MIA POV
„Willst du heute noch aufstehen?" setzt sich mein Bruder neben mich und ich gebe ein undefinierbares Grummeln von mir. „Was soll das heißen?" „Nein." schaue ich durch die bodentiefen Fenster auf das Meer vor mir. „Und wann willst du dann was essen?" „Wenn du es mir bringst. Ich will einfach nicht." „Okay." küsst er meine Stirn, stellt mir meinen Laptop aufs Bett und schließt die Tür. Ich verbringe den Vormittag damit Netflix zu schauen und nebenbei zu schlafen oder an meinem Telefon zu hängen. Ab und zu rieche ich den Zigarettenrauch durch das offene Fenster und sehe kurz vor Mittag meinen Bruder und Tommi an meinem Fenster vorbeilaufen.
Als es gegen frühen Nachmittag langsam dunkel wird und ich tatsächlich langsam einen Lagerkoller bekomme, ziehe ich mich bequem an, drehe mir einen Joint und schlüpfe durch die Schiebetür nach draußen. Die kalte Seeluft weht mit um die Nase und ich gehe durch die Dünen ans Wasser. Dort laufe ich ohne auf die Zeit zu achten am Strand entlang und genieße das gleichmäßige Geräusch der Wellen an den Strand. Nachdem ich auf aufgeraucht habe, drehe ich um und schlüpfe durch das offene Fenster wieder ins Schlafzimmer.
Danach gehe ich durch den langen Flur ins offene Wohnzimmer. „Na Grumpy." „Mh." gehe ich in die Küche und sehe, dass Tommi dabei ist Bolognese zu kochen. „Alles gut?" „Klar. War gerade draußen." „Haben wir bemerkt." schaut er auf und über mich hinweg. „Ja brauchte mal frische Luft." „Habe ich gerochen." höre ich meinen Bruder sagen, als er sich in die Küche gesellt. „Ich dachte wir brechen das erst später an." „Ich kann mein Gras rauchen, wann ich will." schaue ich ihn an und er grinst. „Du bist immer noch nicht runtergekühlt." „Mh." „Sollen wir beide mal rausgehen?" „Nein." nehme ich mir ein Wasser und setze mich auf die Couch. Sinnlos schalte ich im TV herum und bleibe an einer Zoosendung hängen, die Tommi von der Küche aus kommentiert.
„Willst du eigentlich irgendwann wieder mit mir reden?" „Denke schon." „Gut zu wissen." setzt sich Felix hinter mich und zieht mich einfach an sich ran. Als ich mich aus seinen Armen winden will, zieht er mich fester an sich heran und ich gebe irgendwann einfach auf. „Und gehen wir nach dem Essen eine Runde oder probieren den Whirlpool aus? Ich dachte ja nicht, dass du es durchziehst einen Tag nicht wirklich mit mir zu reden." „Kannst du dir schon mal merken für die Zukunft und mir ist es egal, aber denk nicht dran, dass irgendwas läuft." und ich spüre das vibrieren in seiner Brust.
Langsam merke ich wie sich eine graue Wolken vor meine schlechte Laune schiebt und frische Luft sich irgendwie gar nicht mehr so schlecht anhört. „Lass mich kurz los." murmel ich und kann aufstehen. „Los anziehen." gehe ich auf meinen Bruder zu, welcher gerade im Begriff ist Tommi zu küssen und schaue ihn an. „Jawohl Leutnant." warte ich bis er sich in Bewegung setzt, ohne seinen Freund zu küssen und ziehe mich dann selbst an. „Wir sind bald wieder da. Ihr könnt schon mit essen anfangen." höre ich Lenny sagen und bevor eine Antwort kommt, fällt die Vordertür zu.
„Willst du mir verraten was los ist?" „Ich kann nicht atmen." und er schaut mich kurz an, geht weiter und ich folge ihm zu der kleinen Hütte mit Heizpilz die ebenfalls auf dem Grundstück steht. Ich kuschel mich in einen der Sessel und mein Bruder neben mir öffnet die versteckten Schnapsflaschen.
„Wir werden Ärger bekommen." „Genau das ist es. Ich bin 27 und alt genug selbst zu entscheiden, was ich machen will und wie. Auch ob ich Drogen nehme oder Alkohol trinke." „Gras ist ja auch keine harte Droge." „Danke." nehme ich ihm das erste Glas ab und nippe daran. „Es war zu viel dieses Jahr." „Du weißt das es mehr wird, wenn du dich an unseren Plan hältst." ich nicke nur und lauschen dem Rauschen des Meeres.
„Wenn du es richtig machst, dann bist du in einem Jahr auf der Forbes Liste der reichsten Deutschen unter 30." „Ich weiß und ich kann mich nicht aufteilen." „Liebst du ihn?" „Ja." „Gut." und spüre den Blick von meinem Bruder auf mir. „Warum sieht es bei dir und Tommi so einfach aus?." „Weil wir bi sind und so schnell keinen anderen finden würden." „So ein Quatsch. Du willst dich nur nicht nochmal neu binden."
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Blaue Stunde
FanfictionDie Blaue Stunde ist ein physikalisches Phänomen in der Abenddämmerung. In dieser knappen Stunde nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit ist der Himmel schon tiefblau gefärbt, die Umgebung aber noch vom Restlicht erhellt. Wenn sich Tag...
