Sieben Tage später stehe ich in Berlin Schöneberg vor der Halle in der Felix heute Abend seine Show hat. Neben mir ein kleiner Koffer, weil das Schicksal wieder zugeschlagen hat.
„Die Agentin von Felix hat mich gefragt, ob du noch die restlichen Januar Termine übernehmen kannst. Ich weiß wir haben ausgemacht, dass du noch Luft hast. Aber sie meinte es wäre dringend." „Ja klar." habe ich Zähne knirschend zugestimmt und einen Tag später meinen Pass in der Post gehabt, mit einem Zettel auf dem seine Nummer steht.
„Ah Mia. Schön das du schon eher da bist. Felix wollte noch Probenfotos. Warum auch immer." spricht mich Julian von der Seite aus an. „Wo kann ich meinen Koffer abstellen?" „Ich bring ihn gleich ins Auto. Fränki, kannst du Mia zu Felix bringen." „Klar." stehe ich dem Vater des blonden Idioten gegenüber und schüttel ihm, wie es meine Erziehung verlangt, die Hand.
„Du machst also die Fotos für meinen Sohn?" „Ja." „Wie lang machst du das schon?" „Für Felix nicht wirklich lang, aber ansonsten freiberuflich seit 2 Jahren." „Interessant. Aber machst du das alles allein?" „Nein, hab eine ziemlich nette Agentin, meine Finanzen überwacht mein Bruder, weil er im Finanzwesen unterwegs ist und der Rest drum herum kommt von mir." „Also fast so wie bei Felix, nur das er selbst seine Finanzen regelt." „Könnte ich auch, aber wenn man kompetente Menschen in der Familie hat, dann sollte man das ausnutzen." „Verständlich. Hier sind wir." klopft er an die schwarze Backstage Tür und öffnet sie.
„Mia ist da." öffnet Fränki die Tür und ich trete hinter ihm ein. „Danke." und schon ist der Vater der Lobrecht Jungs auch wieder verschwunden.
„Hi." Ich nicke ihm zu. „Du wolltest Probenfotos." „Ich wollte eigentlich mit dir reden." „Ah ja." „Es..." „Ernsthaft. Vergiss es. Denkst du wirklich das würde jetzt und hier klappen? Das ich deine Entschuldigung oder was auch immer du im Ansatz probiert hast jetzt annehme?" „Ich..." „Wirklich mal. Brauchst du mich jetzt?" Keine Antwort und ich packe meinen Kamerarucksack und verschwinde aus seinem Zimmer.
„Finden doch keine Fotos statt?" „Frag deinen dämlichen Bruder doch selbst." werfe ich Julian an den Kopf, der mal so gar nix für meine schlechte Laune kann. Vor der Halle angekommen drehe ich mir eine Zigarette und frage mich, wohin das alles noch führen soll.
<Er wollte sich gerade entschuldigen.
Ich glaub ich steh im falschen Film. Backstage vor einer Show.>
<Und?>
<Was und?
Nein man, ganz im Ernst, für seine Scheiße, kann er gern sich mehr Gedanken machen.>
<Mia. Bitte. Was hab ich gesagt, mit du sollst mit dem Flow gehen?>
<Also dir haben sie heute auch ins Gehirn geschissen. Ich will einfach nur eine ernste Entschuldigung.>
<Ich rolle mit meinen Augen! Ganz im Ernst. Es liegen Jahre dazwischen, also reiß dich zusammen. Wir haben uns alle verändert, also pack dich und beweg dein Arsch wieder in die Halle oder wo auch immer du bist.>
„Na genau. Nur weil du dich mit allen verstehst. Fuck off." schleuder ich mein Telefon in den Rucksack. „Was hat er gemacht?"
„Was?" drehe ich mich um und schau neben mich. Fränki steht mit einem Coffee To Go Becher in der Hand an die Wand gelehnt da und schaut mich an. „Alles gut. Wir haben ein klein bisschen Geschichte und ich hab das Ganze nicht wirklich gut verkraftet." „Alles klar und wie wollt ihr das klären, wenn du für ihn Bilder machst?" „Ich muss ja nicht mit ihm reden." Der Vater lacht und ich runzel meine Stirn. „Das wird nicht so einfach. Ich wünsch dir viel Erfolg." „Warum?" „Felix findet sehr kreative Wege, dass man mit ihm spricht. Vertrau mir, der Junge hat es faustdick hinter den Ohren."
