MIA POV
„Denkst du dran mein Auto abzuholen?" „Ja. Wir sind schon auf dem Weg." schaue ich Lenny kopfschüttelnd an und er grinst. „Wie Tommi. Die denken auch wir haben kein Hirn." „Ey, das hab ich gehört. Ich wollte dich nur nochmal dran erinnern." „Ist angekommen. Musst du dich nicht auf irgendwas vorbereiten?" „Leo ruft in 10 Minuten an und ich bin nervös, weil ich es noch nie im Instagramlayout gesehen habe und die Website auch nicht." höre ich ihm gar nicht mehr richtig zu und nicke nur. „Na dann. Bereite dich darauf vor und wir telefonieren heute Abend." „Bis dann." legt er auf und wir kommen an der Werkstatt an.
Dort bekomme ich vorgelegt was alle gemacht wurde und unterschreibe den Wisch einfach, damit ich das Auto bekomme. „Lass mal noch eine Runde rumcruisen." steigt Lenny zu mir und ich muss grinsen. „Könnten wir machen. Ist ja nicht mein Sprit, obwohl es auch egal ist." „Eben." grinst mein Bruder, verbindet sein Telefon mit der Anlage des Autos und RAF Camora füllt das Auto mit seinen Lines. „Du kannst doch auch über die Autobahn fahren." „Ey ich muss heute noch ins Büro. Ich wollte dabei sein, wenn der erste Post rausgeht. Das ist schließlich Felixs Label." „Ist ja gut." grinst er und ich gebe auf der Schnellstraße ein bisschen übermütig Gas.
Als wir in Berlin ankommen halte ich mich wieder an die Geschwindigkeit und biege in die Gegend zum Büro ein. „Die ganzen Einfahrten sind aber auch richtig uneinsichtig, oder?" „Ja, aber wir sind doch auf der anderen Seite." setze ich meinen Blinker und danach wird alles schwarz.
„Frau Hansen sie müssen den Schlauch noch in der Nase lassen." schlage ich meine Augen auf und sehe, dass mein Bein eingegipst ist und mein Kopf einfach nur dröhnt. „Wo ist mein Bruder?" „Ich bin hier." schaue ich nach rechts und sehe, dass Lenny einen Verband am Arm hat, aber nicht durch einen Schlauch atmet. „Warum hat er keinen und ich schon?" „Weil sie wenig Luft bekommen haben und ihr Kreislauf ab und zu weggesackt ist. Außerdem ist ihr Bein gebrochen." Ich nicke nur und schaue Lenny an. „Wer war das?" „Jess und Ali saßen in dem Wagen, der uns reingefahren ist." „Weiß Felix Bescheid?" „Die sind auf dem Rückweg." ‚Na klasse." atme ich durch und sehe wie der Arzt verschwindet und die Polizei unser Zimmer betritt.
Nach einem kurzen Verhör und Fragen, ob wir Jess und Ali kennen, verschwinden die beiden Polizisten wieder. „Wenn Felix hier aufschlägt und ich immer noch so aussehe, dann ist hier richtig Stress." „Was willst du machen?" „Mich entlassen." und schwinge mich aus dem Bett. Dabei ziehe ich an einem Kabel und das Gerät neben mir fängt penetrant an zu Hupen und zu Piepen. Sofort stehen zwei Krankenschwestern in unserem Zimmer und schieben mich wieder ins Bett. „Sie müssen liegen bleiben." „Ich will nach Hause und hab das Recht darauf zu gehen." „Nicht mit einer Gehirnerschütterung und mehrere angebrochenen Rippen." „Ich will raus." „Wir können ihnen einen Rollstuhl bringen und ihr Bruder schiebt sie durch den Gang." Ich nicke nur und sitze wenig später mit einer Decke in einem Rollstuhl.
„Wo ist deren Zimmer?" „Keine Ahnung." „Dann frag." und ich rolle mit meinem fahrbaren Untersatz durch den Flur bis mir Ali gegenübersteht. „Mia. Wir..." „Wo ist Jess?" und er zeigt auf das Zimmer, aus dem er gerade rausgekommen ist. „Ich will da rein." öffnet er mir die Tür und ich sehe, dass es sie schlimmer erwischt hat als mich oder meinen Bruder, aber sie ist wach. „Na hast du das erreicht was du wolltest?" „Nein." „Lässt du uns jetzt in Ruhe?"
„Sie müssen aus dem Zimmer Frau Hansen." fährt mich eine Schwester aus dem Zimmer und zurück in meins. „Ich muss gar nix. Die Frau dort hat mich und meinen Bruder angefahren, nur damit sie meinen Freund bekommt." „Sie legen sich jetzt hin. Das sind alles nur wirre Gedanken durch ihre Gehirnerschütterung." „Ich bin sehr klar." verschränke ich meine Arme vor der Brust und mach keine Anstalten der Schwester zu helfen.
„Mia. Mach einfach." „Jess hat uns angefahren, damit sie Felix eins auswischt." „Das wissen..." „Auf welcher Seite stehst du?" „Auf deiner und..." „Dann halt jetzt die Klappe." lande ich in meinem Bett und der Arzt kommt wieder ins Zimmer. „Ich habe da noch eine Frage an sie beide." Ich nicke nur und starre aus dem Fenster. „Gibt es in ihrer Familie Fälle von Leukämie?" „Nein." antwortet mein Bruder. „Wir müssen ihnen Frau Hansen Blut abnehmen, weil wir auf eine Unstimmigkeit gestoßen sind." „Ich hab vor gut zwei Wochen zu viel geraucht. Also Gras. Liegt es daran?" „Nein, aber das ist uns schon aufgefallen." schmunzelt der Arzt und ich sehe zu wie mir Blut abgenommen wird und danach alle wieder verschwinden.
„Kein Wort zu niemanden." „Aber..." „Nein. Schon gar nicht zu Felix." „Mia..." „Nein." und ich drehe mich weg, um ihn nicht mehr sehen zu müssen.
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Blaue Stunde
FanfictionDie Blaue Stunde ist ein physikalisches Phänomen in der Abenddämmerung. In dieser knappen Stunde nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit ist der Himmel schon tiefblau gefärbt, die Umgebung aber noch vom Restlicht erhellt. Wenn sich Tag...
