überließ Kate nur ungern meine Schminksachen, wenn sie mich schminken wollte. Sie machte es zwar wunderschön, aber eben auffällig. Aber immerhin war Kates Outfit und ihr Make-up tausendmal auffälliger und wunderschöner als meins je hätte werden können.
Nach einer Stunde war auch ich fertig mit allem. Meine Harre fielen mir in leichten Locken auf die Schulter, das rote Kleid, welches mir gerade mal bis zu den Knien ging, hatte mit der dezenten roten Schleife einen kleinen Hauch von Kitsch, aber wirkte noch wunderschön und mein Make-up war dezenter geworden, als ich es erwartet hatte. Kate hatte einen guten Job geleistet! Und ich war überglücklich, da ich mir diese blaue Jeansjacke gekauft hatte, welche ich zusätzlich über meine Schultern legte.
"Habt ihr es endlich?"
Alec stand an der Tür. Der Arme musste eine halbe Stunde länger als eigentlich geplant auf uns warten, da er unser Chauffeur war und wir lange gebraucht hatten, wegen Kates Kleid. Es klemmte am Reisverschluss, was bei einem neuen Kleid nicht hätte passieren dürfen...
"Natürlich. Los geht's!"
Kate nahm meine Hand und zog mich zu Alecs Auto. Mein Plan war einfach. Ich hielt mich im Hintergrund, sodass mich keiner bemerkte und ansprach. Ich wollte einfach nur das Meer genießen, die Sterne beobachten und die leise Partymusik im Ohr haben.
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Wrong bad boy
Novela JuvenilDas ich nicht ohnmächtig wurde war ein Wunde. Mein Herz schlug viel zu schnell. Was war los mit mir? Das war doch nur ein dämlicher Kuss. Von einem Player. Aber so fühlte es sich nicht an. Vorsichtig schloss ich meine Augen. Sofort legte er seine Li...