„Fränki erzählst du schon wieder alte Kamellen?" „Nein. Ich warne nur Mia vor deiner einnehmenden Persönlichkeit." und der Comedian ist schlagartig ruhig.
Zeit genug für mich, meine Kamera mit einem kleineren Objektiv auszustatten und ein paar Testfotos zu machen.
Der Abend verläuft wieder wie der in Hamburg. Die Show beginnt und ich gehe durch die Reihen, stehe hinter ihm auf der Bühne, so dass man mich nicht sieht, dann mal wieder in der Reihe von Familie und Freunde. Dort sehe ich Ali wieder, doch bevor er auch nur einen Mucks von sich geben kann verschwinde ich.
Nach der Show warte ich am Auto der Jungs und setze mich hinter den Beifahrersitz, weil Julian seinen Sitz relativ weit vorgeschoben hat. Während Felix uns durch Berlin rollt, bearbeite ich Fotos, verwerfe Ideen und überlege mir, welche ich in den Druck geben könnte.
„Die sehen mega aus. Sind auch welche von mir dabei?" fragt mich Kawus, sein Opener, und ich reiche ihm den Laptop. „Mega. Die sehen richtig gut aus. Kannst du mir die schicken?" „Klar." tippe ich seine Mail-Adresse ein und speichere die Mail in meinen Entwürfen. „Wie lang machst du das schon?" „Seit 2 Jahren freiberuflich und vorher hab ich mich von Praktikum zu Praktikum gearbeitet. Instagram öffnet einem schon einige Türen." „Krass. Ja hab mir dein Profil schon angesehen. Du machst ja auch viel für die Vogue oder Lena Gercke." „Ja aber das auch nur, weil Paul Ripke nicht mehr in Deutschland lebt. Er hat mich an Lena empfohlen, seitdem arbeite ich mit und für sie." Er nickt nur und lehnt dann seinen Kopf ans Fenster, verschwindet in seiner eigenen Welt.
Ich tue es ihm gleich, spiele mit den Einstellungen meiner Kamera und mache ein paar Bilder von Felix während er fährt und sich die Regentropfen und die Ampellichter in der Frontscheibe spiegeln. „Wie lang brauchen wir ungefähr?" lehne ich mich nach vorne „Puh. 3 Stunden, du kannst in Ruhe schlafen." „Denk nicht das ich ein Auge zu bekomme." schaue ich aus dem Fenster und beobachte wie Berlin wieder einmal an mir vorbeifliegt und ich in der Nacht auf einer Autobahn unterwegs bin.
Leipzig erreichen wir 3 Stunden später und ich stehe gerädert neben Felix am Check In. „Wir können ihnen keine 4 Einzelzimmer anbieten. Nur die große Suite, da dürfte für jeden ein Platz sein." schaut die Frau zu mir und zu Felix. „Wir sind kein Paar." kommt es wie aus der Pistole geschossen aus meinem Mund und die Jungs schauen mich verwirrt an. ‚Seht ihr nicht den Blick von ihr. Meine Güte.' Ich schüttel nur mit meinem Kopf und will endlich in ein Bett. „Dann müssen sich eben zwei eins teilen. Felix und Julian werden ja kein Problem damit haben. Wo muss ich unterschreiben. Ich bin müde." gehe ich auf die Frau zu und sie druckt mir die passenden Unterlagen aus. Mit meiner Unterschrift und dem hinterlegen meiner Karte, erhalte ich meine Zimmerkarte und verabschiede mich mit einem Nicken von meinen Begleitern für den Abend.
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Yes.. Hier ist es das neue Kapitel. Etwas früher, aber da ich im HomeOffice sitze, dachte ich es wäre doch Klasse, wenn es heute morgen gleich weitergeht.
Wie gefallen euch die beiden bisher und was könnte an eurer Stelle noch passieren?
x, Laura
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Blaue Stunde
Fiksi PenggemarDie Blaue Stunde ist ein physikalisches Phänomen in der Abenddämmerung. In dieser knappen Stunde nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit ist der Himmel schon tiefblau gefärbt, die Umgebung aber noch vom Restlicht erhellt. Wenn sich Tag...
